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Samstag, 24 Juli 2021

Hacker nutzen Notlage aus: Immer mehr Cyberangriffe auf Kliniken

Während der Corona-Krise stiegen Cyberangriffe auf Institutionen wie Kliniken massiv an. Berechnetes Kalkül der Angreifer während einer Ausnahmesituation.

So konnte sich die Uniklinik Düsseldorf im September 2020 wegen eines Hackerangriffs nicht an der Versorgung von Notfällen beteiligen.
In diesem Jahr wurden bereits die Urologische Klinik in Planegg sowie die Evangelische Klinik in Lippstadt Ziele von Hackerangriffen.

Laut Markus Holzbrecher-Morys, Geschäftsführer für IT, Datenaustausch und eHealth bei der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erklärte gegenüber der tagesschau, dass sich „die allgemeine Bedrohungslage für Krankenhäuser in Sachen Cybersicherheit in den letzten Jahren verschärft“ habe. Auch die Qualität und Anzahl von Cyberangriffen hätte in den letzten Jahren stark zugekommen. Nicht nur Krankenhäuser seien betroffen, sondern auch andere Bereiche kritischer Infrastrukturen in Deutschland.

Catharina Richter, globale Leiterin des Allianz Cyber Center of Competence bei der AGCS, bestätigt die Angreifbarkeit durch vermehrte Digitalisierung: „Der Digitalisierungsschub durch die Pandemie hat neue Möglichkeiten für Angriffe geschaffen. Es entwickeln sich ständig neue Cyber-Schadensszenarien.“

Zahlreiche Cyberangriffe verursachen immensen Schaden

Dies betrifft allerdings nicht nur Deutschland. Wie das Cyber-Security-Unternehmen Emsisoft festgestellt hatte, wurden in den USA allein im vergangenen Jahr 100 Behörden Opfer von Cyberattacken.
Auch wurden 500 Krankenhäuser und Gesundheitszentren sowie 1.680 Schulen / Hochschulen sowie hunderte Unternehmen von Cyberkriminellen angegriffen.

Laut McAfee belaufen sich die Schäden durch Cyberattacken auf rund 1.000 Milliarden Dollar.

Cyberkriminelle nutzen Notsituationen aus

Im Bundeslagebild des BKA ist zu lesen: „Cyberkriminelle passen sich schnell gesellschaftlichen Notlagen an und nutzen diese gekonnt für ihre Zwecke aus.“

Gerade zu Zeiten der Corona-Pandemie können sich Angriffe auf Kliniken und auch Impfstoffhersteller fatal auswirken. Seit dem dritten Quartal 2020 musste das BKA eine immense Steigerung von Angriffen auf Unternehmen oder öffentliche Institutionen feststellen, die an der Bekämpfung der Corona-Pandemie maßgeblich beteiligt sind.

Anforderungen an Krankenhäuser steigen

Um mehr Sicherheit bezüglich der IT-Systeme zu schaffen, sind Kliniken sensibilisiert. Wobei wohl nicht alle Einrichtungen entsprechend optimal auf Cyberangriffe vorbereitet sind.

In einer Studie von Alpha Strike Labs, Limes Security und der Universität der Bundeswehr in München mussten die Experten bei rund 36 Prozent der 1.555 analysierten Krankenhäuser Schwachstellen feststellen. Eine Analyse, die Grund zur Besorgnis gibt.

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Quelle: tagesschau.de