Blogheim.at Logo
Start Aktuelles Faktencheck: Gibt es mehr als zwei Geschlechter?

Faktencheck: Gibt es mehr als zwei Geschlechter?

Videos

Cyberattacke lähmt Irlands Gesundheitswesen

Zweiter Angriff auf ein wichtiges nationales Computernetzwerk in den letzten Tagen. Nach der größten Kraftstoffpipeline der USA wurde der irische Gesundheitsdienst Ziel eines "signifikanten...

Impfpässe im Darknet bestellen: LKA warnt vor schweren Folgen

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat wertvolle Hinweise über die Gefahren gefälschter Impfpässe veröffentlicht. Das "Grüne Zertifikat" der EU lässt noch auf sich warten, soll aber...

Schneller zur Impfung: Diese Onlineplattform soll Terminvergabe vereinfachen

Die Impfterminvergabe läuft bei vielen Hausärzten alles andere als effizient ab. Die Plattform sofort-impfen.de könnte das jetzt ändern. Bereits über 200.000 Impfwillige haben sich auf...

Amazon deckt Fakes auf: viele Artikel wurden 2020 vernichtet

Amazon hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen im Jahr 2020 mehr als zwei Millionen Fake-Artikel vernichtet hat. Zudem wurden auch über zehn Milliarden Anzeigen...

Facebook-Themen

Facebook: Pop-up mahnt zum Lesen vor dem Teilen

Ein Facebook-Beitrag ist schnell geteilt! Aber lesen wir alle Beiträge, bevor wir sie teilen? Facebook testet jetzt ein Pop-up, das User auffordert, Nachrichtenartikel vor dem...

Facebook: Lass dich tracken, damit Facebook kostenlos bleibt!

Seit Jahren betont Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass Facebook immer kostenlos bleiben solle. Mit der neuen Apple App Tracking Transparency erscheint für iOS-User bei Facebook und...

Mit einem realen Zugunglück, sollen Facebook-Nutzer in die Falle gelockt werden.

Nein, es gab kein tragisches Zugunglück in Köln! Beiträge auf Facebook sollen Nutzer in eine Phishing-Falle führen! Auf Facebook wird – vermehrt in Gruppen –...

Faktencheck: „Es geht momentan eine Bande um…“ (Auto angefahren)

Aktuell macht ein Beitrag auf Facebook die Runde, der mittlerweile knapp 7.000x geteilt wurde und viele Nutzer in Angst und Schrecken versetzt. Auf einer Warnung,...
-WERBUNG-

„Es gibt nur zwei Geschlechter, Männer und Frauen! Basta!“ – Wirklich?

- Werbung -

Viele lernten es so auch noch in der Schule: die beiden Geschlechter unterscheiden sich nicht nur durch ihre Geschlechtsorgane, sondern auch durch ihre Chromosomen: XX = weiblich, XY = männlich. So der allgemeine Wissenstand bis in die 1990er-Jahre.

Die aktuelle Diskussion

Die Forscherin Maya Forstater verlor ihren Job, nachdem sie sich auf Twitter wiederholt gegen transsexuelle Personen geäußert hat. Sie klagte gegen die Entlassung, doch der Richter entschied, dass die Ansichten von Frau Forstater „unvereinbar mit der Menschenwürde und den Grundrechten anderer“ sei.

Weiter entschied das Gericht, dass Forstaters Ansichten nicht als „geschützer Glaube“ (also ähnlich wie religiöser Glaube) gelten, weswegen man nicht diskriminiert oder entlassen werden darf.

Die Diskussion um das Gerichtsurteil zog kurz darauf noch viel weitere Kreise, als „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling sich ebenfalls unter dem Hastag #IStandWithMaya dazu äußerte, was ihr viel Lob, aber noch viel mehr Unmut einbrachte, da sie die Ansichten Maya Forstaters teilt.

- Werbung -

Grundkurs Biologie

Wie oben bereits erwähnt und sicherlich viele noch so in der Schule gelernt haben:
Wenn mann XX-Chromosomen hat, ist man eine Frau, wenn man XY-Chromosomen hat, ist man ein Mann. Daneben gibt es auch noch beispielsweise den Chromosomensatz XXY, den jeder fünfhunderste Mann in sich hat, aber das nur nebenbei.

Diese starke Vereinfachung ist großartig dazu geeignet, in Biologie die Grundlagen von Chromosomen zu lehren, hat allerdings einen fatalen Denkfehler, der sich bemerkbar macht, wenn man sich die Diskussionen über Transsexualität anschaut: Das biologische Geschlecht wird nicht alleine von den Chromosomen bestimmt!

Es ist in Wahrheit sogar viel komplizierter, da das Geschlecht nicht einmal „in Stein gemeißelt ist“, sondern sich tatsächlich im Laufe eines Lebens sogar ändern kann!
Doch fangen wir mal ganz von vorne an: Bei der Entwicklung eines Embryos!

Am Anfang war das Gen

Wenn sich eine befruchtete Eizelle entwickelt, haben wir zunächst einen Haufen Zellen, die aber in ihrer Gesamtheit noch geschlechtslos sind. Nach etwa fünf Wochen verklumpt sich eine Zellgruppe und bildet das sogenannte „bipotentiale Primordium„. Diese Zellen haben nun das Potential, sich ebtweder in Hoden, in Eierstöcke oder in keines von beidem zu formen.

Doch wodurch wird bestimmt, zu welchen Geschlechtsorganen sich die Zellen entwickeln?
Dies wurde erst 1990 durch die Untersuchung transsexueller Menschen herausgefunden: Das sogenannte SRY-Gen (sex-determing region Y) ist zumindest mitbestimmend, wenn nicht gar auslösend, ob ein Embroy sich männlich entwickelt.

Ganz so einfach ist es aber nicht, denn sind nicht (einfach ausgedrückt!) sämtliche SRY-Gene in den Zellen zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiviert, entwickelt sich das bipotentiale Primordium anders, beispielsweise in weibliche Keimdrüsen.

Noch mehr Gene spielen eine Rolle

Noch weitere Gene wie DMRT1 und FOXL2 reden mit: Durch diese Gene bestimmt sich das Geschlechtsverhalten (wichtig, bitte merken!) bis in das Erwachsenenalter hinein. Wenn diese Gene aus irgendeinem Grund nicht mehr funktionieren, können sich die Keimdrüsen verändern und die Eigenschaften des jeweiligen anderen Geschlechts aufweisen. Dies kann sogar soweit führen, dass sich bestimmte Bestandteile des biologischen Geschlechts komplett verändern.

Das Geschlechtsverhalten ist also keine Krankheit oder „Spleen“, sondern ist tatsächlich an das komplexe Verhalten einer Reihe von Genen geknüpft!

Ein kurzer Ausflug in die Biologie: Das Gehirn

An Penis und Vagina sollt ihr sie erkennen!„, mag sich mancher noch denken, und Zellforschung ist nicht für jedermann zu betreiben (und auch echt kompliziert, wenn man versucht, sich da reinzulesen). Ein anderer Aspekt wird aber gerne und immer wieder für das Geschlechterverhalten hergenommen:
Das sogenannte „männliche“ und „weibliche“ Gehirn!

Tatsächlich weisen die Gehirne von Männern und Frauen Unterschiede auf, doch komplizierter wird es, wenn man sich die einzelnen Hirnareale genauer anschaut!

Nehmen wir als bestes Beispiel mal den Bereich des Hirns, der sich SDN-POA (sexually dimorphic nucleus of the preoptic area = der sexuell dimorphe Kern des präoptischen Bereichs) nennt. Dieser Bereich im Gehirn ist ziemlich winzig, zeigt aber einen Unterschied auf:
Aus bisher noch ungeklärter Ursache ist dieser Bereich bei Männern meistens größer als bei Frauen.

Achtung, wir schrieben bewusst „meistens“, denn nun kommt die Besonderheit: Bei homosexuellen Männern ist dieser Bereich in etwa so groß und gleich vernetzt wie bei heterosexuellen Frauen!

Die simple Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen ist ungenau, da beide Gehirne Geschlechtsmerkmale des anderen Geschlechts aufweisen können.

- Werbung -

Transgender – die biologische Mischung aus Mann und Frau

Gerade durch die Beteiligung von Trans-Personen an den Forschungen konnten viele dieser Unterschiede in der Biologie und der Genetik erst aufgedeckt werden. so konnten mehrere Studien feststellen, dass die Gehirne von Trans-Personen Merkmale beider Geschlechter, teilweise sogar einzigartige Strukturen aufwiesen.

So sehen viele Trans-Personen zwar äußerlich oftmals rein nach Mann oder Frau aus, jedoch gibt es biologisch in der Struktur des Hirns und in den Genen eindeutige Unterschiede.

Die Hormone

Wem es noch nicht kompliziert genug war: Die Hormone haben ebenfalls Einfluß auf das Geschlechtsverhalten!

Hormone kennen wir alle spätestens seit der Pubertät, und die Unterteilung ist eindeutig: Männer produzieren Testosterone, Frauen produzieren Östrogene. So zumindest der einfache Gedankengang.

Bis zur Pubertät ist die Gewichtung der Hormone Testosteron, Östrogen und Progesteron in etwa gleich. Ab dann wird mehr Testosteron oder mehr Östrogen produziert. Zumeist jedenfalls, denn die Gene und das Gehirn haben da das letzte Wort, nicht etwa Penis und Vagina!

Und so kommt es vor, dass genau diese Beiden dann den Geschlechtsorganen widersprechen: Jungs bekommen Brüste und interessieren sich oftmals gleichzeitig auch für andere Jungs, Mädchen haben zusätzlichen Haarwuchs, wirken „burschikoser“ und sind an anderen Mädchen interessiert.

Studien haben allerdings auch herausgefunden, dass die Ausschüttung von Testosteron nur zu 56 Prozent von den Genen beeinflusst wird. Es spielen also noch andere, noch nicht erforschte Faktoren eine Rolle. Schwieriger macht es, dass es keinen tatsächlichen „Durchschnittswert“ gibt, die Hormonwerte unterscheiden sich von Mensch zu Mensch sehr individuell!

Auch Hormone bestimmen kein eindeutiges Geschlecht, sondern sind oftmals sehr individuell.

Fazit

Wir haben hier nun drei Aspekte betrachtet: Die Gene, das Gehirn und die Hormone.
Als Fazit kann man dank zahlreicher wissenschaftlicher Studien eindeutig sagen:

Es gibt nicht nur zwei Geschlechter. Transsexualität ist ein echtes Geschlecht.

Eine Person nur anhand ihrer äußeren Geschlechtsmerkmale als Mann oder Frau zu definieren, ist wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Zuviele Faktoren beeinflussen nicht nur das Geschlechtsverhalten, sondern auch die Entwicklung während der Lebenszeit, so kann sich das Geschlechtsverhalten auch tatsächlich „mittendrin“ ändern.

Es wird Zeit, dass wir Transsexuelle nicht als „Spinner“ abtun, sondern sie als das sehen, was sie sind: Menschen.

Artikelbild: Aquarius Studio / Shutterstock
- Werbung -

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Die Corona-Krise! Wir brauchen deine Unterstützung! Die Corona-Krise stellt uns alle vor großen Herausforderungen und bringt uns an unsere Grenzen. Jeder gibt seinen Teil dazu bei um zu Unterstützen. Gegenüber anderen Medien haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle offen halten. Wenn jeder, der unsere Faktenchecks liest, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben und wir können gemeinsam gegen Fakenews vorgehen. Unterstütze uns und tragen auch Du dazu bei, die Zukunft von Mimikama zu sichern. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Faktencheck zu „Dringender Weckruf: Tausende sterben nach Corona-Impfung“

Ein Video des Internet-Auftritts einer Schweizer Sekte wird stark verbreitet: Angeblich gab es bereits tausende Tote nach den Corona-Impfungen. Doch die genannten Zahlen sind...

5 Erkenntnisse über Mediennutzung von Kindern

Für die Studienreihe "Kindheit, Internet und Medien" wurde eine Untersuchung zur Mediennutzung von Kindern während der Corona-Pandemie durchgeführt. 1.200 sechs- bis dreizehnjährige Kinder sowie deren...

„Ihre Lieferung befindet sich in unserem Zollzentrum“: Vorsicht vor betrügerischer SMS!

Sie haben eine SMS-Nachricht erhalten, dass Ihr bestelltes Paket beim Zollzentrum liegt? Vorsicht, nicht auf den Link klicken! „Ihre Lieferung befindet sich in unserem Zollzentrum....

Lebenslauf-Erstellung auf cvmaker. de führt zu Abo-Vertrag!

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job, und Ihr Lebenslauf braucht einen professionellen Look. Die Suche danach könnte Sie auf die Seite cvmaker.de...

Schlag gegen bundesweit agierende Betrügerbande

Die Polizei in Essen hat mit Kriminalbeamten aus Nürnberg mehrere Objekte einer Betrügerbande durchsucht und zahlreiche Beweismaterialien sichergestellt. Bereits im Sommer 2020 häuften sich bei...
-WERBUNG-
-WERBUNG-