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Dienstag, 26 Oktober 2021

Keine Lust auf „Plastikpost“? So kannst du sie verhindern!

Müllvermeidung ist nicht erst seit gestern ein wichtiges Thema! Doch oftmals bekommt man überflüssige Umverpackungen ins Haus, ohne dass man diese wünscht!

Genau dagegen wehrt sich seit Januar 2018 der Verein „Letzte Werbung e.V.“. Der gemeinnützige Verein aus Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, überflüssiger und unerwünschter Werbepost einen Riegel vorzuschieben, bzw. vorschieben zu lassen. Und das auf einfache Weise:

„Letzte Werbung e.V.“ bietet kostenlos Aufkleber an, die man an den eigenen Briefkasten klebt und damit der Werbung per Post widerspricht. Solche Aufkleber sind in einem gewissen Rahmen rechtlich bindend, so beschreibt es auch die Verbraucherzentrale:

Nicht adressierte Reklamesendungen, Handzettel und Wurfsendungen
Um diese Werbung fernzuhalten, genügt der einfache Aufkleber „Keine Werbung“. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass werbende Unternehmen diesen oder einen Aufkleber mit gleicher Aussage beachten müssen (Az. VI ZR 182/88).

Am Ende sind die Aufkleber jedoch nur der erste Schritt in eine bestimmte Richtung und sollen eine Verhaltensänderung bewirken.

Hoffnung auf Feedbackverhalten

Der Verein erhofft sich hierbei, dass speziell die Deutsche Post (bzw. der jeweilige Zusteller) am Ende spürt, wenn viele nicht adressierte Reklamesendungen, Handzettel und Wurfsendungen nicht zugestellt werden können und somit übrigbleiben. Daraus soll ein Feedbackverhalten resultieren.

Die jeweiligen Zusteller geben eine Rückmeldung, dass sie nicht so viele Sendungen zustellen können und somit solle beim nächsten Druck die Auflage gesenkt und Rohstoffe eingespart werden. Das Ergebnis wäre auf langfristige Sicht also eine Reduktion der Werbeflut.

Der Anlass

Wir haben mit Vereinsgründer Sebastian Sielmann telefoniert und über die Ziele des Vereins gesprochen. Primärziel von „Letzte Werbung e.V.“ ist natürlich der Stopp der überflüssigen und ungewollten Werbeflut. Natürlich gibt es die Idee der Aufkleber schon länger, doch diese sind eben nicht immer verfügbar.

Sielmann gab in einem Telefonat uns gegenüber an, dass die Aufkleber eine Starthilfe sein sollen. 76% aller Deutschen wollen keine Werbepost, sagt Sielmann uns gegenüber und verweist auf eine Umfrage (hier), aber nur ein Drittel dieser Menschen haben nach seiner Aussage einen Aufkleber am Briefkasten, mit dem sie widersprechen. Das möchte Sielmann mit seinem Verein ändern.

Weitere Wege

Der Verein, der zum größten Teil aus ehrenamtlicher Arbeit besteht, vertreibt nicht allein Aufkleber zum Stopp der Werbeflut, sondern setzt auch auf Bildung. Um das Konsumentenverhalten nachhaltig zu prägen, hat der Verein „Letzte Werbung e.V.“ Unterrichtsmaterialien entworfen, welche für Lehrerinnen und Lehrer frei zugänglich über die Plattform „lehrermarktplatz.de“ bezogen werden können (hier und hier).

Ganz neu wird die Melde-App sein, teilte Sielmann uns mit. „Letzte Werbung e.V.“  arbeitet derzeit an einer App, mit deren Hilfe Zustell-Sünden (also Nicht adressierte Reklamesendungen, Handzettel und Wurfsendungen, die trotz Aufkleber zugestellt wurden) einfach gemeldet werden können. Diese App wird in naher Zukunft erscheinen, wir werden entsprechend berichten.

Überdies arbeitet der Verein mit Prof. Dr. Stefan Gäth von der Professur für Abfall- und Ressourcenmanagement der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammen.

Aktuelles Projekt: „Stoppt die Plastikpost“

Bei diesem Projekt geht es ganz speziell um die in Plastik verpackte Sendungen mit dem Namen „Einkauf aktuell“ der Deutschen Post, für die auch Werbeplätze beworben werden (vergleiche):

Aktivieren Sie Ihre Zielgruppe mit Ihren aktuellen Angeboten als Anzeige oder Beilage. Durch die Nutzung von EINKAUFAKTUELL verbinden Sie regionale Haushaltswerbung mit nützlichem Mehrwert, einem kostenlosen TV-Programm, für Ihre Kunden.

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Diese Sendungen fallen dem Verein besonders unangenehm auf, da sie zusätzlich in einer Plastikhülle eingeschweißt sind.

Wer mehr über den Verein wissen möchte, kann sich auf www.letzte-werbung.de erkundigen. Der Verein ist offiziell im Registerauszug eingetragen, hier die Seite im Handelsregister.

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