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Mittwoch, 1 Dezember 2021

Martin Moder: Fragen und Antworten rund um die Corona-Impfung

Martin Moder ist Molekularbiologe und hat schon einige Videos rund um das Coronavirus und die Impfung veröffentlicht.

In einem Gespräch mit Puls 24 geht Martin Moder, Molekularbiologe und Mitglied bei den Science Busters auf die wichtigsten Fragen und Befürchtungen rund um die Corona-Impfung ein.

Dazu gibt es ein ausführliches Video, die Fragen und Antworten haben wir darunter in verkürzter Fassung zum Nachlesen zusammengefasst.

Was macht die Corona-Impfung?

Das Coronavirus kann an unsere Zellen andocken und dann eindringen. Zum Andocken braucht es die sogenannten Spikes, also die Stacheln an der Oberfläche des Virus.

Wenn wir uns gegen das Coronavirus schützen wollen, genügt es, dass unser Immunsystem Infos über dieses Protein, diesen Stachel hat. Und genau dafür sorgt die Impfung.

Das Virus hat einen RNA-Strang, einen „Faden“ dabei, den es in die Zellen injiziert, damit dort neue Viren gebaut werden. Die Impfung enthält einen kleinen Teil deses Fadens, der den Spike herstellt.

Durch die Impfung wird also nur der Spike-Teil des Fadens in die Zelle integriert und die Spikes produziert, dies aber nur für einen begrenzten Zeitraum. In dieser Zeit lernt unser Immunsystem das Spike kennen und bekämpft ihn als Fremdkörper.

Wenn nun das echte Virus ankommen sollte, erkennt unser Immunsystem diesen anhand des Spikes und wird ihn daraufhin bekämpfen können.

Könnte dieser Faden, diese Messenger-RNA, auch unsere DNA verändern?

Wie oben bereits geschrieben, wird durch die Impfung ein Teil des Fadens in die Zelle eingebracht, während das Coronavirus den ganzen Faden einbringt.
Wenn die Impfung die DNA verändern würde, müsste man vor dem Coronavirus aber noch mehr Angst haben, da er exakt dasselbe macht, nur halt mit dem kompletten DNA-Strang.

Zudem ist das Coronavirus ja nicht das einzige RNA-Virus, alle Viren setzen ihre Informationen in Zellen, um sich dort zu reproduzieren.

Es gibt allerdings auch tatsächlich Viren, die die DNA verändern! Beispielsweise das Herpes-Virus, welches seine Informationen permanent in die DNA einbaut. Das Coronavirus ist jedoch nicht ein solches Virus.

Ist die Impfung gentechnisch verändert worden?

Eine Frage, die eigentlich sinnlos ist. Der RNA-Strang des Coronavirus wächst ja nicht auf Bäumen, und der RNA-Strang in der Corona-Impfung wurde natürlich gentechnisch verändert, um diesen kleinen Teil zu bekommen, man kann ihn ja schlecht mit der Schere bearbeiten.

Zudem funktioniert ohne moderne, gentechnische Forschung in der Medizin im Prinzip gar nichts mehr. Bei jedem Medikament, welches heutzutage entwickelt wird, ist in irgendeiner Entwicklungsstufe Gentechnik involviert.

Warum ging das jetzt plötzlich so schnell mit der Corona-Impfung?

An RNA-Impfstoffen wird seit über 25 Jahren geforscht, allerdings ist dies tatsächlich das erste Mal, dass er bei Menschen Verwendung findet. Doch warum?

Vor allem seit 2017 gibt es klinische Studien für menschliche RNA-Impfstoffe, also auch in dem Bereich gibt es bereits mehrere Jahre Erfahrung. Das große Problem war die Jahre vorher immer, wie man nun den RNA-Strang aus der Impfung in die Zellen bekommt, aber dieses Problem wurde 2015 gelöst.

Deswegen ging die Entwicklung auch so schnell: Man musste im Prinzip nur den RNA-Strang der Impfung verändern (und natürlich auch den richtigen Teil des RNA-Stranges finden), um die Corona-Impfung zu entwickeln.

Hilft die Impfung dann auch gegen mutierte Virus-Varianten?

Im Prinzip schon. Viren mutieren ständig, das ist nichts außergewöhnliches.
Der Strang im Coronacirus ist rund 4.000 „Buchstaben“ lang, bei den Mutationen ändern sich ca. 10 – 15 „Buchstaben“.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Immunantwort gegen den RNA-Strang nicht mehr funktioniert. Dies kann prinzipiell zwar passieren, ist aber eher unwahrscheinlich. Falls es aber doch zu einer Mutation kommen sollte, die die Impfung unwirksam macht, kann diese aber sehr schnell angepasst werden.

Kann man jemanden anstecken, obwohl man geimpft ist?

Das weiß man noch nicht wirklich, weil man dies normalerweise in Phase 3 der klinischen Studien testet. Normalerweise wird dabei unter anderem getestet, ob Geimpfte vielleicht doch ein wenig eines sich vermehrenden Virus in sich haben, bevor er durch die Impfung vernichtet wird.

Dies kann man nicht komplett ausschließen, da man noch nicht weiß, wie schnell die Impfung reagiert, wenn das Coronavirus sich in den Schleimhäuten replizieren will, aber es gibt zumindest gute Gründe, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass das Virus sich replizieren kann, bevor das Immunsystem reagiert.

Beispielsweise wurde dies bereits bei Affen getestet. Pfizer holt diesen Teil der Studie jetzt nach, Astra Zenica haben diesen Teil bereits nebenbei untersucht, aber noch nicht veröffentlicht: Sie sagen ebenfalls, dass zumindest die Wahrscheinlichkeit stark reduziert wurde.

Ergo: Die Möglichkeit besteht zwar, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch stark reduziert.

Weiß man denn schon, wie lange die Impfung wirksam ist?

Das weiß man ebenfalls noch nicht genau.
Man kann natürlich jetzt nachmessen, wie lange man Antikörper entwickelt und wann diese weniger werden, aber das Problem ist jetzt wirklich dass man noch nicht weiß, ab welchem Antikörper-Level man nicht mehr von einer Immunität sprechen kann.

Zudem ist eine Immunität keine Ja/Nein-Frage, sondern wie ein breites Spektrum. So könnte man beispielsweise nach 5 Monaten zwar infiziert sein, spürt dann aber nur ein leichtes Kratzen im Hals.

Bei der Schweinegrippe-Impfung gab es Nebenwirkungen! Wie ist es mit der Corona-Impfung?

Zum Einen ist es erst einmal ein Problem, dass es sehr viele Impfungen ohne Nebenwirkungen gibt, nun aber auf die eine Impfung geschaut wird, bei der es Nebenwirkungen gab.

Bei der Schweinegrippe-Impfung vor 10 Jahren entdeckte man, dass ein geringer Prozentsatz der Geimpften, weniger als 0,001 Prozent, Narkolepsie (Schlafkrankheit) entwickelten. Bei den Meisten entwickelten sich diese Symptome innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Impfung.

Die neue Corona-Impfung wurde aus diesem Grund zwei Monate lang getestet, da sich eben zeigte, dass solche Nebenwirkungen sich zumeist innerhalb von 6 Wochen bis 2 Monaten zeigen.

Das Problem mit jenen Nebenwirkungen ist auch, dass sie so extrem selten sind, so dass man Zigtausende Menschen testen könne, ohne dass diese Nebenwirkung auftritt. Bei der Schweinegrippe-Impfung wurden nur etwa 2.000 Menschen getestet, bei der Corona-Impfung jedoch über 40.000.

Es war also auch immer nicht etwa der Untersuchungszeitraum, sondern die Größe der Versuchsgruppen, und diesbezüglich sind wir mit dem Corona-Impfstoff sehr gut aufgestellt.

  • Das Interview kann man sich auch direkt auf Puls 24 ansehen (siehe HIER).

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