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Ist die Sonnenfinsternis also gefährlich fürs Auge? JA!

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Aus aktuellem Anlass und als Ergänzung zu unserem Bericht “Wird die Sonnenfinsternis am Freitag, den 20.3.2015 das Stromnetz stilllegen?” möchten wir noch kurz etwas zu der Sonnenfinsternis sagen:  Wir wurde mehrfach gefragt, wo man die Sonnenfilterbrillen denn bekommen könnte, oder ob CDs oder gefaltete Rettungsdecken auch ausreichend wären.

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Dazu vorab: NEIN! CDs, rußgeschwärztes Glas, Rettungsdecken, Solariumbrillen oder Schweißerbrillen sind NICHT TAUGLICH!

Ist die Sonnenfinsternis also gefährlich fürs Auge?

Ja! Sie sollten daher auf keinen Fall mit freiem Auge in die Sonne blicken!

Warum?

Es geht um das Spektrum der Sonnenstrahlung. Schweißerbrillen filtern z.B. den in den Schweißfunken vorkommenden Lichtanteil, sind aber nicht für das breite Spektrum von UV, IR und sonstiger Strahlung der Sonne ausgelegt.

Nur Sonnenfilterfolie mit CE-Zeichen und Klassifizierung „ND5“ oder „für die Augen“ filtert verlässlich 99,999 % der einfallenden Strahlung.

Außerdem können kaum sichtbare Beschädigungen an Schweißerbrillen auch noch besonders gefährlich sein, weil dort unmerklich Strahlung ins Auge einfallen kann. CDs gehen schon mal gar nicht, ebenso wenig gerußtes Glas. Auch keine Röntgenaufnahme, dunklen Socken oder irgendwelche anderen Hilfsmittel!

UPDATE 19.03.2015, 20:03 Uhr

Da relativ viele Leute nachfragen, bzw. auch vielerorts davon geredet wird, dass Schweißerbrillen bzw. Schweißerschilde tauglich wären:

Grundsätzlich bieten Schweißerschilde (nicht Schweißerbrillen) – je nach Stärke – einen akzeptablen Schutz. Die DIN EN 169 bzw. DIN EN 175 regeln die Schutzfaktoren eines Augenschutzes. Hier gibt es sogenannte Schutzklassen: Je größer die Zahl, desto stärker der Schutz. Theoretisch sollte ein Schutz ab Kategorie 11 oder 12 ausreichen, um kurzzeitig in die Sonne zu schauen.

ABER: Der Schutz ist nicht so effektiv wie bei der speziellen Sonnenfilterfolie! Es ist ein Augenschutz, der speziell auf den beim Schweißen entstehenden Lichtbogen abgestimmt ist, nicht auf das Spektrum der elektromagnetischen Strahlung der Sonne. Schäden sind nicht auszuschließen, und wir als ZDDK möchten da auf keinen Fall den ausschlaggebenden Rat erteilen, dies auszuprobieren. Die Sonnenfilterfolie wurde eigens für den Zweck der direkten Sonnebeobachtung gefertigt, entsprechend geprüft und trägt das CE-Kennzeichen, erfüllt also die erforderlichen Normen.

Außerdem: ob eine Schweißerschild geeignet ist, und ob er noch in einem akzeptablen Zustand ist, der noch genügenden Schutz bietet, ist für viele Laien nicht einfach zu beurteilen. Selbst kleinste Kratzer oder Schädigungen in der Schutzschicht könnten genug Strahlung durchlassen, um die empfindliche Netzhaut zu schädigen. Wie gesagt: Die Schädigung selbst ist nicht schmerzhaft, wir würden es nicht merken, dass gerade unsere Netzhaut verbrennt. Daher möchten wir dringend davon abraten, solche Maßnahmen zu benutzen und lieber auf die Alternativen (Lochkamera, etc., siehe unten) verweisen.

Auch lesen wir häufig den Vorschlag, mit dem Handy in die Sonne zu „gucken“. Dies schädigt zwar die Augen nicht, aber ob der Bildsensor das mitmacht bleibt dahingestellt. In jedem Falle dürfte keine sinnvolle Aufnahme entstehen, da das Bild völlig „überstrahlt“ wäre. Die CCD-Sensoren in gängigen Smartphones sind eben nicht für Sonnenfotografie ausgelegt und stehen dem in modernen Spiegelreflexkameras in Einigem nach. Wer ernsthaft erwägt, die Finsternis morgen bildlich festzuhalten, dem sei z.B. dieser Artikel hier ans Herz gelegt: http://gwegner.de/know-how/sonnenfinsternis-fotografieren/

Für Fotoaufnahmen reicht übrigens eine Filterfolie mit der Klassifizierung ND3.8. Diese darf aber nicht für die direkte Beobachtung mit den Augen verwendet werden!

>>> Das ist im Extremfall noch viel gefährlicher: Subjektiv gesehen dunkeln diese unzureichenden Maßnahmen die Sonne ausreichend ab, die Pupille weitet sich, man kann entspannter in die Sonne blicken. Aber eben durch diese geweitete Pupille fällt viel mehr Strahlung ein und kann die Netzhaut nachhaltig schädigen. <<<

1999 ist ein 18-jähriger Junge in Berlin fast erblindet

1999 ist ein 18-jähriger Junge in Berlin fast erblindet, weil er minutenlang ungeschützt in die Sonne geblickt hatte. Nur durch langwierige Behandlung und sehr viel Glück kann er heute wieder ausreichend sehen.

Wer noch Brillen von 1999 bei sich findet, kann diese natürlich auch nehmen, VORHER ABER BITTE AUF BESCHÄDIGUNGEN PRÜFEN!

Jetzt noch Brillen oder Folie irgendwo rechtzeitig zu erstehen, dürfte sehr schwierig bis unmöglich sein. Damit ihr trotzdem das Schauspiel nicht verpasst, haben wir hier Links, wo man unter anderem erfährt, wie man sich mit ganz einfachen Mitteln in nur ein paar Minuten eine Lochkamera basteln kann.

Florian Freistetter vom Blog „Astrodicticum Simplex“ hat 2011 für die damalige Finsternis diese Bastelanleitung verfasst.

Auf dem Blog „BonnerSterne“ gibt es eine Anleitung, wie man die Sonne mit einem Taschenspiegel an eine Wand projizieren kann:

Das ZDDK-Team wünscht allen Sonnenbeobachtern einen klaren Himmel und eine tolle Beobachtung!

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