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Donnerstag, 20 Januar 2022

Scheidung, weil ungeimpft: Impfgegner starteten Kampagne

Eine Frau möchte sich scheiden lassen, weil ihr Mann ungeimpft ist. – Familiendrama oder Impfgegner-Kampagne?

Die Erfahrung, dass es mittlerweile zwischen Freunden und auch innerhalb von Familien immer wieder zu Diskussionen kommt, wenn das Thema COVID-Impfung angeschnitten wird, müssen wir leider alle seit einiger Zeit machen.

Während viele Menschen sich bemühen, auch trotz unterschiedlicher Haltungen zum Thema COVID-Impfung weiterhin befreundet zu bleiben und guten Umgang zu pflegen, „entfreunden“ oder blockieren andere ihre Freunde in sozialen Medien. Manche entscheiden sich sogar dazu, sich auch „live“ besser nicht mehr zu sehen oder den Kontakt zumindest eine Zeit lang ruhen zu lassen.

Nun liest man von einem besonderen Fall, in dem eine Ehe ihr Ende findet, weil ein Ehepartner sich nicht impfen lassen möchte.

Screenshot Twitter
Screenshot Twitter

„Frau möchte sich scheiden lassen. Mit mir als #Ungeimpften kann man nirgends hin. Familie kaputt. Weihnachten alleine. Danke für nichts.“

Autsch. Die Antwort auf einen Kommentar zu diesem Tweet zeigt, dass hier Schuldige gesucht werden.

„Das ist leider kein Fake. Mir geht es nicht um Mitleid. Ich will nur aufzeigen, was diese Verbrecher alles ermöglichen.“

Dass dieser Scheidung jedoch eher eine – seine – persönliche Entscheidung zugrunde liegen könnte, wird hier mal ausgeschlossen.

Der Twitter-Account, auf dem dieser Beitrag auftaucht, wurde im August angelegt. Seither veröffentlicht der Nutzer hier Postings gegen Corona-Maßnahmen und auch Falschinformationen sowie Verschwörungsmythen.

Wem steht jetzt tatsächlich eine Scheidung ins Haus?

Es wirkt, als wäre dieser Mann nicht allein mit seinem Schicksal. Hunderte Tweets mit haargenau demselben Text wurden veröffentlicht. Nicht nur retweetet, sondern auch kopiert und neu veröffentlicht. Einige davon hat ein Twitter-User gesammelt.

Wer hier wirklich der Urheber dieses Postings ist, ist somit schwer auszumachen. Einige der Postings sind auf Twitter auch nicht mehr zu finden, möglicherweise haben die Plattform-Betreiber bereits reagiert.

Es liegt nahe, dass es sich hier nicht um ein Einzel-Schicksal, sondern vielmehr um eine organisierte Impfgegner-Kampagne handelt.

Satirische Varianten

Der Tweet wurde mittlerweile auch für satirische Abwandlungen verwendet, in denen nicht die COVID-Impfung ausschlaggebend für eine Scheidung ist, sondern beispielsweise die Vorliebe, Erdnussflips im Bett zu essen oder Pizza Hawaii zu mögen.

Dass es in Familien tatsächlich zu tragischen Handlungen kommt, zeigt dieser Fall: Wegen gefälschten Impfpass: Mutmaßlich sich und seine Familie getötet!

Quelle: Standard


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