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Social Bots und Scripte doch im Einsatz?

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“Jedoch werden wir natürlich keine social bots einsetzen, die auf Seiten Dritter im Namen der AfD automatisiert posten oder ähnliches.“ Das war die die offizielle Aussage von AfD-Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel.

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Erst am 23. Oktober noch distanzierte sich die AfD in einer Pressemitteilung von der Aussage, dass man Social Bots einsetze [1], nachdem kurz zuvor im Spiegel Alice Weidel gegenteilig zitiert wurde [2].

Doch nun sind jüngst Fälle aufgetaucht, welche deutlich auf das Verhalten von Social Bots, zumindest von Fake-Accounts weisen. Die Watchseite “We’re watching you” hat mehr als 21 Gruppen auf Facebook gefunden, welche auffällige Ähnlichkeiten in den Administratorpositionen aufweisen [3], sowie aber auch ein identisches Verhalten beim posten von Facebookmeldungen zeigen [4].

Diese Indizien lassen auf Botaktivitäten schließen, da auch die einzelnen Profile sehr verdächtig ausschauen und reagieren.

Bots, Scripte, Fake-Accounts und Tools

Neben Bots und Skripten gibt es natürlich auch noch die ganzen Social-Media-Tools zum einfacheren verwalten mehrerer Accounts, Profile und Seiten. Was hier genau vorliegt, ist nicht ganz einfach zu sagen, doch zumindest liegt ein Eingriff mit Hilfe eines Tools vor.

Zunächst ein Blick auf die Begrifflichkeiten: Fake-User, Scripte und Bots sind nicht dasselbe, von außen betrachtet jedoch kaum zu unterscheiden. Gerade weil Social Bots immer menschlicher agieren.

Bots suchen nach für Phrasen / Hashtags / Keywords und retweeten, bzw. teilen diesen. Sie übernehmen dabei exakt die Antexte der ursprünglichen Version. Ebenso können sie automatisch jedem Benutzer folgen, bzw. eine Anfrage stellten, der etwas mit einer bestimmten Phrase / Hashtag / Keyword postet oder in einer Gruppe partizipiert., sowie sie automatisch allen Nutzern anderer Listen folgen können. Bots suchen auf Google (und anderen Suchmaschinen) nach Artikeln und Nachrichten, die bestimmten Kriterien entsprechen. Diese Suchergebnisse veröffentlichen Sie dann selbst oder verlinken Sie automatisch in ihren Antworten/Kommentaren. Bots handeln auch unabhängig von der Uhrzeit, ein guter Bot agiert jedoch klug und spammt nicht rund um die Uhr, sondern hält Ruhezeiten ein.

Fake-Accounts hingegen agieren weitestgehend manuell, da diese von Menschen gesteuert werden, die lediglich unter falschem Namen agieren. Dies ist natürlich ungleich aufwändiger, jedoch sind die Antworten und Kommentare sinnvoller und logischer. Mit Scripten und Tools hingegen (so wie beispielsweise Hootsuite) werden Social Media Aktivitäten geplant. Man kann verschiedenen Accounts und Auftritte koordinieren und somit einfacher arbeiten, was oftmals von Firmen genutzt wird.

Nach außen hin sind diese Erscheinungen nur schwer zu unterscheiden, hier ist die Beobachtungsgabe gefragt und genau dazu schauen wir direkt ein paar sehr häufig zu findende Profile aus der Veröffentlichung von “We’re watching you” an.

Junge hübsche Frauen: ein „Jeanne d’Arc Prinzip“?

Die Administratoren der Gruppen sind fast durchgehend gleich, es tauchen überall die gleichen Namen auf. Hierbei zupfen wir uns direkt drei Profile heraus, die sich als Frau darstellen. Ein weit verbreitetes Indiz für Fake-Accounts oder Bots ist die Profildarstellung junger Frauen, die in kurzen Intervallen politische Inhalte veröffentlichen. Die Profilbilder zeigen hübsche, selbstbewusste, aber auch kraftbetonte Frauen. Schaut man sich die Namen der Administratoren der veröffentlichten Liste von “We’re watching you” an [3], so sieht man hier verschiedene, immer wiederkehrende Profile, die sich mit weiblichen und selbstbewussten Bildern schmücken.

Diese Fotos stellen jedoch NICHT die vorgegebene Person dar, was für Bots wiederum recht typisch ist. Diese Bilder stammen meist wahllos aus dem Netz. Parallelen aus den Profilen mit Administratorfunktionen:

Diese drei beispielhaft angeführten Profile teilen nicht nur untereinander rege die Beiträge, sondern weisen in der Art ihrer Veröffentlichungen ebenso ein Botverhalten auf: die Intervalle zwischen den geposteten Inhalten sind kurz, die Aktivität unter den Inhalten ist oftmals gar nicht vorhanden und dennoch wird munter weiter gepostet. Ferner werden Antexte oder gar ganze Inhalte von Artikeln beim Posten übernommen, eine kreative Reflexion der Inhalte in den Statusmeldungen findet nicht statt.

Zudem bilden weibliche Botprofile einen Sonderfall: die sexy, smarten und selbstbewussten Darstellungen werden von vielen Nutzern als glaubwürdiger empfunden. In gewisser Weise schwingt hier auch ein ikonenhaftes „Jeanne d’Arc Prinzip“ mit: die heroisch kämpfende Frau, welche die Sympathien der Mitmenschen erlangt. Dennoch lassen diese sich teilweise auch recht schnell enttarnen: das tolle Profilbild findet sich an anderen Stellen im Netz wieder. Eine Bildersuche über Suchmaschinen bringt recht zügig Ergebnisse. Maria dürfte keine reale Maria sein (Googleergebnis), zumindest das gewählte Bild stellt sie nicht dar.

Kommen wir hier weder auf die drei oben gezeigten Profile zurück: alle drei Profile sind Administratoren von nahezu allen der durch “We’re watching you” untersuchten Gruppen auf Facebook. Bei den Gruppen handelt es sich jedoch nicht um offizielle Gruppen der AfD, sondern um private Gruppen. Daher gilt das in dieser Instanz nicht als Einsatz eines parteigesteuerten Einsatzes von Bots, obschon die inhaltliche Tendenz hierbei eindeutig ist.

Ebenso auffällig bei all den jeweiligen Administratorprofilen: sie haben tausende von Freunden in ihrer Liste, einige von ihnen haben sogar die Obergrenze von 5000 Freunden erreicht. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Bots versenden Freundschaftsanfragen. Diese Anfragen bekommen zumeist die Mitglieder der diversen Gruppen, da man sich hier recht sicher sein kann, dass es sich um gleichgesinnte Profile handelt.

Gleichzeitig versenden Bots dementsprechend auch Freundschaftsanfragen an Bots.

Offensichtlich: Scriptgesteuert

Anders sieht die Sachlage jedoch auf Twitter aus. Hier lässt sich recht deutlich der Einsatz von Scripten nachweisen, die auf Basis der Twitter / Facebook Api handeln. Inhalt UND Zeitpunkt der Veröffentlichung ist in diesem Fall identisch:

Sprich: hier kommen zweifelsohne bereits die angekündigten Tools im Social-Media-Bereich zur Geltung, wem letztendlich die beschriebenen Accounts auf Facebook gehören, ist jedoch schwer zu sagen.

Zudem gibt es Beobachtungen, dass diverse Themen und Hashtags auch von international agierenden Bots bedient werden. Mit dem Hashtag #PatrioSphere wird über Social Bots auf Twitter in großem Stile gespammt und auf den Blog patriotsphere.tumblr.com/ verwiesen. Diese Seite trägt den Untertitel “WE RADICALLY REJECT MODERNISM, GLOBALISM, LIBERALISM. WE SUPPORT MARINE LE PEN (FN), FRAUKE PETRY (AFD), NORBERT HOFER (FPO), GEERT WILDERS (PVV).”

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Warum Social Bots?

Social Bots sind eine virtuelle Armee, sie “obsiegen” im Netz aufgrund ihrer Masse. Und eben wegen dieser zahlenmäßigen Überlegenheit spiegeln sie ein verkehrtes Bild der Realität. Das wird schon allein bei der Darstellung der diversen Gruppen durch “We’re watching you” deutlich: die manuelle Betreuung der vielen Gruppen, sowie zudem auch die hohe Taktung an Veröffentlichungen auf den eigenen Profilen setzt einen hohen Grad an Koordination, Zeitaufwand und auch Struktur voraus, der von Privatpersonen kaum vollbracht werden kann.

Bots und Scripte können diesen Einsatz jedoch problemlos bewältigen. Dennoch ist der Einsatz von Bots ein Mittel der Manipulation, gegen deren Einsatz wir uns deutlich aussprechen! Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Einsatz aus wirtschaftlichen Zwecken auf Dating-Plattformen oder in Rezensionsspalten handelt, oder mit politisch-manipulativen Zielen. Der Schutz des Menschen im Internet ist unser oberstes Ziel, daher ist ein Kampf gegen Bots die logisch zwingende Konsequenz. Insofern war diese Umsetzung unserer Ankündigung zur Jagd auf Bots eine logische Konsequenz. Wir werden weiterhin beobachten, wo Bots zum Einsatz kommen.

An dieser Stelle sehen wir auch die verantwortlichen Betreiber von sozialen Netzwerken in der Pflicht: Bots müssen als solche auch meldbar werden und sich einer Prüfung unterziehen lassen müssen. Bots müssen, so wie Menschen, auch auf Klarnamen geprüft werden dürfen. Es muss eine gesonderte Option zum Melden von Bots geschaffen werden, so dass die Betreiber (Facebook/Twitter etc.) auf Botmerkmale UND Klarnamen prüfen.

NoBot ist die klare Ansage: NEIN, wir wollen nicht durch Bots manipuliert werden.

Weiterführende Inhalte:

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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