Aktuelles Regenbogenfahne zerrissen: Anti-Corona-Demo in Wien

Regenbogenfahne zerrissen: Anti-Corona-Demo in Wien

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Zerrissene Regenbogenfahne sorgt für Kritik: Nicht nur in Berlin gab es eine Demonstration gegen die Coronamaßnahmen, sondern auch in Wien.

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Am letzten Samstag, den 5. September 2020, sind die Demonstrationen gegen die Coronavirusmaßnahmen auch in Wien in das öffentliche Interesse gerückt. Dabei gelangte ganz besonders eine Szene in den Fokus, auf der Bühne wurde von einer Rednerin eine Regenbogenfahne zerrissen. Die Regenbogenfahne und die Herzen darauf wurden dabei als Pädophilensymbol gedeutet. Wörtlich hieß es dazu:

„Ihr seid kein Teil unserer Gesellschaft. Wir müssen unsere Kinder gegen Kinderschänder schützen“

Dieser symbolkräftige Akt geriet dabei stark in die Kritik. Nach Angaben verschiedener Teilnehmer habe dieser Akt jedoch nichts mit Hass auf Homosexualität zu tun, sondern es ginge um die Symbolik der „Herzen im Herzen“ (welche auf der Regenbogenfahne zu sehen gewesen wären), die angeblich ein Geheimzeichen und Pädophilensymbol seien.

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Der Akt des Zerreißens sollte auf diese Symbolik aufmerksam machen. In diesem Zusammenhang wird auch von rituellem Kindesmissbrauch gesprochen, bewiesen werden können diese Vorwürfe jedoch nicht.

Das Problem mit Demonstrationen und Verschwörungsmythen.

Grundsätzlich ist es ja gar kein Problem, an den Coronamaßnahmen Kritik zu üben. Auch Demonstrationen gegen Coronamaßnahmen sind vollkommen in Ordnung. Eine Demokratie lebt davon, dass Menschen unterschiedlicher Ansicht sind. Das Problem an dieser Stelle ist jedoch, dass sich zwischen unterschiedliche Ansichten auch Verschwörungsmythen mischen. Denn was haben unbewiesene Vorwürfe zu rituellem Kindesmißbrauch mit einer Demo gegen Coronamaßnahmen zu tun?

Man hat bei den Rednern recht deutlich gehört, dass sie auf eine gewisse Symbolik hingewiesen haben, die ein Zeichen für rituellen Kindesmißbrauch sei, welches weltweit an verschiedenen Orten angebracht werde. Gleichzeitig, und an dieser Stelle wird es gefährlich, erfolgt der Hinweis, dass all jene, die diese Symbolik tragen, „Kinderschänder“ unterstützen würden.

Verschwörungsmythen entbehren in der Regel einer evidenzbasierten Grundlage. Und das ist genau hier der Fall: wenn die Regenbogenfahne, bzw. die Herzen unbewiesen als Pädophilensymbol gedeutet werden, haben wir keine Beweisgrundlage mehr vorliegen. Vielmehr zeigt sich hier wieder die vierte Eskalationsstufe der Verschwörungsmythen innerhalb der Coronakrise:

Falschmeldungen und Mythen, die zuvor größtenteils auch auf Social Media unterwegs waren, werden hier in die Realität getragen und zeigen sich beispielsweise auf Demonstrationen. Der Vorwurf, die Herzen auf der Regenbogenfahne wären ein Pädophilensymbol, ist stark verwandt mit den klassischen Ritualmordlegenden.

Ritualmordlegenden beinhalten häufig die Narrative von Gewalt durch kleine elitäre Kreise gegenüber Kindern. Dieses Narrativ wird auf verschiedenen Ebenen transportiert und beinhaltet an dieser Stelle den Bedeutungsrahmen in der Aussage, dass die Herzen auf der Regenbogenfahne ein Pädophilensymbol seien und die kleine elitäre Menge, welche sich an Kindern vergeht, durchaus als homosexuelle Menschen interpretiert werden kann (zum Thema Ritualmordlegenden empfehlen wir unseren gleichnamigen Artikel HIER).

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Häufig errichten Verschwörungsmythen natürlich auch ein Feindbild. In einem weiteren Schritt wird dieses Feindbild entmenschlicht. Und das geschieht genau an dieser Stelle: die Gegner, in diesem Fall alle Menschen, die unter der Regenbogenfahne gebündelt dargestellt werden, werden entmenschlicht, indem sie als Pädophile bezeichnet werden. Das Resultat daraus ist, dass die Hürde zum Angriff auf diese Menschen sinkt.

Ermittlungen stehen an

Das Zerreißen der Regenbogenfahne, sowie die Behauptung, es handele sich um ein Pädophilensymbol, haben nun auch die Wiener Polizei auf den Plan gerufen. Die Polizei ermittelt wegen Verhetzung.

Symboldbild Regenbogenfahne von lazyllama / Shutterstock.com

 

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