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Freitag, 23 Juli 2021
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Kinderbilder auf Social Media? Das ist zu beachten.

Facebook-Themen

Sollen Kinderbilder auf Social Media veröffentlicht werden? Eltern entscheiden natürlich selbst, ob und wie viele Kinderfotos sie auf ihren Profilen veröffentlichen.

Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu schützen? klicksafe bietet mit „Zu nackt fürs Internet? – 10 Schritte für mehr Sicherheit im Umgang mit Kinderfotos online“ eine Infokarte an, mit der Eltern einfach überprüfen können, ob sie alle wichtigen Aspekte berücksichtigt haben. Die Infokarte regt unter anderem dazu an, Kinder aktiv in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen und sich in die Perspektive der abgebildeten Kinder hineinzuversetzen. Eltern müssen aber nicht nur das Recht am eigenen Bild bzw. die Persönlichkeitsrechte der Kinder berücksichtigen. Es gibt zudem abstraktere Gefahren, die Eltern vorab bedenken sollten.

10 Schritte für mehr Sicherheit im Umgang mit Kinderfotos online!

Kann ich das Bild online teilen?

  1. Haben ich oder meine Familie das Foto selbst gemacht, oder habe ich die Rechte am Bild abgeklärt? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  2. Sind noch andere Personen zu erkennen, und habe ich deren Erlaubnis, das Bild zu teilen? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  3. Sind im Hintergrund des Fotos keine Dinge zu sehen, die anderen Personen unangenehm sein könnten? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  4. Ist mein Kind auf dem Bild bekleidet und auch nicht in einer peinlichen Situation zu sehen? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  5. Ist mein Kind mit dem Teilen des Fotos einverstanden, sobald es alt genug für eine Meinung ist? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  6. Sind alle Elternteile oder Erziehungsberechtigten mit dem Teilen des Bildes einverstanden? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  7. Wäre es für mich persönlich akzeptabel, wenn ein solches Kinderbild von mir heute im Internet zugänglich wäre? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  8. Habe ich meine Sicherheitseinstellungen überprüft und bin ich mir sicher zu wissen, wer das Bild sehen kann? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  9. Bin ich mir bewusst, dass ich beim Hochladen des Bildes teilweise die Rechte an dem Bild an die Plattform verliere? Nein? Dann das Bild nicht teilen!
  10. Wäre es tragbar, wenn durch einen Fehler von jemand anderes (z.B. ungefragtes Weiterleiten), das Bild für jedermann zugänglich wäre? Nein? Dann das Bild nicht teilen!

Wurden alle 10 Punkte mit einem „JA“ beantwortet, dann könnte man das Bild teilen!

Screenshot: Fflyer | "Zu nackt fürs Internet? - 10 Schritte für mehr Sicherheit im Umgang mit Kinderfotos online
Screenshot: Fflyer | „Zu nackt fürs Internet? – 10 Schritte für mehr Sicherheit im Umgang mit Kinderfotos online

Wir selbst appellieren jedoch an dieser Stelle, auf die Privatsphäre der abgebildeten Personen zu achten.

Fotos von Kindern haben auf Facebook absolut nichts zu suchen“ oder „Es gibt so viele Wahnsinnige da draußen, die sich an den Bildern der Kinder ergötzen“ und „Selber Schuld, wenn dein Kind mal verschwindet, heule aber ja nicht rum“.

Aus solchen Aussagen entstehen im Internet immer sehr lange Debatten, wie gefährlich das Veröffentlichen von Kinderfotos ist. Klar ist, dass so ein Inhalt bei vielen Nutzern eine Emotion hervorruft, was auch nachvollziehbar ist.

Wir sollten und müssen Differenzieren!

Sicherlich dürfte uns allen bewusst sein, dass nicht sofort hinter jedem Posting mit einem Kinderbild jemand lauert, die oder der das Bild missbräuchlich nutzt. Dennoch sollte man jegliche potenziellen Gefahren auch berücksichtigen dürfen. Dabei stehen immer wieder einige Fragen im Raum:

Müssen wir wirklich die Augen mit einem schwarzen Balken versehen, die Gesichter der Kinder mit übergroßen gelben Emojis überdecken, um diese Fotos dann am Ende zu veröffentlichen? Kann es vielleicht nicht einmal sein, dass die Kinder, wenn sie mal älter sind sich darüber wundern, was die Eltern damals aus Ihrem Bild eigentlich gemacht haben?

Vielleicht ist es den Kindern später einmal egal, ob sie in den Postings der Eltern und Großeltern erscheinen, da sie mit einer ganz anderen Selbstverständlichkeit im Netz aufwachsen. Sie erleben eine Öffentlichkeit, die ihre Eltern so nie als Kind kannten.

An dieser Stelle gilt aber auch: Am Ende kann man jedes einzelne Argument 1:1 umgekehrt anlegen.

Und nun?

Bei sehr vielen Themen, welche mit der Erziehung zu tun haben, zeichnet sich auch diese endlos scheinende Debatte in Netz immer wieder durch eine sehr harte Diskussion unter den Nutzern aus. Klar ist, dass Eltern, die Fotos ihres Kindes auf Facebook und CO veröffentlichen haben, sich dafür bewusst entschieden haben. So etwas passiert nicht aus reinem Zufall!

Kinderfotos und das Thema: Recht am eigenen Bild und das Persönlichkeitsrecht

Ja auch Kinder haben ein Persönlichkeitsrecht. Dazu zählt vor allem das Recht auf Privatsphäre sowie Anonymität und das Recht am eigenen Bild. Wie der Name (Persönlichkeitsrecht) schon sagt, kann nur die betroffene Person selbst darüber verfügen. Sprich: Eltern können daher nicht einfach so entscheiden, welche Bilder sie von ihrem Kind veröffentlichen. Dafür muss aber ein Kind in der Lage sein dies auch zu begreifen. Man spricht hier auch von der sogenannten „Einsichtsfähigkeit“ Dies wiederum bedeutet, dass Kleinkinder einer Veröffentlichung nicht zustimmen können, sondern in der Regel erst Kinder ab dem 14 Lebensjahr. Vor dem 14. Lebensjahr liegen also die Bildrechte, vor allem die damit verbundene Verantwortung, bei den Eltern.

Unsere Tipps zum Thema: Kinderfotos im Internet

  1. Denkt immer daran: Ihr seid ein Vorbild, vermittelt euren Kindern also einen verantwortungsbewussten Umgang mit persönlichen Daten im Internet, denn wie willst du deinem Kind den immer wichtigeren sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten im Netz beibringen, wenn das Leben deines Kindes schon vorher lückenlos online steht?
  2. Wenn Sie ein Bild Ihres Kindes veröffentlichen, dann vermeiden sie die Angabe von dem vollständigen Namen, Ihren Wohnort, die Schule usw. Also jene Daten die im Zusammenhang mit dem gezeigten Foto stehen.
  3. Vermeidet bitte Bilder des Kindes, wo man es in einer unangemessenen oder peinlichen Situation erkennen kann.
  4. Haben die Kinder ein gewisses Alter erreicht, dann bezieht doch eure Kinder in diese Diskussion ein und sprecht über den Umgang mit Bildern der Kinder im Netz!  Und vor allem:
  5. Überprüft die Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook und CO. Wenn man schon ein Bild postet, dann sollte man dies max. für „Freunde“ tun, nie aber „öffentlich“

Und nun?

NutzerInnen streiten: Die einen sind strikt gegen eine Veröffentlichung von Kinderbildern auf Social Media. Die anderen interessiert es nicht und sie möchten gerne voller Stolz ihre Kinder zeigen. Was ist richtig, was ist falsch? Wir können diese Frage nur bedingt beantworten. Wir sind der Meinung, dass Eltern, die ihr Kind zeigen möchten, zumindest dabei grundsätzlich weitestgehend die Privatsphäre ihrer Kinder schützen sollen. Möchte man über die Augen einen schwarzen Balken legen, dann soll man es tun. Möchte man das Gesicht verpixeln, oder ein Emoji darüber legen, dann  ist das OK.

Was man jedoch tun sollte, ist…

Man sollte das Persönlichkeitsrecht des Kindes wahren und angeführte Tipps beherzigen! Man sollte jedoch nicht panisch und hysterisch durchs Netz „laufen“ und anderen Eltern, die die Fotos Ihrer Kinder veröffentlichen, einen Vorwurf machen, denn so etwas ist auch nicht wirklich hilfreich! Auch das gehört zu einer Vorbildfunktion, denn man muss Kinder, bei welchem Thema auch immer, stärken. Mit Hysterie erreicht man wohl eher das Gegenteil. Was im Übrigen generell bei der Kindererziehung zutrifft.

Am Ende ist jede Warnung auch nur die eindringliche Bitte, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. Eltern entscheiden natürlich selbst, ob und wie viele Kinderfotos sie auf ihren Accounts veröffentlichen. Wir können da am Ende lediglich appellieren, auf die Privatsphäre der abgebildeten Personen zu achten.


Mehr zu diesem Thema bei klicksafe:“Kinderbilder im Netz: Das sollten Eltern beachten


Artikelbild: Von Tatevosian Yana / Shutterstock.com

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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