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Mittwoch, 22 September 2021
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Alles wissenswerte über Organspende im Friseursalon?

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So läuft das zumindest bei ein paar Friseur*Innen in Großbritannien. Denn diese haben ein extra Training erhalten, um Kund*Innen neben einer neue Frisur auch Infos über Organspende zu bieten.

Laut des Magazins Positive.News wurde die Aktion 2019 gestartet, um insbesondere in Großbritannien lebende Minderheiten zu erreichen und bei ihnen für die Organspende zu werben. Denn viele Minderheiten-Communities waren zuvor sehr unterrepräsentiert. Nun sollen sich die Erfolge zeigen.

Anscheinend genießen Friseur*Innen viel Vertrauen

Prof. Gurch Randhawa, ein Experte für öffentliche Gesundheit an der Universität Bedfordshire, erklärte, dass das insbesondere an den vertrauensvollen Botschafter*Innen läge.

Eine davon ist Friseurin Ireena Mwanza in Essex. Sie sagte Positive.News: „Wir sprechen über Männer, Verabredungen, Geschäfte, das Eheleben, Alleinerziehende – und Organspenden.“

Mwanza nahm an einem Projekt der Hilfsorganisation Action for Blood teil. Unter dem Namen Hair2Debate wurden Friseur*Innen und Barber in Schwarzen Salons in London und Essex zu Organspende-Advokat*Innen ausgebildet.

Und das mit Erfolg. Laut Positive.News sollen Organspenden in den sogenannten BAME-Communities (gemeint sind Schwarze, Asiatische und andere Minderheiten) enorm zugenommen haben. Demnach ist die Zahl der Spender*Innen nach ihrem Tod von 67 im Jahr 2015/16 auf 112 im Jahr 2019/20 gestiegen.

Wenn man schon Stunden im Salon sitzt, warum dann nicht über Organspende sprechen?

Dachte sich wohl auch Investment Bankerin Abiola Okubanjo. 2016 gründete sie Action for Blood, um Blut für Opfer der islamistischen Boko-Haram im Nord-Osten von Nigeria zu sammeln. Zurück in London machte sie mit der Hilfsorganisation weiter, um auch dort in Schwarzen Communitys über alle möglichen Arten von medizinischen Spenden zu informieren.

Die Aktion in den Haarsalons entstand, da Okubanjo beobachtete, dass Friseurbesuche oft Events sind, die mehrere Stunden dauern und Friseur*Innen dabei eine große Autorität genießen: „Aber auch dort hört man eine Menge Fehlinformationen. Und da die Friseure in dieser Situation oft Autorität haben, dachte ich, sie sollten alle Fakten kennen, damit sie Gespräche über Organspende beginnen können.“

Dass es ausgerechnet in BAME-Gemeinden an Spender*Innen fehlt ist laut Positive.News einer komplexen Geschichte geschuldet. Zum einen gibt es ein Misstrauen gegenüber dem Gesundheitswesen und der Angst vor einer klassizistischen Ausbeutung des eigenen Körpers. Aber es gibt auch einen Anteil von Menschen, die aus religiösen Gründen Organspende ablehnen.

Kann man von den Organspende-Botschafter*Innen auch etwas für die Corona-Impfung lernen?

Der Erfolg der Aktion bestärkt zumindest den Gesundheitsexperten Randhawa auch im Fall der Corona-Impfung diese Möglichkeit der Vertrauensbildung zu nutzen, um unterrepräsentierte Gruppen besser zu inkludieren: „Diese Gruppen (gemeint sind die Botschafter*Innen) sind gut aufgestellt, um für den COVID-19-Impfstoff Vertrauen aufzubauen.“

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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