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Montag, 20 September 2021
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Studie zum Thema Desinformation: Größte Gefahr für gesellschaftlichen Zusammenhalt!

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Expert:innen sehen größte Gefahr für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Radikalisierung durch Desinformation!

Eine neue Studie der Vodafone Stiftung zeigt, dass etwa drei Viertel der Expert:innen in Deutschland größte Gefahr von Desinformation für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Radikalisierung Einzelner sehen. An dieser nun veröffentlichten Studie hat auch Mimikama teilgenommen.

Speziell WhatsApp, Facebook und Youtube tragen laut Expert:innen-Meinung am meisten zur Verbreitung von Miss- und Desinformationen bei, die Bedeutung des Messengers Telegram hat jedoch zugenommen. Vor allem altere Menschen sind nach Ansicht der Befragten zudem deutlich gefährdeter als junge Menschen, Falschinformationen zum Opfer zu fallen – gleichzeitig gibt es bislang kaum Angebote für ein älteres Publikum.

In Deutschland und weltweit ist seit Beginn der Pandemie online ein Anstieg von Desinformation zu beobachten. Parallel dazu nimmt die Sorge um den Einfluss von Falschnachrichten auf das Ergebnis der in wenigen Wochen stattfindenden Bundestagswahl zu. Das sind die Ergebnisse einer Befragung von über 60 Expert:innen zum Thema Desinformation im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland.

Als größte Gefahr bei der zunehmenden Verbreitung von Desinformation sehen die Fachleute die Polarisierung von Gesellschaften sowie die Radikalisierung Einzelner. Zwei Drittel der Befragten erwarten außerdem eine politische Beeinflussung der Bürger:innen durch Falschnachrichten. Die Gefahr einer direkten Manipulation von Wahlen sehen die Expert:innen dagegen in Deutschland geringer ausgeprägt als im weltweiten Vergleich. Als Treiber von Desinformation nennen sie die Social-Media-Plattformen WhatsApp, Facebook und Youtube. Trotz geringerer Nutzer:innen-Zahl wird außerdem der Messenger Telegram von den Expert:innen als sehr relevant für die Weitergabe von Falschnachrichten eingeschätzt.

Geringe Bedeutung von Deep Fakes, dafür vor allem Ältere gefährdet

Trotz der häufigen Thematisierung in den Medien spielen Verfälschungen durch Künstliche Intelligenz, wie Deep Fakes, in Deutschland noch eine untergeordnete Rolle. Der Großteil der Desinformation in Deutschland besteht nach Ansicht der Fachleute in verzerrten Darstellungen oder Behauptungen ohne Faktenbasis. Die Gefahr, dass den meist auf Social Media verbreiteten Desinformationskampagnen Glauben geschenkt wird, sei insbesondere bei älteren Menschen sehr hoch. In dieser Altersgruppe gebe es zudem noch nicht genug Angebote und Aufklärungsarbeit zum Thema Falschnachrichten. Um der steigenden Anzahl an Desinformationen entgegenzuwirken, sehen die Befragten insbesondere die Social Media-Plattformen selbst und Bildungseinrichtungen in der Pflicht. Vor allem die Stärkung der Medienkompetenz allgemein, ein weiterer Ausbau der Bekämpfungsmechanismen auf den sozialen Plattformen sowie die Vermittlung von Fähigkeiten im Umgang mit Medien in den Schulen seien als Maßnahmen relevant.

Rolle der klassischen Medien bei Desinformation

Dass die klassischen Medien eine große Rolle bei der Verstärkung der Reichweite von Falschnachrichten spielen, ist grundsätzlich bekannt, was auch die große Mehrheit der befragten Expert:innen bestätigt. Trotzdem haben die Medien nach Einschätzung der Fachleute auch in den vergangenen Jahren noch keine ausreichenden Strategien entwickelt, wie sie Desinformation in ihrer Berichterstattung thematisieren – ohne das Risiko einzugehen, dass Bürger:innen der Falschinformation doch Glauben schenken. Die Befragten regen hier unter anderem an, Journalist:innen im berufsspezifischen Kontext noch stärker über den Umgang mit Desinformationen aufzuklären. Journalist:innen verfügten zwar über grundlegendes Handwerkzeug zum Überprüfen von Falschinformationen, seien aber häufig zu wenig erfahren im heiklen Umgang mit den Mechanismen von Desinformationsversuchen, konstatiert die Studie.

Experten bewerten Begriff „Fake News“ als ungeeignet

Grundlegend beurteilen die Expert:innen den Begriff „Fake News“ als ungeeignet. Der Begriff ist zwar in der Alltagsprache fest etabliert, aber nicht klar definiert. Nach Mehrheit der Fachleute ist der Begriff zu unpräzise und durch seine Nutzung als politischer Kampfbegriff zur Diskreditierung Anderer belastet. Sie sprechen sich stattdessen für Begriffe bzw. Begriffspaare wie „Desinformation“ und „Missinformation“ oder „Falschinformation“ aus. Journalist:innen sollten die Bezeichnung „Fake News“ trotz ihres Signalfaktors sparsam nutzen, empfiehlt die Studie. Inwieweit die Auseinandersetzung mit Desinformation tatsächlich zu Einstellungs- oder Verhaltungsänderungen führt, wird von den Expert:innen als Feld genannt, zu dem belastbare Erkenntnisse bislang fehlen.

Die gesamte Studie, an der auch Mimikama teilgenommen hat, findest du auf der Website der vodafone-stiftung.de

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