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Samstag, 24 Juli 2021
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Kamera für eine Waffe angesehen: Der Faktencheck

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Auf einem Sharepic sieht man zwei Kinder, die sich vor einer Kamera „ergeben“, da sie angeblich die Kamera für eine Waffe angesehen haben.

Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Kinder und auch Fotos, die von zwei verschiedenen Personen aufgenommen wurden. Beide sind dennoch in Flüchtlingscamps entstanden und es geht thematisch bei beiden darum, dass die Kinder eine Kamera für eine Waffe gehalten haben. Man liest unter dem Sharepic:

Zwei syrische Kinder, die eine Kamera für eine Waffe gehalten haben.

Zu beiden Bildern gibt es tatsächlich zwei Geschichten, auf die wir in diesem Faktencheck verweisen. Beide Fotografen sind bekannt, auch die Herkunft der Bilder ist geklärt. Insofern ist das folgende Sharepic kein Fake:

Kamera_ Screenshot Facebook
Kamera_ Screenshot Facebook

Faktencheck Kamera für eine Waffe gehalten.

Beginnen wir daher mit dem oberen Bild.

Die Kollegen von Snopes haben dieses Bild bereits im November 2015 beschrieben. Es handelt sich dabei um ein Foto, das erstmals am 24. März 2015 von der Journalistin Nadia AbuShaban auf Twitter veröffentlicht wurde. Während AbuShaban das Kind korrekt als syrisch identifizierte, bezweifelten viele Menschen die Echtheit des Fotos, da wichtige Informationen (wie der Name des Fotografen und das Datum der Aufnahme) fehlten.

Mittlerweile steht fest: Das Foto stammt von dem türkischen Fotojournalisten Osman Sağırlı. Es wurde im Dezember 2014, im Flüchtlingslager Atmeh in Syrien aufgenommen wurde und zeigt ein 4-jähriges Mädchen namens Hudea, das Angst vor dem Teleobjektiv seiner Kamera hatte.

Mehr dazu, so wie auch der Wortlaut des Fotografen zu dem Bild, in dem Faktencheck-Artikel von Snopes hier.

Das zweite Bild

Das untere Bild in dem Sharepic stammt ebenfalls aus einem Flüchtlingslager. Es wurde von dem Fotografen und Rote Kreuz Mitarbeiter René Schulthoff (www.reneschulthoff.de) im Flüchtlingslager al-Azraq in Jordanien Dezember 2014 aufgenommen.

Hier ist ebenfalls ein syrisches Mädchen zu sehen. Schulthoff hatte dieses gegenüber der Daily Mail bestätigt. Gegenüber dem Boulevardblatt sagte er:

Ich hatte Tränen in den Augen, als ich sie so auf meinem Computer sah. Ich war schockiert von ihrer Reaktion, der Angst und dem Anblick ihrer Tränen….. Es ist eine Tragödie für diese junge Generation.

Ebenso suchte er im Dezember 2015 über Twitter das Mädchen, damit er sie noch einmal besuchen kann, um ihr ein Lächeln zu schenken.

Schulthoff besuchte zwar das Flüchtlingslager im Sommer 2015 erneut, konnte nach eigenen Angaben das Mädchen aber nicht mehr finden.

Artikelbild: yeniakit.com.tr / Via Osman Sağırlı

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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