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Samstag, 29 Januar 2022

Nein, Kamala Harris schwört nicht auf eine Geldbörse!

Eine wüste Theorie, die sogar die Vereidigung ungültig machen soll: Angeblich schwor Kamala Harris gar nicht auf die Bibel!

Am 20 Januar wurde natürlich nicht nur Joe Biden als US-Präsident vereidigt, sondern auch Kamala Harris als seine Vizepräsidentin. Traditionell liegt dabei die linke Hand (meistens) auf der Bibel, doch da liegt noch etwas anderes zwischen Harris‘ Hand und dem Buch.

Dies sorgt für wilde Spekulationen in einschlägigen Kreisen:

Worauf schwört Kamala Harris
Worauf schwört Kamala Harris

So vermutet ein Priester, dass Harris technisch gar nicht als Vizepräsidentin vereidigt wäre und sich somit an keine Regeln halten müsse. Andere vermuten, dies sei eine Geldbörse, Harris würde also auf das Kapital schwören, und wieder andere meinen, sie schwöre auf ihren Terminkalender, den sie dazwischenlegte, da „Satanisten keine Bibel anfassen können“.

Kamala Harris schwört sogar auf zwei Bibeln

Wer hin und wieder mal in die Kirche geht oder ging, kennt es vielleicht, was man auf dem Bild sieht: Eine sogenannte Gotteslobhülle, eine Schutzhülle für religiöse Bücher wie Gesangsbücher oder die Bibel, welche mit Schnallen oder einem Reißverschluss versehen ist.

Und tatsächlich befindet sich eine Bibel in der Gotteslobhülle:

Holy Bible
Holy Bible, Bildquelle: AFP/The Australian

Die erste gehörte Regina Shelton (siehe HIER), einer Freundin der Familie, die Harris als Ersatzmutter ansah. Harris hat diese Bibel schon einmal benutzt, als sie den Amtseid sowohl als kalifornische Generalstaatsanwältin als auch als US-Senatorin ablegte.

Die zweite Bibel gehörte zuvor dem verstorbenen Richter Thurgood Marshall (siehe HIER), dem ersten schwarzen Mitglied des Obersten Gerichtshofs und Harris‘ lebenslangem politischen Vorbild.

Und wenn es keine Bibel gewesen wäre?

Das wäre vollkommen egal gewesen, sie hätte auch auf einen Batman-Comic oder eine Rolling Stones-CD schwören können, denn eine Bibel ist nicht zwingend Teil der Zeremonie (siehe HIER).

So schwor John Quincy Adams 1825 auf ein Gesetzbuch, Theodore Roosevelt  1901 auf keiner Bibel. Hingegen Richard Nixon (1969 und 1973) (siehe HIER), George H.W. Bush, Barak Obama und Donald Trump schworen auf zwei Bibeln.

Dass keine Bibel nötig ist, um zu schwören, musste Ted Crockett bei einem Interview mit Jake Tapper auf CNN erfahren. Crockett, Sprecher des kontroversen US-Richters Roy Moore, war der Ansicht, Muslime dürfen nicht in den US-Senat, da sie dafür auf die Bibel schwören müssten.

Fazit

Kamala Harris schwor nicht nur auf eine, sondern sogar zwei Bibeln. Doch selbst wenn es keine Bibel gewesen wäre, so würde das nichts an der Rechtmäßigkeit der Vereidigung ändern, denn eine Bibel ist nicht vorgeschrieben.

Weitere Quellen: npr, The Australian

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