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Montag, 20 September 2021
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Das sind keine Nanobots, die in der Corona-Impfung sind!

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Angeblich befinden sich in der Corona-Impfung winzige Nanobots, sogar ein Video soll dies beweisen. Doch hatte da jemand zuviel Fantasie.

Je verrückter etwas klingt, umso mehr wird es anscheinend geglaubt. Da verbreitet sich ein Video in sozialen Medien, von dem behauptet wird, man sehe dort Nanobots, die sich im Impfstoff befinden sollten.

Die Nanobot-Behauptung auf Facebook
Die Nanobot-Behauptung auf Facebook

Auch auf Twitter (siehe HIER) findet sich das Video:

„Das ist ein Nanobot, (Im Impfstoff).Stellen sie sich tausende dieser Nanobots in ihrem Körper vor,Was ist wenn diese Nanobots anfangen sich mehr von ihren Antikörper-Lymphozyten und ihren gesunden Zellen zu ernähren?“

Im Corona-Impfstoff sollen sich also Tausende dieser Nanobots befinden, die aber vielleicht auch Amok laufen und die Weltherrschaft die Körperherrschaft an sich reißen könnten. So wie die Terminatoren im bekannten Schwarzenegger-Film. Nur in winzig.

Was ist im kommenden Corona-Impfstoff?

Jedenfalls keine Nanobots.
Weltweit gibt es über 210 Projekte zur Impfstoff-Entwicklung gegen COVID-19, 48 davon werden im Rahmen von klinischen Studien an Menschen erprobt, in Deutschland werden drei davon erprobt (siehe HIER):

  • mRNA-Impfstoff von BioNTech
  • mRNA-Impfstoff von Curevac
  • Vektor-Impfstoff von DZIF, IDT Biologika etc.

In mRNA-Impfstoffen befinden sich RNA-Sequenzen, welche die genetischen Informationen für ein Oberflächenprotein von SARS-CoV-2 tragen.
In Vektor-Impfstoffen befinden sich modifizierte harmlose Viren, die als Trägersysteme die genetischen Informationen für ein Oberflächenprotein von SARS-CoV-2 tragen.

Vom Protein zum Nanobot

Man kann nur mutmaßen, wie Verschwörungsmythiker darauf kommen, dass Nanobots in den Impfungen sind.

Vielleicht lag es an nur halb gelesenen und nicht verstandenen Artikeln?
Vielleicht blieb nur im Kopf hängen, dass da irgendwas durch die Impfungen im Körper produziert wird? Und was kann Dinge produzieren?
Richtig, Roboter! Also sind da bestimmt Nanobots in den Impfungen!

Aber es gibt doch ein Video!

Ach ja, das Beweisvideo. Da wirbelt so ein Ding mit Schräubchen rum, recht offensichtlich eine Aufnahme durch ein Mikroskop. Aber was sieht man da genau?

Was man da sieht, kein Nanobot, sondern einen etwa zehn Mikrometer kleinen Mikromotor aus Polymer, in der ein Spermium reinpasst.

Ja, richtig: Ein Motor für ein Spermium. Dieses winzige Fahrzeug für Samenzellen soll eines Tages die künstliche Befruchtung im Labor ersetzen: Schwimmunfähige Spermien sollen mittels eines Magnetfeldes quasi mit Motorhilfe zur Eizelle gesteuert werden.

2018 berichtete die Zeit (siehe HIER) über dieses Verfahren, für dass der Physiker Oliver G. Schmid den renommierten Leibniz-Preis erhielt. Vor der praktischen Anwendung liegen aber noch viele Probleme und Hürden, weswegen es unwahrscheinlich ist, dass die Methode in den nächsten Jahren Anwendung findet.

Aus dem Video zu diesen Spermbots stammen auch die jetzt geteilten Ausschnitte, von denen behauptet wird, es seinen Nanobots in Impfungen:

Fazit

Nicht nur das die Behauptung, es befänden sich Nanobots in den Impfungen, eine reine Erfindung ist, so wurde als „Beweis“ auch noch ein Video verwendet, welches von 2018 stammt und nicht einmal Nanobots, sondern einen Mikromotor, der Spermien antreiben soll.

Mikro sind übrigens ein Millionstel, Nano ein Milliardstel, somit ist die Bezeichnung „Nanobot“ ohnehin falsch.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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