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Freitag, 23 Juli 2021
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Sponserte Coca-Cola die Olympischen Spiele der Nazis 1936?

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Coca-Cola distanzierte sich kürzlich aufgrund eines Fake-Plakates von Rechts. Doch war der Konzern den Nazis mal so nahe, dass sie sogar die Olympischen Spiele sponserten?

Immer wieder taucht ein augenscheinliches Werbeplakat von Coca-Cola aus dem Jahre 1936 auf. Aktuell wieder vermehrt, da sich Coca-Cola deutlich von Rechts distanzierte.
Es handelt sich um jenes Plakat:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Dabei handelt es sich nicht um eine Photoshop-Spielerei, das Plakat war auch in einer Ausstellung zu sehen:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

„ein Volk ein Reich ein Getrank – Coke ist es“

Zwei Dinge, die uns stutzig machen

1. „ein Getrank“
Die deutschen Umlaute sind eine Qual für alle, die nicht deutsch sprechen, weswegen die beiden Pünktchen über den Buchstaben oftmals einfach weggelassen werden, wenn ein Nichtdeutschsprechender ein deutsches Wort schreibt.
Ein Hinweis, dass der Urheber des Plakates die deutsche Sprache und Rechtschreibung nicht korrekt kannte, auf einem Werbeplakat würde ein solcher Fehler eher nicht landen.

2. „Coke ist es“
Dieser Slogan klingt sehr holprig und war, zumindest in Deutschland, nie ein Slogan von Coca-Cola. Jener Slogan wortwörtlich ins Englische übersetzt ergibt „Coke is it“. Und dies war tatsächlich ein Werbeslogan von Coca-Cola – und zwar im Jahr 1985.
1936 hingegen war der Slogan „Durst kennt keine Jahreszeit“.

Die Herkunft

Oben erwähnten wir bereits, dass das Plakat in einer Ausstellung zu sehen war, nun wollen wir aufecken, in welcher:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Im Jahre 2004 eröffnete in London eine Ausstellung mit dem Namen „Coca Cola’s Nazi Adverts“. Veranstalter der Ausstellung waren der Comedian Mark Thomas und die Künstlerin Tracey Sanders-Wood.

Künstler und Besucher mit künstlerischem Anspruch wurden eingeladen, an der Ausstellung mitzuwirken. Ihre Aufgabe bestand darin, sich Coca-Colas Anzeigen in Nazi-Deutschland vorzustellen. Mark Thomas sagte dazu:
Cola existiert durch Werbung. Deshalb trinken die Leute das Zeug. Sie können dem nicht entgehen. Wir wollten eine Ausstellung schaffen, die die Menschen jedes Mal zum Nachdenken bringt, wenn sie nach einer Cola greifen.

Dazu wurde extra sogar eine Webseite eingerichtet, auf der Nutzer ihre Ideen einsenden konnten, zudem kündigte der Comedian nach seinen Auftritten immer die Ausstellung an und forderte seine Fans auf, Vorschläge einzureichen. So bekamen er und Sanders-Wood insgesamt 400 Ausstellungsstücke, die jedoch allesamt nicht echt sind!

Fazit

Es handelt sich um ein erfundenes Werbeplakat aus einer Ausstellung eines Comedians und einer Künstlerin.

Tatsächlich wurde Coca-Cola zwar auch während der Nazi-Zeit in Deutschland verkauft (später wurde daraus der Vorgänger des heutigen „Fanta“, da es in Deutschland nicht mehr die Zutaten für Coca-Cola gab), jedoch gingen diese Geschäfte nie so weit, dass Coca-Cola die Olympischen Spiele in der Nazizeit 1936 finanzierten.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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