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Faktencheck: Tötet Nutella Orang Utans wegen Palmöl?

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Wir bekommen Anfragen zu der Frage, ob Nutella Orang Utans wegen Palmöl tötet.

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Palmöl steht immer wieder in der Kritik, das auch völlig zurecht. Um auf Palmöl und die Palmöindustrie aufmerksam zu machen, werden teils harte Bilder verwendet, an manchen Stellen auch Thesen aufgestellt, die nicht ganz richtig sind und somit eher kontraproduktiv wirken.

So wie die These „Nutella tötet Orang-Utans für Palmöl“:

Was ist Palmöl?

Es ist ein Pflanzenöl, das aus der Frucht der Ölpalme gewonnen wird. Es besteht zu 80% aus gesättigten Fetten. Die Ölpalmen sind dreimal so ertragreich wie Raps und beanspruchen für den gleichen Ertrag etwa ein Sechstel der Fläche von Soja. (siehe Wikipedia).

Auch die Palmölproduktion kommt nicht ohne Nachteile für die Natur aus. So werden immer größere Palmölplantagen erstellt, nur sind die Fläche dafür nicht immer frei. So werden jährlich für Palmölplantagen mehrere hundert Quadratkilometer Regenwald abgeholzt. Dieser Eingriff in die Natur gefährdet dort beheimatete Tierarten wie den Orang Utan, Sumatra-Tiger oder auch den Paradiesvogel. Gerade der Sumatra-Tiger und der Orang Utan zählen mittlerweile zu den akut gefährdeten Tieren.

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Statistisch gesehen hätte 2014 die weltweite Anbaufläche von Ölpalmen der Hälfte Deutschlands bedeckt.Der Palmöl Verbrauch in Deutschland umfasst jährlich rund 1760 Schwimmbäder.

Geht man in unsere Supermärkte so enthält nahezu jedes zweite Produkt Palmöl. Es ist im Biodiesel, befindet sich in Fertiggerichten und wird in der Chemie und Pharmaindustrie verwendet. 2013 wurden 44,2 % des in die EU importierte Palmöls Diesel beigemischt (Biodiesel). Im gleichen Zeitraum wurden 24,8 % in Lebensmitteln, 5 % in Futtermitteln, 10,1% in Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln verwendet. 5,2 % gingen in die Chemie und Pharmaindustrie und 5,1 % wurden für die energetische Nutzung zur Strom und Wärmeerzeugung Verbraucht.

2013 lag der deutsche Anteil an importiertem Palmöl bei rund 20%. Im Schnitt verbraucht jeder von uns pro Jahr 19 kg Palmöl. Etwa ein Viertel davon entfällt auf Lebensmittel.

Da rund die Hälfte des nach Deutschland importieren Palmöls inzwischen energetisch genutzt wird, gehen über 90% in Kraftstoffe. Der Palmölanteil an Kraftstoff-Beimengungen ist mittlerweile auf 20 bis 25% angestiegen. Nur Rapsöl wird häufiger verwendet. Man kann also sagen, dass wir mit jedem Liter Diesel ein Stück Regenwald tanken. Und die Idee war ursprünglich, Diesel durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe klimafreundlicher zu machen. Durch durch den Einsatz von Palmöl und der damit verbundenen Vernichtung des Regenwaldes wird so viel CO2 freigesetzt, dass die CO2 Bilanz ziemlich schlecht ausfällt.

Palmöl steht immer wieder in der Kritik, Verbände wie Greenpeace prangern im Schatten der Palmölindustrie negative Klimaauswirkungen, Menschenrechtsverletzungen und nicht zuletzt eben Artensterben an. Hier kommt der Orang Utan ins Spiel:

Nach Brasilien ist Indonesien das Land mit der größten Artenvielfalt der Erde. Durch die Rodung des Regenwaldes wird die Lebensgrundlage vieler vom Aussterben bedrohter und endemischer Arten wie Orang-Utans, Sumatra-Tiger, Dschungeladler oder Java-Nashörner vernichtet.

Verweis: Greenpeace Verööfentlichung „Palmöl„.

Also, JA, die Palmölindustrie ist tatsächlich für ein Orang Utan Sterben verantwortlich.

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Tötet Nutella entsprechend Orang Utans für Palmöl?

Soviel zum Palmöl selbst, kommen wir jetzt zu der Frage, ob speziell Nutella Orang Utans für Palmöl tötet.

Nutella ist eine Marke von Ferrero. Seit 2013 verwendet Ferrero für Nutella 100% als nachhaltig zertifiziertes Palmöl. Dieses Palmöl wird über die gesamte Beschaffungskette von konventionellem Palmöl getrennt.

Ebenfalls 2013 legte die Ferrero Palmöl Charta fest, dass nur Palmöl aus Quellen eingekauft wird, welche nicht zu Abholzung, Artensterben, hohen Treibhausgasemissionen oder Menschenrechtsverletzungen beitragen.

Es ist nun also ausgerechnet Ferrero, die von Greenpeace positiv im Umgang mit Palmöl hervorgehoben werden (vergleiche):

Nur ein einziger der überprüften Hersteller, nämlich Ferrero, kann annähernd 100 Prozent des Palmöls bis zur Plantage zurückverfolgen. Kein Unternehmen veröffentlicht komplette Listen der Zulieferer oder macht transparent, von wem sie aufgrund von Verstößen kein Palmöl mehr bezieht.

Und nicht nur Greenpeace führt Ferrero in diesem Punkt als positives Beispiel an, sondern auch der WWF. In einem Blogbeitrag des WWF lautet es (vergleiche):

Ferrero nutzt zu 100% physisch segregiertes Palmöl, weiß wo es herkommt und unterstützt die oben beschriebenen Palm Oil Innovators Group.

Fazit

Ja, Palmöl und seine Gewinnung ist und bleibt ein schreckliches Thema, aber Nutella bzw. Ferrero ist ein schlechtes Ziel, da dieses Unternehmen sehr viel zum Umweltschutz beiträgt. Letztendlich liegt es bei uns Verbrauchern, unser Konsumverhalten zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern und nicht immer nur mit dem Finger auf die Unternehmen zu zeigen, denn wenn wir anders konsumieren, sind sie gezwungen, ihre Produktion umzustellen. Solange wir uns bequem zurücklehnen, wird sich nichts ändern.

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Dieser Inhalt wurde von EURONEWS GERMANY zur Verfügung gestellt.

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