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Freitag, 28 Mai 2021
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Marienkäfer im Gaumen von Hunden? Faktencheck!

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Ein Foto verängstigt Hundehalter. Auf dem Bild sind kleine Marienkäfer zu sehen, die sich direkt am Gaumen eines Hundes festgesetzt haben.

Wir schreiben den Mai 2021. Auf Social Media wird ein Foto verbreitet, dass wir bereits länger kennen. Es handelt sich um ein Foto, auf dem Marienkäfer sich in einem Hundegaumen befinden. Eine ernsthafte Dauergefahr für die Vierbeiner?

In der aktuellen Version des Bildes finden wir einen englischsprachigen Text als Beschreibung. Diese Beschreibung erklärt, dass es sich um Insekten handelt, die wie Marienkäfer aussehen würden, aber „asiatische Käfer“ angeblich sind. Sie würden beißen, stinken und herumfliegen. Man solle daher den Gaumen von Hunden und Katzen kontrollieren:

You may have noticed lots of these little critters around lately that LOOK like Ladybugs, however they are Asian beetles. They bite, they stink and fly around. If you have dogs or cats, make sure to check the roof of their mouths, once in the mouth they stick to the roof and make it very very sore. They are horrible little things!

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Der Text ist uns in dieser Form zum ersten Mal über den Weg gelaufen, das Bild kennen wir jedoch bereits seit dem Jahr 2015. Damals haben wir das erste Mal einen Faktencheck zu diesem Thema verfasst.

Screenhsot Marienkäfer, Wiedergabe des Bildes dient zur Auseinandersetzung mit dem Thema.
Screenhsot Marienkäfer, Wiedergabe des Bildes dient zur Auseinandersetzung mit dem Thema.

Faktencheck Marienkäfer

Es gibt tatsächlich einen einzigen dokumentierten Fall, wo solche Käfer aus der Schnauze eines Hundes entfernt werden mussten. Nachzulesen hier. Der Fall hat sich in 2008 in Kalifornien zugetragen, woher auch das Bild stammen dürfte.

Bei den gezeigten Käfern handelt es sich um den Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis), der zur Familie der Marienkäfer (Coccinellidae) gehört. Diese Art wurde Ende des 20. Jahrhunderts zunächst in die USA und dann auch nach Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Inzwischen tritt er an vielen Stellen massenhaft wild auf und man befürchtet, dass er einheimische Marienkäfer-Arten und auch andere Arten verdrängt.

Gerade im Herbst werden wir uns dieser Plagegeister bewusst, denn dann steigen sie massenhaft in die Luft, besiedeln Häuserwände und andere Orte, die sich durch die letzten Sonnenstrahlen erwärmen.

Bei Gefahren sondern diese Marienkäfer eine orange-gelbe Flüssigkeit (Hämolymphe) ab, die übelriechend ist und in seltenen Fällen eine allergische Reaktion hervorrufen kann. Dass sie sich jedoch in Hundeschnauzen festsaugen oder festkleben, kommt in der Regel nicht vor. Wie gesagt, gibt es nur einen einzig dokumentieren Fall in den letzten zehn Jahren.

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Diese Flüssigkeit ist nicht nur übelriechend, sondern auch sehr bitter, wodurch dieser Käfer für Fressfeinde sehr unattraktiv wird und natürlich auch für unsere Haustiere. Ein Befall ist somit so gut wie auszuschließen!

Ergebnis:

Bereits seit 2015 geistert diese Behauptung durch das Internet. Es handelt sich hier um eine Halbwahrheit, die aus einem Einzelfall entwickelt wurde.

Es ist anzunehmen, dass diese Halbwahrheit gerne als Clickbait oder Like-Sammel-Artikel verwendet wird, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Ja, es gibt diese Käfer, ja, es kam einmal in 10 Jahren vor, dass sie in der Schnauze eines Hundes gefunden wurden, aber im Normalfall stellt dieser eingeschleppte gefräßige Käfer keine Gefahr für heimische Haustiere dar.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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