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Bitte träumen Sie weiter. Die Rede der australischen Ministerin Julia Gillard

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Mit Blick auf den Anschlag in Berlin ist es natürlich durchaus verständlich, dass viele Menschen härtere Worte aus der Politik fordern. Wenn es dann auch noch Worte sind, die den Anschein bereits existieren, dann wünscht man sich durchaus umso mehr, dass diese nochmals gezeigt werden.

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So wie die Worte, welche seit langer Zeit bereits der australischen Ministerin Julia Gillard in den Mund gelegt werden. Richtig gelesen: in den Mund gelegt. Die folgenden Sätze, welche derzeit erneut häufig auf Facebook zu lesen sind, wurden in dieser Weise und von dieser Person nie ausgesprochen. Hinweis: es geht hier nicht um den Inhalt an sich. Den kann und darf jeder für sich selbst einstufen. Es geht einzig darum, dass diese Sätze NICHT von der australischen Ministerin stammen.

image

Es handelt sich um diesen Statusbeitrag:

Solche Politiker fehlen Europa !!!

Rede der australischen Ministerin Julia Gillard

Le droit de partir …..!!

Muslime, die unter dem Islamischen Gesetz der Sharia leben wollen, wurden angewiesen Australien zu verlassen, da die Regierung in ihnen Radikale sieht, die mögliche Terroranschläge vorbereiten.
Außerdem zog sich Gillard den Zorn von einigen australischen Muslimen zu, da Sie unterstrich, geheimdienstliche Aktivitäten zum Ausspionieren der Moscheen in seinem Land zu unterstützen.
Wörtlich sagte Sie:
„EINWANDERER, NICHT AUSTRALIER, MÜSSEN SICH ANPASSEN“.
Akzeptieren sie es, oder verlassen sie das Land.
Ich habe es satt , dass diese Nation sich ständig Sorgen machen muss, ob sie einige Individuen oder deren Land beleidigt.
Seit den terroristischen Anschlägen auf Bali spüren wir einen zunehmenden Patriotismus bei der Mehrheit der Australier.
Diese Kultur ist in über zwei Jahrhunderten gewachsen, geprägt von Gefechten, Prozessen und Siegen von Millionen von Frauen und Männern, die alle nur Frieden gesucht und gewollt haben.
Wir sprechen überwiegend ENGLISCH, nicht Spanisch, Libanesisch, Chinesisch, Japanisch,Russisch, Italienisch, Deutsch oder andere Sprachen.
Deswegen, wenn ihr Teil unserer Gesellschaft werden wollt …. lernt unsere Sprache!
Die meisten Australier glauben an Gott.
Es sind nicht einige wenige Christen, es ist kein politisch rechter Flügel, es ist kein politisch motivierter Zwang, nein,es ist eine Tatsache, denn christliche Frauen und Männer, mit christlichen Prinzipien, haben diese Nation gegründet, und dies ist ganz klar dokumentiert.
Und es ist sicherlich angemessen, dies an den Wänden unserer Schulen zum Ausdruck zu bringen.
Wenn Gott euch beleidigt, dann schlage ich euch vor einen anderen Teil dieser Welt als eure neue Heimat zu betrachten, denn Gott ist Teil UNSERER Kultur.
Wir werden eure Glaubensrichtungen akzeptieren, und werden sie nicht in Frage stellen.
Alles was wir verlangen ist, dass ihr unseren Glauben akzeptiert, und in Harmonie, Friede und Freude mit uns lebt.
Dies ist UNSERE NATION, UNSER LAND und UNSER LEBENSSTIL, und wir räumen euch jede Möglichkeit ein, all diese Errungenschaften mit uns zu genießen und zu teilen.
Aber wenn ihr euch ständig beschwert, Mitleid sucht,unsere Fahnen verbrennt, unseren Glauben verurteilt, unsere christlichen Werte missachtet, unseren Lebensstil verurteilt, dann ermutige ich euch einen weiteren Vorteil unserer großartigen australischen Demokratie und Gesellschaft zu nutzen:
DEM RECHT DAS LAND ZU VERLASSEN!
Wenn ihr hier nicht glücklich seit, dann GEHT!
Wir haben euch nicht gezwungen hierher zu kommen.
Ihr habt gebeten hier sein zu dürfen.
Also akzeptiert das Land, das euch akzeptiert hat.“

Darf gerne geteilt werden.

ANALYSE!

Wir kämpfen uns nun mal Absatz für Absatz durch, aber den Ungeduldigen sei schon mal im Voraus gesagt: Keiner der Sätze stammte oder stammt von Julia Gillard. Sie hatte oder hat nie solche oder ähnliche Aussagen getroffen.

Wer ist Julia Gillard?

Da haben wir schon den ersten Fehler. Julia Gillard war tatsächlich Australiens Premierministerin. Von 2010 – 2013. Somit können diese Aussagen schon mal nicht aktuell, sondern müssten drei bis sechs Jahre alt sein. Aber gut, dass alleine widerlegt die Aussage natürlich noch nicht, also schauen wir weiter.

„Muslime, die unter dem Islamischen Gesetz der Sharia leben wollen, wurden angewiesen Australien zu verlassen, da die Regierung in ihnen Radikale sieht, die mögliche Terroranschläge vorbereiten. Außerdem zog sich Gillard den Zorn von einigen australischen Muslimen zu, da Sie unterstrich, geheimdienstliche Aktivitäten zum Ausspionieren der Moscheen in seinem Land zu unterstützen.“

Tatsächlich wurden jene Aussagen, teilweise sinngemäß, von australischen Politikern getätigt. Allerdings nicht von Julia Gillard, sondern im Jahr 2005 vom damaligen Bildungsminister Dr. Brendan Nelson und Premierminister John Howard im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in der Londoner U-Bahn im Juli 2005.

„Wörtlich sagte Sie:
„EINWANDERER, NICHT AUSTRALIER, MÜSSEN SICH ANPASSEN“.
Akzeptieren sie es, oder verlassen sie das Land.
Ich habe es satt, dass diese Nation sich ständig Sorgen machen muss, ob sie einige Individuen oder deren Land beleidigt.
Seit den terroristischen Anschlägen auf Bali spüren wir einen zunehmenden Patriotismus bei der Mehrheit der Australier.
(…)“

Auch diese Worte stammen nicht von Julia Gillard. Ab dem Satz „Akzeptieren sie es…“ bis zum Ende (den ganzen Text wollen wir euch dann doch nicht zumuten) liest man hier die persönlichen Worte und die Meinung des US-Air Force-Veteran Barry Loudermilk, die er in einem Artikel mit dem Namen „This is America. Like it or leave it.“ kurz nach den Anschlägen auf das WTC im September 2001 veröffentlichte. Natürlich findet man in der deutschen Version dieses Artikels nicht mehr die spezifischen Absätze über die USA. Aber auch jene Aussagen sind teilweise falsch, wie damals die Seite „Break the Chain“, quasi der Urgroßvater von Mimikama, eine Seite die sich der Entlarvung von Kettenbriefen („Brich die Kette“) widmete, betonte.

Fazit:

Der Ersteller dieser Facebook-Beiträge müssen weiterhin von solchen Regierungen träumen. Der erste Teil des Postings ist zwar tatsächlich sinngemäß von australischen Politikern, allerdings von 2005, seit damals hat sich die politische Situation in Australien ein ganzes Stück geändert. Und der zweite Teil ist die persönliche Meinung eines US Veteran, der zu jener Zeit provokante Kolumnen schrieb und seine Ansichten zu 9/11 äußerte.

Wer aber nun trotzdem noch dem Beitragsersteller glaubt: Bitte bucht das Flugticket nach Australia. Nicht Austria. Es gibt auch in Österreich schon genug Leute, die Hoaxes verbreiten.

Noch einmal: es geht hier nicht um den Inhalt an sich. Den kann und darf jeder für sich selbst einstufen. Es geht einzig darum, dass diese Sätze NICHT von der australischen Ministerin stammen. Insofern ist es durchaus möglich, die Teile aus dem Text zu entfernen, welche speziell auf Australien und Gillard hinweisen und zu schreiben: ich sehe das so. Dann hätte man zumindest den Fake entfernt.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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