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Sperren? Das kann nicht alles sein [Kommentar]

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QAnon und Co. Inhalte sperren: Reicht das? Die Social Media Netzwerke ziehen derzeit die Notbremse.

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Inhalte mit QAnon Mythen erhalten derzeit Sperren. Tausende Accounts, die diese Inhalte verbreiten, sind ebenso gesperrt worden (vergleiche). An dieser Stelle frage ich mich jedoch, ob eine Sperre wirklich die richtige Reaktion ist?

In meinen Augen kommen diese Sperren sowieso viel zu spät. Nicht erst seit gestern haben wir das Problem, dass auf Social Media Lügen, Falschmeldungen und auch Mythen unwidersprochen verbreitet werden. Diese Mythen und Lügen haben natürlich auch Auswirkungen, denn sie manipulieren Menschen in ihrem Denken und Handeln. Das ist das eigentliche Problem.

Und jetzt, nach so vielen Jahren, kommen Social-Media-Plattform auf die Idee, in großem Umfang Accounts und Inhalte mit Falschmeldungen Mythen zusperren. Ich weiß nicht, ob mein Beifall ironisch oder echt gemein bist.

Ich kann mich noch recht gut an das Jahr 2014 erinnern, als wir von Mimikama das erste Mal nach Berlin zu Facebook eingeladen worden sind. Wir haben bereits 2014 schon bei Facebook in Berlin recht deutlich gesagt, dass die Plattform ein Problem mit Falschmeldungen hat.

Also ist die gesamte Idee, gegen Falschmeldungen vorzugehen, nicht neu. Es kann auch nicht verleugnet werden, dass in der Vergangenheit schon darauf hingewiesen wurde. Das blöde ist jedoch, dass augenscheinlich immer etwas passieren muss. Menschen müssen sich (unterstützt von Falschmeldungen) augenscheinlich so sehr radikalisieren, dass in der Realität eine gewisse Gewalt zutage kommt.

Angestachelt von Falschmeldungen …

Sicherlich, als im letzten Sommer in Berlin die Stufen des Reichstags gestürmt wurden, ist noch nicht wirklich etwas passiert. Man kann auch davon ausgehen, dass die „stürmenden Menschen“ selbst ein wenig davon überrascht waren, dass sie so weit Vordringen konnten.

Doch vor wenigen Tagen ist etwas ganz anderes passiert. Menschen sind in das Capitol in den USA eingedrungen. Bewaffnete Menschen- Sie haben ungehindert sich Zutritt verschaffen können und dieses zudem auch ohne Probleme auf diversen Netzwerken verbreiten können. Unter ihnen Rechtsextreme und auch QAnon Anhänger. In meinen Augen sind das schon alles keine Warnsignale mehr, sondern direkt schon richtige Brände. Und die Angst vor weiterer Gewalt ist in den USA hoch (vergleiche).

Auf der anderen Seite bin ich immer wieder erstaunt, wenn Menschen aus der Politik auf mich zukommen und um einen Rat fragen, weil sie diese Aktionen als ein Warnsignal sehen.

Wenn ich dann zeige und erkläre, was auf Social Media teilweise passiert, welche Gefahren Falschmeldungen Mythen in sich bergen, sehe ich immer erstaunte Gesichter. Daran erkenne ich, dass Social Media über Jahre hinweg nicht wirklich ernst genommen wurde.

„Dieses Social Media“ ist halt einfach da, „da sind lauter Jugendliche und junge Menschen, die auf Falschmeldung hereinfallen“. „Was soll denn daran nun gefährlich sein“. Das sind so die Gedanken, die augenscheinlich mitschwingen.

Sperren ist nicht allein die Lösung

Und wenn nun all jene mit Lösungen um die Ecken kommen sollen, die sich seit Jahren mit Social Media beschäftigen, ist die Erwartungshaltung einfach zu hoch angesetzt. Nein, ich kann nicht die Patentlösung bringen.

Ich kann jetzt nicht sagen, was jetzt getan werden muss und was richtig ist. Über Jahre hinweg wurden meine Rufe nicht erhört. Rufe zu einem Zeitpunkt, als die Situation noch einfacher war. Nein ich bin auch kein Freund von sperren und von löschen. Doch augenscheinlich sind das im Moment die Notbremsen, die gezogen werden müssen.

Aber es bedarf am Ende schlichtweg mehr, als allein die Social-Media-Plattform in die Verantwortung zu ziehen oder von der Politik zu verlangen, die Probleme mit Falschmeldungen und Manipulationen auf Social Media zu regulieren (sofern der Wille überhaupt da ist). Das wird so nicht funktionieren, da ist mehr gefragt. Da sind wir alle am Ende gefragt.

Symbolbild Sperre, Artikelbild von vasilis asvestas / Shutterstock.com
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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