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Mittwoch, 19 Januar 2022

Schlaganfall-Symptome immer ernst nehmen – Tipps für die COVID-19-Impfung

Seh- und Sprachstörung; ein hängender Mundwinkel oder Lähmungserscheinung auf einer Körperhälfte? Erkennen Sie die Symptome eines Schlaganfalls?

Der Chefarzt der Klinik für Neurologie an der Zentralklinik Bad Berka, PD Dr. Albrecht Kunze, empfiehlt auch in der aktuellen Situation besonders sensibel im Umgang mit Schlaganfall-Symptomen zu sein.

Schlaganfall-Symptome und Covid-19

„Wir wissen, dass Viruserkrankungen das Auftreten von Schlaganfällen begünstigen. Viren können Nerven und Gefäße angreifen. Auch das Corona-Virus kann Schlaganfälle hervorrufen – dabei kann der Schlaganfall das alleinige Symptom der Erkrankung sein“, so der Chefarzt.

Aber auch wenn es keine Anzeichen für eine Infektion gibt, sollten plötzliche Symptome wie ein hängender Mundwinkel, eine Sehstörung, die Unmöglichkeit einen Arm zu heben oder eine Sprachstörung immer ernst genommen werden. „Wenn diese Symptome auftreten, müssen die Betroffenen sofort medizinisch versorgt werden. Scheuen Sie sich nicht, den Notruf 112 zu wählen und geben Sie an, dass Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. Je schneller Patienten versorgt werden, desto besser sind die Chancen für den Betroffenen. Das gilt auch in der derzeitigen Situation“, erklärt PD Dr. Kunze. Die Krankenhäuser sind auf die aktuelle Situation vorbereitet und es besteht kein Anlass zur Sorge.

Schlaganfall vermeiden

Rund 70 Prozent der Schlaganfälle sind vermeidbar. Zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall gehören Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum und Stress. „Ein Schlaganfall kann jeden treffen, es ist keine reine Alterskrankheit. Mit einem gesunden Lebensstil kann jeder vorbeugen“.

PD Dr. Albrecht Kunze rät Patienten sich aufgrund des höheren Risikos für einen schweren Verlauf einer COVID19-Erkrankung, impfen zu lassen.

„Bei der Impfung sollten sich halbseitig gelähmte Patienten in den gesunden Arm impfen lassen, weil der Lymphabfluss dort besser funktioniert. Ein erhöhtes Risiko für Impfnebenwirkungen besteht nach aktueller Erkenntnislage nicht. Patienten, die allerdings Gerinnungshemmer einnehmen, sollten dies dem Impfmediziner mitteilen, weil eine erhöhte Gefahr von Einblutungen besteht, bzw. sollte auch eine längere Nachbeobachtungszeit von bis zu einer halben Stunde eingehalten werden“, erklärt PD Dr. Kunze.

Quelle: PP/ RHÖN-KLINIKUM AG
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