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Warum es die Scams mit dem nigerianischen Prinzen immer noch gibt

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Fast jeder kennt den nigerianischen Prinzen, fast jeder weiß, dass es ein Scam ist. Doch warum gibt es diesen Scam überhaupt noch?

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Schon seit meinen ersten Schritten im Internet, noch im alten Jahrtausend, begegnete er mir immer wieder. Neben Mails, die mir sagten, dass mein Penis zu klein ist (woher wissen die das??) und mir billig „[email protected]“ und ähnliche Potenzmittel anboten, tauchte auch der nigerianische Prinz immer wieder auf.

„Bitte nimm mein Geld!“

Meistens auf Englisch, manchmal aber auch im gebrochenen Deutsch erzählte mir dieser nigerianische Prinz in seinen E-Mails, dass er sein Vermögen dringend nach Europa transferieren müsse. Und als Transferpartner hat er MICH auserwählt!

Ich solle ihm doch mein Konto bitte zur Verfügung stellen, als Dankeschön bekäme ich einen Teil seines Millionenvermögens. Ich Glücklicher! Gut, dass ich in dem einen Forum mal meine E-Mail Adresse hinterlassen habe, so hat er mich bestimmt gefunden!

Ja klar! Her mit dem Zaster! Lass mich in Geld schwimmen, oh du unbekannter Prinz aus dem fernen Nigeria! Natürlich helfe ich dir gerne! Ich bin ja sozial! Und mir reichen auch schon 8 Millionen, es müssen gar keine 10 Millionen sein. Ich bin ja bescheiden!

Diese dumme Bürokratie

Leider bekomme ich das Geld nicht einfach so. Dieses Bankzeugs ist aber auch kompliziert! Könnte der Prinz mir das Geld nicht einfach per PayPal schicken?

Neeee, ich bekomme erst einmal eine weitere Mail, die ich beantworten muss:
Name, Alter, Wohnort, Telefonnummer, Kopie des Personalausweises, am Besten noch eine Blutprobe und dem Versprechen, meinen Erstgeborenen nach ihm zu benennen.
Mach ich alles! Auch wenn es ein Mädchen wird!

Oh, und Geld soll ich auch noch schicken. Erst nur ein paar hundert Euro, später ein paar Tausend. Angeblich Notargebühren und Verwaltungskosten. Mach ich alles. Sind doch Peanuts gegen das Millionenvermögen, das mich erwartet!

Geld bekomme ich nie!

Irgendwann ist er still, der Prinz. Keine Mail mehr. Kein Kontakt mehr möglich. Meine liebevollen Mails kommen als unzustellbar zurück. Ich bin traurig. Wo bleibt mein Reichtum? Immerhin hab ich meinem Chef schon den Stinkefinger zeigend meine Kündigung auf den Schreibtisch gepfeffert!

Natürlich bekomme ich nie das Geld. Ich nicht und auch niemand anderes. Denn es handelt sich um eine Betrugsmasche, die schon existiert, seit es E-Mails gibt.
Ich bin mir sicher, dass in der ersten E-Mail, die je geschrieben wurde, „lo.“ stand, die zweite E-Mail aber mit „Hello friend, I am a prince from Nigeria“ begann.

Warum gibt es diesen Scam überhaupt noch?

Dahinter steckt eine einfache und brutale Logik:
Wer auf so etwas heute noch reinfällt, dem kann man alles weismachen!

Ein solcher Mailverkehr beinhaltet einen ziemlichen Zeitaufwand seitens der Betrüger, denn dem Opfer muss glaubwillig gezeigt werden, dass das Angebot „echt“ sei: Fantasiedokumente müssen erstellt werden, einige persönliche Zeilen, dazu noch die Glaubhaftmachung, dass das Opfer nochmal unbedingt 500 € an ein Konto in Afrika überweisen müsse.

Und da der Zeitaufwand so hoch ist, müssen die Betrüger sicher gehen, dass ein potentielles Opfer nicht nach 10 oder 15 Mails kalte Füße bekommt und wieder abspringt. Sie müssen sicher sein, einen absolut naiven Menschen in die Falle zu locken.

Und deswegen auch diese absolut offensichtliche Betrugsmasche:
Es liegt im Interesse der Betrüger, gleich von Anfang an die Leute auszusortieren, die nicht auf den Scam hereinfallen. Nur die absolut Naivsten dürfen übrig bleiben, denn bei denen ist sicher gestellt, dass aus ihnen Geld herauszuholen ist.

Die Masche mit dem „nigerianischen Prinzen“ mag noch so unoriginell und alt sein, aber genau das ist auch ihr Vorteil. Wenn von 10.000 versendeten Mails auch nur einer darauf eingeht, hat es sich schon gelohnt.

Denn solchen Leuten kann man dann alles weismachen und sie um ihr Erspartes bringen.
Die werden alles glauben und alles zahlen.

Denn immerhin antworteten sie auf die Mail eines nigerianischen Prinzen!

Wenn einem sehr langweilig ist, kann es sich auch zum Hobby machen, solchen Scams zu antworten und damit den Betrügern die Zeit zu stehlen, wie der Comedian James Veitch eindrucksvoll zeigt:

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Weitere Quelle: That’s Nonsense
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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