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Samstag, 27 November 2021

Langfristiger Gebrauch von Schutzmasken führt nicht zu Lungenkrebs

Rauchen kann zu Lungenkrebs führen, das ist bekannt. Nun aber auch der Gebrauch von Schutzmasken? Nein!

Bestimmte Seiten, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, Falschnachrichten zu verbreiten (und damit rechnen, dass ihre Leserschaft sich ohnehin keine Quellen anschauen), verbreiten die Behauptung, dass die Studie in einer renommierten Seite den Beweis erbringe, der Gebrauch von Schutzmasken würden zu Lungenkrebs führen.

Der Artikel wird auch in Textform auf Facebook verbreitet:

Die Behauptung als Text und als Artikel
Die Behauptung als Text und als Artikel

Eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift „Cancer Discovery“ soll zeigen, dass der langfristige Gebrauch von Schutzmasken zu Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium beiträgt.

Ein Blick in die Studie

Netterweise wird zumindest in den Artikeln, die voneinander kopiert wurden, mal mehr (wie im Screenshot des obingen Artikels), mal weniger offensichtlich auf die Studie verlinkt, so dass wir einfach mal selbst einen Blick darauf werfen können.

Die Studie selbst erschien im Februar 2021 in der Druckausgabe von Cancer Discovery (siehe HIER), Artikel über die Studie erschienen bereits im November 2020 auf AZO Life Sciences (siehe HIER) und AACR (siehe HIER).

Das Thema der Studie: „Dysbiose der unteren Atemwege beeinflusst das Fortschreiten von Lungenkrebs“. Es geht darin um den möglichen Einfluss von Bakterien in der Lunge auf die Entstehung von Krebs.

An keiner Stelle wird jedoch in der Studie das Tragen von Schutzmasken als Auslöser von Lungenkrebs erwähnt!

Was sagen Experten zu der Behauptung?

AFP wandte sich an einige Experten und den Co-Autor jener Studie aufgrund der Behauptung.

Der Co-Autor der Studie, Dr. Leopoldo Segal, teilte AFP in einer E-Mail mit:

„Unsere aktuelle Studie befasst sich nicht mit dem Tragen von Masken, und es gibt keine wissenschaftliche Begründung oder Beweise, die die falsche Vorstellung unterstützen, dass das Tragen von Masken die Menge an oral aufgenommenen Bakterien erhöht, die in die Lunge gelangen.“

Dr. Nicole Ezer, Assistenzprofessorin an der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften an der McGill-Universität in Montreal:

„Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Beweise, die darauf schließen lassen, dass Masken das Risiko von Lungenkrebs erhöhen.“

Dr. Gerard Cox, Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der McMaster-Universität im kanadischen Hamilton:

„Es gibt keine plausible Verbindung (Mechanismen der Krebsverursachung) zwischen dem Tragen einer Maske und der Entwicklung von Lungenkrebs.“

Eine ganze Gruppe von Gesundheitswissenschaftlern (siehe HIER) veröffentlichten zu der Behauptung ein Statement (siehe HIER):

„Das Tragen einer Gesichtsmaske stellt kein erhöhtes Krebsrisiko für Sie dar. Es gibt keine aktuellen Beweise, die die Verwendung von Gesichtsmasken mit Krebs in Verbindung bringen, und die Wissenschaft zeigt, dass etwaige Risiken im Zusammenhang mit dem Tragen von Masken insgesamt gering sind, während die Vorteile hoch sind.

Da die Sauerstoff- und Kohlendioxidmoleküle so winzig sind, verringern Gesichtsmasken weder die Menge an Sauerstoff, die in die Maske gelangt, noch erhöhen sie die Menge an Kohlendioxid, die in der Maske verbleibt. Folglich stören Gesichtsmasken nicht den pH-Wert des Körpers, beeinflussen nicht den Blutkreislauf und verändern den Körper nicht in einer Weise, die ein höheres Krebsrisiko mit sich bringt.“

Fazit

In der erwähnten Studie, die angeblich den Beweis erbingen soll, dass Schutzmasken das Krebsrisiko erhöhen, wird überhaupt gar nicht auf Schutzmasken eingegangen.

DIe Behauptung entstand wahrscheinlich aus der Schlussfolgerung, dass Bakterien in der Lunge das Krebsrisiko möglicherweise erhöhen und durch die Schutzmaske bestimmt Bakterien in die Lunge gelangen, die dann Krebs auslösen.

Eine wissenschaftlichen Beweis für diese Behauptung gibt es jedoch nicht!

Weitere Quelle: AFP Faktencheck
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