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Freitag, 28 Januar 2022

Mädchen schickte sich offenbar selbst Hassnachrichten und beschuldigte Mitschülerin

Hasskommentare und Cyber-Mobbing sind ein ernstzunehmendes Problem.

In einem Fall aus Vorarlberg (Österreich) schickte sich ein vermeintliches Opfer selbst Hass-Nachrichten, beschuldigte aber eine Klassenkameradin. Diese leidet nun unter den Folgen.

Angebliches Opfer war Täterin

Wochenlang habe eine 13-jährige Schülerin einer Vorarlberger Mittelschule Bedrohungen und massive Beschimpfungen via Instagram von einer Klassenkameradin erhalten. Wie sich schließlich herausstellte, verfasste das vermeintliche Opfer die Nachrichten selbst und schickte sie sich von verschiedenen Fake-Accounts zu.

Vermeintliche Täterin in der Schule bloßgestellt

Drohungen mit Vergewaltigung, Beleidigungen und sogar Todesdrohungen seien unter den Nachrichten gewesen, wie die „Vorarlberger Nachrichten (VN) in ihrer Samstagsausgabe berichteten. Teilweise seien diese mit dem Vornamen des beschuldigen Mädchens unterzeichnet worden. Die Mutter der vermeintlich Geschädigten habe die Vorfälle zur Anzeige gebracht, woraufhin die vermeintliche Täterin in der Schule von einer Lehrerin vor der gesamten Klasse bloßgestellt worden sei und vier Wochen von der Schule suspendiert wurde. Die 13-Jährige habe in einer anderen Klasse erst nach umfangreicher Intervention wieder am Online-Unterricht teilnehmen dürfen.

Wirkliches Opfer und Familie leiden unter den Vorfällen

Neben der zunächst Beschuldigten selbst seien auch ihre Geschwister und der Rest der Familie nach Publik werden des Vorfalls drangsaliert worden. So sollen die jüngeren Geschwister von Autos verfolgt und vor dem Haus der Familie eine Matratze angezündet worden sein. Wie die Anwältin der Familie, Andrea Höfle-Stenech, berichtete, leide die zunächst beschuldigte Mittelschülerin nach den Vorfällen unter Albträumen, Kopf- und Bauchschmerzen und befinde sich in psychiatrischer Behandlung.

Verfahren gegen eigentliche Täterin eingestellt

Die Staatsanwaltschaft habe zum Zwecke der Ermittlungen die Wohnung der Familie angeblichen Täterin durchsucht, dabei aber keine belastenden Hinweise entdeckt. Im Zuge dessen seien Daten von verschiedenen Mobilfunkanbietern, Instagram-IP-Adressen, sowie Stamm- und Zugangsdaten der falschen Instagram-Accounts angefordert und analysiert worden. Hierbei zeigte sich, dass beinahe alle IP-Adressen dem Internetanschluss des vermeintlichen Opfers zuzuordnen waren. Schließlich wurde auch deren Haus durchsucht und in einem von zwei dort gefundenen Smartphones die versendeten Nachrichten entdeckt, berichtet die „VN“.

Da das Mädchen zum Zeitpunkt der Tat aber noch keine 14 Jahre alt und somit nicht strafmündig war, wurde das Verfahren wegen Verleumdung, Fälschung eines Beweismittels und falscher Zeugenaussage eingestellt.


Quelle: derStandard.at

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