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Sonntag, 25 Juli 2021
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Kauf von Welpen und Tierbabys auf adiso. at nicht ratsam

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Konsument/innen finden auf adiso. at Hundewelpen und Tierbabys unterschiedlichster Rassen. Die abgebildeten Tierfotos verlocken zwar zu einem Kauf, doch davon ist dringend abzuraten.

Unser Kooperationspartner Watchlist Internet warnt vor adiso. at.

Personen, die sich für einen Welpen entscheiden, müssen meist vorab Geld bezahlen ohne den Hund gesehen zu haben. Es kommt immer wieder zu weiteren Geldforderungen, bis die Opfer begreifen, dass es die Welpen gar nicht gibt.

adiso. at präsentiert sich als eine österreichische Kleinanzeigenplattform. Insbesondere Hundewelpen wie Pomskis, Huskies, Mini Pomeranian, Rottweiler oder Bulldoggen werden dort angeboten. Konsument/innen, die auf die Website stoßen, finden unzählige Angebote zu Tieren aus Ortschaften in ihrer Nähe. Süße Fotos sollen zu einem unüberlegten Kauf bewegen.

Quelle: Watchlist Internet
Quelle: Watchlist Internet

Die Beschreibungen der Hunde sind allesamt so formuliert, dass eine Anschaffung möglichst unkompliziert klingt. Die Hundebabys sind geimpft, gechipt, vertragen sich mit Katzen und sind an Kinder gewöhnt. Die Preise bewegen sich meist um die 200 bis 400 Euro.

Achtung: Auf der Plattform sind keine Infos dazu zu finden, ob es sich um zugelassene Zuchten handelt und auch wir konnten im Test ohne jegliches Problem Inserate als Privatperson erstellen. Dieses Vorgehen ist in Österreich verboten. Privatpersonen dürfen bis auf wenige Ausnahmen online keine Hunde oder Katzen verkaufen!

Was kann bei einem Kauf passieren?

Konsument/innen, die sich bei derartigen Plattformen zu einem Kauf entschließen und die angegebenen Whatsapp-Nummern kontaktieren, erhalten meist weitere Infos zu den Hunden und erfahren, dass sie sich im Ausland befinden.

Bezahlt werden muss per Vorkasse. Der Kauf wird über entsprechende Tiertransport-Unternehmen erfolgen und soll sich unkompliziert gestalten. Bezahlen Konsument/innen den geforderten Betrag, werden sie darüber benachrichtigt, dass die Tiere verschickt wurden. Kurz darauf werden aber zusätzliche Beträge gefordert.

So fallen plötzlich weitere Kosten für den Transport an, das Tier muss eine spezielle Impfung erhalten, um den Import zu ermöglichen oder sonstige unerwartete Ereignisse treten auf, die weitere Zahlungen erforderlich machen.

Dieses Vorgehen wird häufig so lange fortgesetzt, bis die Opfer der Kriminellen begreifen, dass es sich um Betrug handelt und es das versprochene Junge gar nicht gibt.

Wie ist der Betrug vorab zu erkennen?

Neben dem Faktum, dass der private Online-Handel mit Tieren in Österreich verboten ist, sprechen auch einige andere Dinge gegen einen Einkauf auf der Plattform:

  • Die Inserate sind teilweise doppelt und dreifach zu finden, während immer unterschiedliche Ortschaften angegeben sind. Die angegebenen Kontaktdaten sind aber immer dieselben.

Quelle: Watchlist Internet
Quelle: Watchlist Internet

  • Es sind keinerlei Infos zu den Verkäufer/innen angegeben und häufig ist nur eine Whatsapp-Nummer auffindbar. Teilweise sind diese Nummern noch dazu aus dem Ausland, obwohl das jeweilige Inserat eine Ortschaft in Österreich vorgibt.
  • Die Plattform adiso. at ist unbekannt und stellt kein Impressum zur Verfügung. Es ist also nicht möglich, genaueres über den Betreiber zu erfahren.
  • Genauere Nachforschungen ergeben, dass die Website aus der Ukraine betrieben wird. Für eine Plattform speziell für den österreichischen Markt, ist dies ungewöhnlich und stiftet kein Vertrauen.

Tipps für den Online-Tierkauf

Der Online-Tierhandel ist in Österreich streng reguliert. Das ist sowohl für das Tierwohl als auch die Konsument/innen wichtig. Um zu verhindern, Opfer von Kriminellen zu werden, sollte daher nur von gemeldeter Zucht gekauft werden.

Dubiose Anzeigen ohne Züchternachweis oder Verkaufsberechtigung sollten ebenso vermieden werden, wie der Import aus dem Ausland. Ist eine Besichtigung der Hunde oder ein Besuch bei der Zucht nicht möglich oder wird abgeblockt, sollte an anderer Stelle weitergesucht werden. Auch von Vorabüberweisungen ins Ausland ist dringend abzuraten.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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