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Freitag, 23 Juli 2021
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Mimikama wird REICH? (Teil 1): Eine Scam-Mail

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Es ist ein grauer Mittwochvormittag. Ich sitze im Mimikama-Büro und nippe an meinem Kaffee.

Draußen regnet es ein klein wenig. Das ist auch gut so, denn in den letzten Tagen war es sehr heiß. Heiß und schwül, sodass auch im Mimikama-Büro die Luft stickig war. Doch gerade ist es angenehm. Der Regen hat quasi die Luft gewaschen.

Ich wende meinen Blick weg vom Fenster und schaue auf meinen Monitor. Es ist Ferienzeit in Deutschland und Österreich, da haben wir naturgemäß weniger zu tun. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, kann ich nicht beantworten. Sicherlich habe ich gerne immer so viel Arbeitsaufkommen, dass mir nicht langweilig wird. Doch heute …. heute ist irgendwie alles anders.

Heute steht wenig Arbeit an. Passend zum grauen Himmel ist die Situation bei Mimikama auch ruhig. Da passiert gerade wenig. Mein Blick schweift durch den Postkasten. In der Mailbox für Presseanfragen befindet sich eine neue Mail.

„Hallo ich hoffe es geht dir gut.?“ fragt sie ausgerechnet Mimikama

Sandrine Olsson hat mir geschrieben. Ich kenne keine Sandrine Olsson. Ich muss auch direkt lächeln, als ich mir die Mail anschaue. Meine Mimikama-Schnüffelnase sagt natürlich direkt, dass hier ein Scam vorliegt. Sandrine Olsson schreibt mir:

Hallo ich hoffe es geht dir gut.? Zunächst möchte ich mich für diese unangemessene Kontaktaufnahme entschuldigen. Mein Name ist Sandrine Olsson im Alter von 69, geboren am 04.04.1952 in Dänemark, aber ich lebe in Frankreich. Ich bin derzeit sehr krank. Angesichts meines Alters und Gesundheitszustandes überlege ich, eine Spende in Höhe von achthundertfünfzigtausend Euro (850.000 €) zu tätigen, die ich für ein Bauvorhaben einbehalten habe. Ich freue mich, Ihnen dieses Geld zur Verfügung zu stellen, das Ihnen in Ihrem Geschäft, Ihren Projekten und bei der Ausführung von Werken des guten Willens helfen kann. Ich möchte, dass ein Teil dieses Geldes an die verschiedenen Vereine, Waisen- und Obdachlosenhilfezentren gespendet wird. Ich leide an Hirntumor im Endstadium, mein behandelnder Arzt ist gerade angekommen. um Ihnen mitzuteilen, dass meine Tage aufgrund meines degradierten Zustands gezählt sind Gesundheit. Laut Aussage des Arztes siedelt sich gerade ein Ball in meinem Gehirnkäfig an, ich habe diese Krankheit seit mehr als 4 Jahren. Meine erste Tochter ROSELINE starb an Epilepsie und ich hatte keine weiteren Kinder, dann starb mein Mann 2015 im Alter von 71 Jahren an einem Herzinfarkt. Um ehrlich zu sein, bei einem kleinen Spaziergang durch meine verlorenen Momente im Internet und in den sozialen Netzwerken bin ich auf Ihre E-Mail-Adresse gestoßen..! Und da beschloss ich, dich zu kontaktieren und dir von meinem Projekt zu erzählen. Mein Notar kümmert sich darum, dass Sie die offiziellen und rechtlichen Dokumente der Spende unterschreiben und das Geld auf Ihr Bankkonto überweisen. Ich bitte Sie, dies anzunehmen, denn es ist ein Geschenk, das ich Ihnen gebe, und das ohne eine Gegenleistung zu verlangen, denn unsere Werke werden bleiben, wenn der Vorhang des Todes auf uns fällt. Ich bleibe in der Hoffnung, Sie zu lesen.

Ja, es ist ein Mittwoch der Langeweile. Daher entschließe ich mich dazu. Sandrine zu antworten. Ich will ja nicht unhöflich sein steige daher auf ihre Worte ein (bitte an alle Leserinnen und Leser: Nicht nachmachen!).

Ich schreibe Sandrine, wie sehr mir ihre Situation leidtut und wie sehr wir bei Mimikama das Geld gebrauchen können. Und warum wir es gebrauchen können, denn der Kampf gegen internetmissbrauch ist ja ein ehrenwertes Ziel.

hallo Sandrine!

Es tut mir sehr Leid, das lesen zu müssen. Aber auf der anderen Seite freut es mich, dass du mit einer Spende an uns denkst. Wir können das Geld sehr gut gebrauchen, denn wir sind ein kleiner Verein ohne große finanzielle Mittel. Wahrscheinlich wirst du schon geschaut haben, was wir machen und gesehen haben, dass unsere Aufgabe, also die Arbeit gegen internetmißbrauch, ein ehrenwertes Ziel ist.
Bitte gebe mir den Kontakt zu deinem Notar, ich sende ihm unsere Bankdaten.

Liebe Grüße
Andre

Ich drücke auf „absenden“ und lehne mich zurück. Ich bin gespannt, wie gut Sandrines Übersetzungsprogramm arbeitet und ob sie (er?) versteht, was ich da geschrieben habe. Ich bin auch neugierig, ob der Scammer sich bei mir melden wir.

Während ich in freudiger Erwartung auf eine Antwort ausharre, klingelt mein Telefon. Eine Smartphone-Rufnummer aus Österreich, die ich nicht kenne, ruft mich an. Am anderen Ende meldet sich eine Person und fragt: „Trinken Sie lieber Rotwein oder Weißwein?“

Wow! Mein grauer Mittwoch wird gerade richtig spannend. Wie dieses Gespräch ausgeht, erfährst du HIER. Denn wir haben Teile des Gesprächs noch aufzeichnen können.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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