Aktuelles Nein, die Polizei schießt nicht auf Corona-Infizierte

Nein, die Polizei schießt nicht auf Corona-Infizierte

Facebook-Themen

„Maddie“ McCann: Staatsanwaltschaft hat Beweise für ihren Tod

Seit Mai 2007 ist das britische Mädchen verschwunden. Ein 43 Jahre alter Deutscher steht unter Mordverdacht und hatte möglicherweise einen Komplizen. Dieser Inhalt wurde von...

Kann der PCR-Test das Coronavirus gar nicht nachweisen? (Faktencheck)

Der PCR-Test wird immer wieder diskutiert. Kann er das Virus gar nicht nachweisen? Jene Behauptung stammt nicht von irgendeinem Arzt, sondern von einer Virologin: Prof....

Fake-Profil: Ruediger Dahlke verlost kein Geld

Vorsicht: Seit längerem versuchen Betrüger im Namen von Ruediger Dahlke an persönliche Daten sowie Kontoinformationen zu gelangen. Aktuell lockt eines dieser gefälschten Profile wieder auf...

Nein, das sind keine Jugendlichen aus Moria!

Auf Facebook wird suggeriert, ein Foto zeige Jugendliche und junge Erwachsene aus Moria. Anfang September brannte das Flüchtlingslager in Moria, seitdem wird darüber diskutiert, wo...
-WERBUNG-
- Advertisement -

Über einen Artikel wird behauptet, die Autorin befürworte Schusswaffengebrauch bei Menschen, die aus einer Corona-Quarantäne flüchten.

- Werbung -

Zumindest wird dies in einem Facebook-Posting so behauptet. Grund dafür ist ein Absatz in einem Artikel des SWR über Fragen, Regeln und Verbote bei einer Corona-Quarantäne, in dem auch die Frage aufkam, ob Polizisten auf aus einer Quarantäne Flüchtende schießen dürften.

Befürwortung des Schusswaffengebrauchs? Quelle: Facebook
Befürwortung des Schusswaffengebrauchs? Quelle: Facebook

- Werbung -

Der Artikel des SWR

Der Artikel war kurzfristig tatsächlich nicht aufrufbar und wurde mittlerweile in dem Punkt korrigiert und erweitert. Die alte Version ist archiviert aufrufbar, dort lautete die Formulierung:

„Als letzte Möglichkeit dürfte sogar von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden, denn die Ansteckungsgefahr für eine Vielzahl von Personen wäre so hoch, dass zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung geboten sein kann, flüchtige Patienten unschädlich zu machen.“

Der korrigierte Artikel

Bei dem Artikel handelt es sich nicht um eine subjektive Meinung wie z.B. bei einem Kommentar in einer Zeitung. Er stammt ursprünglich vom März 2020 und wurde am
10. September 2020 überarbeitet und korrigiert.

In der neuen Fassung des Artikels heißt es nun:

„Ein Schusswaffengebrauch gegenüber Infizierten, die unberechtigterweise ihre häusliche Isolation verlassen, ist für den Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke in der Praxis zwar vorstellbar – allerdings nur in absoluten Ausnahmefällen. Etwa wenn der Betroffene selbst dabei mit Waffengewalt gegen die Polizisten vorginge. Nach den Polizeigesetzen der Länder sind die Voraussetzungen für einen Schusswaffengebrauch bei allgemeinen Corona-Verstößen jedenfalls nicht gegeben.“

Jene Änderung kommentiert der SWR auch am Ende des Artikels:

„Dieser Beitrag enthielt in seiner ursprünglichen Fassung vom März 2020 missverständliche und zum Teil auch irrtümliche Formulierungen. Dies bedauern wir. Der jetzige Online-Artikel ist daher eine redaktionell überarbeitete Fassung und stellt den Stand vom 10.September 2020 dar.“

In einem Interview mit dem Spiegel erklärt die Verwaltungsrechtlerin Sigrid Wienhues zu der Frage, ob Polizisten notfalls auch zur Schusswaffe greifen dürften:

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass das verhältnismäßig wäre. Wir kennen den „finalen Rettungsschuss“ im Polizeirecht bei unmittelbarer Lebensgefahr. Aber nur weil der Einzelne die Sperre durchbricht, sterben ja weiter hinten nicht sofort andere Leute.“

Bezüglich des Schusswaffengebrauches sagte ein Sprecher des BMI gegenüber Correctiv, dass es sich um ein sehr unwahrscheinliches Szenario handele. Auch gebe es keinerlei Erkenntnisse, ob es jemals zu einem Schusswaffengebrauch wegen Verletzung der Quarantäne-Maßnahmen kam.

Auch das baden-württembergische Innenministerium sagt auf Anfrage von Correctiv, dass ohne das Hinzukommen weiterer Umstände, beispielsweise ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten mit einer potentiell tödlichen Waffe, ein Schusswaffengebrauch nicht zu rechtfertigen sei.

- Werbung -

Fazit

Zwar enthielt der ursprüngliche Artikel des SWR eine Formulierung, die den Schluss zulässt, dass Polizisten auf aus einer Corona-Quarantäne Flüchtende schießen dürften, dieser Absatz wurde jedoch mittlerweile korrigiert.

Auch diverse Behörden widersprechen dieser Behauptung: Der Schusswaffengebrauch ist nur im äußersten Notfall mit zusätzlichen, erschwerenden Umständen erlaubt.

Auch interessant:

- Werbung -
An alle unsere Leserinnen und Leser! Wir brauchen deine Unterstützung! Wir haben keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten offen halten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Weitere Themen

Kann der PCR-Test das Coronavirus gar nicht nachweisen? (Faktencheck)

Kann der PCR-Test das Coronavirus gar nicht nachweisen? (Faktencheck)

0
Der PCR-Test wird immer wieder diskutiert. Kann er das Virus gar nicht nachweisen? Jene Behauptung stammt nicht von irgendeinem Arzt, sondern von einer Virologin: Prof....
Fake-Profil: Ruediger Dahlke verlost kein Geld

Fake-Profil: Ruediger Dahlke verlost kein Geld

0
Vorsicht: Seit längerem versuchen Betrüger im Namen von Ruediger Dahlke an persönliche Daten sowie Kontoinformationen zu gelangen. Aktuell lockt eines dieser gefälschten Profile wieder auf...

Aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland

Dieser Inhalt wurde von EURONEWS zur Verfügung gestellt.

„Maddie“ McCann: Staatsanwaltschaft hat Beweise für ihren Tod

0
Seit Mai 2007 ist das britische Mädchen verschwunden. Ein 43 Jahre alter Deutscher steht unter Mordverdacht und hatte möglicherweise einen Komplizen. Dieser Inhalt wurde von...
Dieser Inhalt wurde von der AFP zur Verfügung gestellt.

Liberale US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist tot

0
Die liberale Richterin am Obersten US-Gericht Ruth Bader Ginsberg ist tot. Vor dem Gerichtsgebäude in Washington versammelten sich hunderte Trauernde. US-Präsident Donald Trump würdigte ihre...

Shadowbanning – TikTok blockiert in einigen Regionen LGBTQ-Inhalte.

[Weiterlesen]

Top-Artikel

Kann der PCR-Test das Coronavirus gar nicht nachweisen? (Faktencheck)

Der PCR-Test wird immer wieder diskutiert. Kann er das Virus gar nicht nachweisen? Jene Behauptung stammt nicht von irgendeinem Arzt, sondern von einer Virologin: Prof....

Fake-Profil: Ruediger Dahlke verlost kein Geld

Vorsicht: Seit längerem versuchen Betrüger im Namen von Ruediger Dahlke an persönliche Daten sowie Kontoinformationen zu gelangen. Aktuell lockt eines dieser gefälschten Profile wieder auf...

Nein, das sind keine Jugendlichen aus Moria!

Auf Facebook wird suggeriert, ein Foto zeige Jugendliche und junge Erwachsene aus Moria. Anfang September brannte das Flüchtlingslager in Moria, seitdem wird darüber diskutiert, wo...

Globus-Markt verwehrt Kunden mit Attest zur Maskenbefreiung den Zutritt

Wir erhielten Anfragen zu einem Plakat, das besagt, dass man ausschließlich mit Maske in einem Globus-Markt einkaufen darf. Weiters kann man auf besagtem Plakat lesen,...

Faktencheck: Oliver Kahn „„Fangen gleich an zu heulen“

Aktuell kursiert ein angebliches Zitat des ehemaligen deutschen Fußballtorwarts Oliver Kahn. Es tummeln sich so einige Medienberichte rund um den ehemaligen deutschen Fußballtorwart Oliver Kahn....
-WERBUNG-
-WERBUNG-
Datenschutz
Wir, Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Wir, Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: