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Freitag, 28 Mai 2021
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Mann im Stehen gestorben?

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Dieses Video schockt Internet Nutzer – kann man wirklich im Stehen sterben oder ist das ein Fake?

Zu sehen ist ein Mann mit sehr blasser Gesichtshaut, der wie eine Schaufensterpuppe erstarrt zu sein scheint. Mitten in einem Einkaufzentrum, eine Plastiktüte in der Hand haltend.

Es sind keine oder kaum Bewegungen erkennbar und der Mann erscheint fast wie tot. Sanitäter sind vor Ort und transportieren den Mann ab.

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Ist er wirklich im Stehen gestorben?

Die Anfragen beziehen sich auf folgenden Statusbeitrag auf Facebook:

Screenshot_2018-02-06-18-53-40

Bild im Klartext:

Laut Quelle soll der Mann im stehen gestorben sein….Sind auf eure Diagnosen gespannt.

Nein, dieser Mann ist nicht tot! Fake ist es aber auch keiner.

Wenn man genau hinschaut, kann man seine Atembewegungen erkennen, auch die Arme, besonders der, mit der er seine Tüte hält, bewegen sich leicht.

Was hat den Mann in diesen Zustand gebracht?

Diese Phänomen nennt sich Katalepsie und es ist eine Starre, bei der der Erstarrte normalerweise bei vollem Bewusstsein ist.

Katalepsie bezeichnet ein lang andauerndes und starres Beibehalten unnatürlicher Haltungen, wobei sich die Extremitäten der Betroffenen wie bei einer Gliederpuppe in unterschiedliche Positionen bringen lassen, die dann beibehalten werden (wächserne Biegsamkeit der Extremitäten).

Dieser Zustand kommt bei psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder auch bei einer starken Depression vor. Aber auch bei einer Hirnhaut- und Gehirnentzündung kann es zu einer Katalepsie kommen, auch stark belastende emotionale Eindrücke können zu diesem Zustand führen.

Der Ausdruck: „Starr vor Schreck!“ bezeichnet eine Katalepsie und ist in unseren normalen Sprachgebrauch übergegangen.

Diesem Mann ereilte anscheinend eine Katalepsie während des Einkaufens . Der Zustand, in dem er sich jetzt befindet, nennt man auch Stupor oder Starre. Wer Harry Potter kennt, kennt den Erstarrungszauberspruch „Stupor“, bei dem der Gegner erstarrt, aber alles noch mitbekommt, so kann man sich das hier auch für diesen Mann vorstellen.

Im Stupor sind die Menschen wach und verarbeiten auch äußere Reize, können aber nicht mehr darauf reagieren.

Die Gliedmaßen lassen sich leicht bewegen und bleiben dann auch in der neuen Position. Das kann man hier auch sehr gut sehen, als der Mann auf die Trage gelegt wird, der Arm wird ihm angelegt und verbleibt dann in dieser Position.

Totenstarre im Stehen nicht möglich

Wäre der Herr wirklich im Stehen gestorben und die Totenstarre (rigor mortis) hätte blitzschnell eingesetzt, so hätte man den Arm nicht leicht anlegen können. Die Totenstarre ist sehr fest und tritt nicht sofort nach dem Tod ein, sondern erst nach ein bis zwei Stunden (es kann deutlich schneller oder auch langsamer geschehen, aber nie sofort).

Gehen wir mal davon aus, dass das doch möglich wäre und der Herr plötzlich erstarrt gestorben wäre, könnte er dann noch stehen?

Nein!

Denn wenn man selber mal versucht ganz still zustehen, merkt man, dass man sich doch minimal bewegt, um ein Umfallen zu verhindern. Hier in diesem Video kann man sehen, dass Menschen den Mann anfassen und er bleibt trotzdem starr stehen, wie festgeklebt.

Das geht nur bei intaktem Gleichgewichtssinn im Gehirn. Ohne unser Gehirn und die minimalen, unbewussten Bewegungen unserer Muskulatur wäre ein freies Stehen nicht möglich.

Also auch hier der Beweis, dass der Mann nicht tot sein kann.

Dazu kommt, dass eine Dame, wahrscheinlich eine Sanitäterin, die Blutdruck und Puls des Mannes gemessen hat, sagt, dass beides normal sei.

Gut, er lebt und nun?

Er wird in ein Krankenhaus gefahren und zunächst wird man vermutlich versuchen, ihn medikamentös zu behandeln, um die Starre zu lösen (z.B. mit Haloperidol oder mit einem Benzodiazepin, wie Lorazepam). Hat dies keinen Erfolg, so sind Elekroschocks die einzige Möglichkeit, diese Starre zu behandeln.

Ich wünsche dem Herrn sehr, dass es ihm schon besser geht und er auf die schmerzhafte Erfahrung der Elekroschocks verzichten und ihm medikamentös geholfen werden konnte.

In diesem Sinne, gute Besserung nach Russland, denn hier steht ein Mensch in einem psychischen und eventuell auch physischen Ausnahmezustand.

Weiter Quellen:

Katatonie

Totenstarre

Autor: Anke M. – mimikama.at

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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