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Mit 69 Teilen zur Reichsflugscheibe!

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Kein Fake: Revell verkaufte mythisches Nazi-UFO als Bausatz.

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Kann man machen. Revell ist ja nicht grundsätzlich dazu gezwungen, lediglich Modelle mit realen Vorlagen herzustellen. So findet man im Revell Sortiment ja auch die Colonial Viper (Revell Nr. 04988) oder für die kleinen Imperatoren den Imperial Star Destroyer (Revell Nr. 04988) mit der Expertenstufe Level 1.

Insofern … warum also nicht auch mal eine Reichsflugscheibe „Haunebu II“, die es nie gegeben hat und ein Teil der Naziverehrung darstellt, auf den Markt bringen?

Was ist denn bitte nun ein Haunebu?

Viele Menschen werden sich jetzt mit gerunzelter Stirn fragen, was denn ein Haunebu überhaupt ist. Dazu muss man zweigleisig erklären. Zunächst die Erklärung , WAS ein Haunebu sein soll. Bei einem Haunebu handelt es sich um eine sogenannte Reichsflugscheibe. Also einem experimentellen und technisch weit überlegenen Luftfahrzeug, welches angeblich über 6000km/h schnell sei, weltraumtauglich sei und mit „Kraftstrahlkanonen” bewaffnet wäre.

Diese Reichsflugscheibe wären gemäß Mythos vom Dritten Reich entwickelt worden sein. Neben dem Haunebu gab es auch weitere Reichsflugscheiben, wie zum Beispiel die Modelle mit dem Namen Vril. Technisch gesehen sollen laut Mythos diese Flugscheiben überragend gewesen sein und allen anderen Staaten weit voraus. Entwickelt wurden sie angeblich von diversen Geheimorganisationen, die durch außerirdische Arier aus dem Aldebaran-System inspiriert wurden, Dr. Axel Stoll lässt grüßen.

Kommen wir an dieser Stelle daher nahtlos zu der zweiten Erklärung, was ein Haunebu ist. Ein Haunebu ist Teil einer mythisch-verklärerischen Naziverehrung auf Basis der Wunderwaffen-Propaganda. Das Haunebu transportiert eine verklärte Ideologie und den Mythos des überlegenen Ariers mit der Supertechnik, die andere Völker nicht haben. Diese Ideologien und Verehrungen finden zudem in einem Universum voller Verschwörungstheorien, angefangen von der hohlen Erde, Neuschwabenland, den Ariern von Aldebaran und freien Energien.

Diese Haunebus sollen gemäß des Mythos also in einer unterirdischen Polarbasis in der Antarktis stationiert sein, in welche die deutsche Führungselite zum Ende des zweiten Weltkriegs geflüchtet sind. Diese Polarbasis ist nach Angaben einiger Theorien sogar ein Eingang in die hohle Welt, in der Neu-Berlin liegt und bis heute die Waffen SS mit ihren Reichsflugscheiben darauf wartet. die zionistisch kontrollierten Länder unter Führung der USA anzugreifen. Spätestens an dieser Stelle bemerkt man, dass ein Haunebu nicht einfach nur ein fiktives Plastikmodell zum Nachbauen ist, sondern auch symbolisch eine ganz bestimmte Ideologie transportiert.

Hier stürzen viele schwierige und teils auch sehr rechts-esotherische Verschwörungstheorien in einen Pool und vermischen sich. Insofern ist ein Haunebu nicht einfach nur eine leichte Kost in 69 Teilen, sondern eher ein sehr schwere Ideologie.

Produktion eingestellt

Natürlich kann man an dieser Stelle Vergleiche zwischen Sci-Fi Modellen und dem Haunebu ziehen. Natürlich muss Revell auch kein Geschichtslehrer spielen und darauf aufmerksam machen, dass es sich um ein fiktives Modell handelt. Machen sie ja bei den anfangs beschriebenen Modellen auch nicht. Weder bei einer Colonial Viper, noch auf dem Star Destroyer findet sich ein Hinweis, dass diese Modelle keine reale Vorlage haben. Warum dann beim Haunebu?

Der Unterschied dürfte hier jedoch in der Symbolfracht liegen, mit 69 Teilen zum NS-Wunderwaffen-Mythos. Inwiefern Revell das berücksichtigt hat, bleibt so weit unerklärt. Aus einem Artikel der FAZ über dieses Thema entnimmt man, dass Revell diesen Bausatz nicht weiter herstellen wird:

Revell werde das Produkt nicht weiter herstellen und es aus dem eigenen Vertrieb nehmen, sagte eine Sprecherin: „Die Kritik ist natürlich absolut berechtigt.“

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Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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