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Sonntag, 5 Dezember 2021

Achtung: Smartphone-Ortungsdienste führen in Abo-Falle

Sie haben Ihr Handy verloren – was nun? Eine Google-Suche nach „Handyortung“ ergibt über 1,5 Millionen Treffer. Apps und Services zur Handyortung erfreuen sich großer Beliebtheit.

Doch Vorsicht vor „gratis“ Smartphone-Ortungs-Apps wie www.locating.mobi, www.geolite.mobi, www.goandfind.online. Diese führen in eine Abo-Falle. Dies berichtet unser Kooperationspartner der Watchlist-Internet.

Um das Service zu nutzen, sollen nur 50 Cent gezahlt werden, doch einige Tage oder Wochen später folgen weitere Abbuchungen. Die Abbuchungen passieren unerwartet, da die Kostenhinweise fehlen oder nicht korrekt umgesetzt sind.

Buttonlösung missachtet

Das Muster der versteckten Kostenhinweise ist bei allen gemeldeten Smartphone-Ortungsdienst-Anbietern zu finden. www.locating.mobi, www.geolite.mobi und www.goandfind.online sind sehr ähnlich aufgebaut und weisen alle nicht klar auf die entstehenden Kosten hin. Doch es gelten strenge gesetzliche Regeln für die Gestaltung von Bestellseiten. So ist beispielsweise geregelt, dass nochmals alle Waren inklusive wesentlicher Merkmale, alle entstehenden Kosten und Vertragslaufzeiten sowie die dazugehörigen Kündigungsbedingungen unmittelbar über dem Bestellbutton dargestellt sein müssen. Auch der Button zum Bestellabschluss selbst muss so benannt sein, dass klar und deutlich aus ihm hervorgeht, dass durch Klick zahlungspflichtig bestellt wird. All diese Regelungen werden hier missachtet, was zu einer Ungültigkeit vermeintlich abgeschlossener Verträge führt. Sie sind also nicht an den Vertrag gebunden und sämtliche Abbuchungen versteckter Kosten erfolgen unberechtigt.

Was können Sie nach einer Bestellung tun?

Setzen Sie sich mit dem Anbieter in Verbindung, erklären Sie die Ungültigkeit des Vertrages und fordern Sie eine Rückbuchung der bisher abgebuchten Beträge.

Sollte dies erfolglos bleiben, setzen Sie sich mit Ihrem Kreditkartenanbieter in Verbindung, um unter Verweis auf den genauen Sachverhalt das weitere Vorgehen zu besprechen und um eine Rückerstattung der abgebuchten Beträge zu ersuchen. Beträge, die ohne Ihre Zustimmung abgebucht wurden (z.B. Beträge, auf die beim Kauf nicht ausreichend hingewiesen wurde), sind gemäß § 67 Zahlungsdienstleistungsgesetz 2018 von Ihrem Zahlungsdienstleister zurückzuerstatten. Versuchen Sie auch den Abo-Anbieter für weitere Abbuchungen von Ihrer Kreditkarte zu sperren, sofern dies möglich ist.

! Achtung: Handyortung ist nur in Ausnahmefällen und auch da nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Person, deren Handy geortet werden soll, erlaubt! Orten Sie das Mobiltelefon einer anderen Person, ohne deren ausdrückliche Zustimmung, machen Sie sich strafbar.

Sind Sie von Stalking betroffen?

Wie kann ich verhindern, dass mein Handy ohne mein Wissen geortet wird? Das geht relativ einfach, jedoch verzichtet man dadurch auf einige wichtige Funktionen des Smartphones. Geht das Handy verloren, kann es über die Funktion „Mein Gerät finden“ (für Android) oder „Mein iPhone suchen“ (für iOS) gefunden werden. Diese Funktionen teilen aber auch Hackern oder Stalkern den Aufenthaltsort mit. Um dies zu verhindern, schalten Sie die Geräteauffindung aus und stellen Sie sicher, dass niemand Zugriff auf Ihr Google oder iCloud-Konto hat.

Sind Sie sich nicht sicher, ob andere Zugriff auf Ihr Passwort hatten oder Sie von Tracking betroffen sein könnten, setzen Sie Ihre Geräte auf die Werkeinstellungen zurück. Es gibt auch Softwarelösungen um herauszufinden, ob Ihr Handy getrackt wird, wie den Tracking-Scan von Kaspersky.

Stalking ist kein Kavaliersdelikt, sondern wird als beharrliche Verfolgung nach Paragraf 107a Strafgesetzbuch bestraft.

Da Stalking große Auswirkungen auf das gesamte Leben hat, ist es sinnvoll sich Hilfe zu holen, wenn Sie von Stalking betroffen sind. Bleiben Sie nicht alleine – holen Sie sich Hilfe, beispielsweise in einem Gewaltschutzzentrum: https://www.gewaltschutzzentrum.at/.


Quelle: Watchlist-Internet


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