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Montag, 20 September 2021
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Nicht Richtung Russland pinkeln! Könnte teuer werden.

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Ein Schild in Norwegen weist darauf hin, dass man an der Grenze zu Russland nur ja nicht wagen sollte, in diese Richtung zu pinkeln!

Grense Jakobselv (zu deutsch: Grenze Jakobsfluss) in der Provinz Troms og Finnmark im nordöstlichen Norwegen ist ein beliebtes Ziel für Touristen, aber auch Einheimische, gilt es auch als nördlichste Landgrenze der NATO zu Russland.

Die Grenzlinie verläuft in Grense Jakobselv mitten im Fluss. Bei niedrigem Wasserstand beträgt die Entfernung vom Ufer also nur wenige Meter. Auf der anderen Seite des Flusses erkennt man deutlich einen russischen Grenzpfahl. Die Stelle ist daher auch sehr beliebt für Selfies.

An einigen Stellen liegt die schmale Straße auf der norwegischen Seite der Grenze direkt am Flussufer. Schilder, die entlang der Straße aufgestellt wurden, weisen auf „Verhaltensregeln“ für Besucher hin.

Neu unter diesen ist das Schild: „Nicht Richtung Russland pinkeln!“

„No peeing towards Russia!“

„Nicht Richtung Russland pinkeln!“ – Ja, das ist durchaus ernst gemeint. Denn Russland zu beleidigen, indem man in Richtung Grenze pinkelt, kann teuer werden. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass Norwegens Militärgrenzschutz über Überwachungskameras zusieht.

Gegenüber dem Barents Observer erklärte Norwegens Grenzkommissar Jens Høilund, dass ihm zwar „keine spezifischen Ereignisse aus jüngster Zeit“ bekannt seien, die dieses Schild erforderten. Doch trotzdem hat es hier seinen Platz gefunden, da die militärischen Grenzschutzbeamten in diesem Gebiet oft Besucher warnen, bevor eine solche Idee eventuell in die Tat umgesetzt werden könnte. Denn auch, wenn es vielleicht witzig klingt, stecken doch ernste Regelungen dahinter:

„Sowohl die Polizei, die Grenzschutzbeamten als auch das Grenzkommissariat werden versuchen, Vorfälle zu verhindern, die zu einer Verletzung des Abkommens mit Russland, einschließlich beleidigendem Verhalten, führen könnten“, führt Jens Høilund aus.

Høilund empfiehlt jedem, der in die Grenzgebiete reist, sich über aktuelle Regelungen zu informieren, denn jegliche Vorfälle werden der Polizei gemeldet.

Gesetz aus dem Jahr 1950

In Norwegen gibt es ein spezielles Gesetz, durch das festgelegt ist, was Bürger in grenznahen Gebieten tun dürfen, und was nicht. In §3 dieses Gesetzes kann man lesen, dass „an der Grenze gegen den Nachbarstaat oder dessen Behörden gerichtete beleidigende Handlungen nicht erlaubt sind“.

Verstöße gegen dieses Gesetz können mit Geldstrafen oder sogar Haftstrafen von bis zu drei Monaten geahndet werden.

Wie teuer Pinkeln in Richtung Russland werden kann, sei laut Høilund Sache der Polizei, jedoch teilte diese mit, „dass in solchen Fällen eine Geldstrafte ab 3.000 Kronen wahrscheinlich ist“. Das sind umgerechnet rund 290 Euro. Ganz schön teuer für einen „öffentlichen Toilettengang“, das sollte man sich dann tatsächlich gut überlegen.

Herkunft des Schildes unbekannt

Wer das neue Schild tatsächlich aufgestellt hatte, weiß Jens Høilund nicht. Auch Ellen Katrine Hætta, Finnmarks Polizeichefin, kann diese Frage nicht beantworten.

Høilund hält es trotzdem nicht für sinnlos:

„Allerdings ist es an einem Ort errichtet, an dem Touristen oft anhalten, oft der erste Halt nach einer langen Fahrt. Es ist wahrscheinlich, dass einige der Versuchung verfallen sind, in der Gegend zu urinieren.“

Und nochmals erinnert er daran, dass die Gegend kameraüberwacht wird.

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Quelle: The Barents Observer

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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