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Aktuelles C19-Infektionstodesrate nicht auf 0,014 Prozent pauschalisierbar

C19-Infektionstodesrate nicht auf 0,014 Prozent pauschalisierbar

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Zurzeit geht ein Schreiben auf Facebook um, das belegen soll, dass die Infektionstodesrate wegen Covid-19 in Deutschland bei 0,014 Prozent liegt. Doch die Rechnung geht so nicht auf.

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Das Schreiben enthält Angaben zum Infektionsgeschehen in Deutschland vom 12. November – also Zahlen zu Infizierten, Genesenen und Todesfälle, der Anzahl der Testungen und der belegten Intensivbetten. In dem Facebook-Post sind jedoch die angeblich besonders wichtigen Zahlen dick und gelb unterstrichen. Sie sagen einem, dass 82,9 Millionen Menschen, demnach 99,67 Prozent der Bevölkerung, nicht von Covid-19 in Deutschland betroffen seien und dass die Infektionstodesrate bei 0,014 Prozent liege.

Die Hervorhebung und die spöttische Ansage des Posts deuten darauf hin, dass damit wieder einmal versucht wird, die Pandemie als weniger gefährlich als es scheint darzustellen. Bisher wurde der Post bereits über 4.400 Mal geteilt.

Zahlen sind größtenteils richtig

CORRECTIV hat sich die Zahlen bereits genau angesehen und herausgefunden, dass zwar die meisten Angaben stimmen, doch die angegebene Betroffenenzahl und die hervorgehobene Infektionstodesrate von 0,014 Prozent tun es nicht.

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Richtig sind laut dem Lagebericht des RKI vom 12. November die Zahlen der bestätigte Corona-Fälle, 727.553,  der Todesfälle, 11.982 und schätzungsweise der Genesenen 467.800 (hier handelt es sich laut CORRECTIV nur um eine Schätzung, da diese Zahl nicht explizit erhoben wird).

Die aktiven Fälle werden aus den Zahlen der übermittelten Fälle abzüglich der Genesen und der Verstorbenen errechnet. In dem Post sind das 259.753 Fälle, was nicht richtig ist. Die korrekte Zahl lautet 247.800. Die Zahlen zu der Intensivbettenbelegung für den 12. November stimmen laut CORRECTIV und DIVI-Intensivregister wiederum.

Nicht ganz so rund gerechnet

Wie CORRECTIV bereits feststellte, stammt die Info, dass 99,67 Prozent der Menschen nicht von Covid-19 „betroffen“ wären, nicht vom RKI. Es handelt sich somit wahrscheinlich um eine Berechnung, der Person hinter dem Facebook-Sharepic. Es scheint demnach, dass hierfür die Einwohner*Innenzahl in Deutschland von Ende 2019 mit der Zahl der aktiven Corona-Fälle ins Verhältnis gesetzt wurde.

Die Berechnung wird also mit den 247.800 (oder wohl eher mit den 259.753 aus der vorherigen falschen Rechnung) angestellt. Die Aussage ist jedoch irreführend, denn das wären ausschließlich die Fälle an einem einzigen Tag, dem 12. November. Insgesamt waren jedoch laut CORRECTIV bisher 727.553 Menschen in Deutschland mit Covid-19 infiziert und damit direkt von Covid-19 „betroffen“.

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Studien schätzen Infektionstodesrate deutlich höher

Auch die Zahl der Infektionstodesrate ist nicht korrekt dargestellt, da es sich wohlmöglich aus der Berechnung der Todesfälle im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ergibt: 11.982 von 83.166.711 sind demnach rund 0,014 Prozent.

Die WHO weist jedoch daraufhin, dass um die genaue Infektionstodesrate, die IFR (infection fatality ratio), zu bestimmen, es ein komplettes Bild über Infektionen und Todesfälle geben müsste. Das sei aber momentan noch nicht der Fall.

Es gibt bisher nur einzelne wissenschaftliche Studien wie die im Mai veröffentlichte Heinsberg-Studie. Für die Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen wurde hier eine geschätzte IFR von 0,36 Prozent errechnet.

Die WHO wertete laut CORRECTIV in einer Meta-Studie 61 Studien aus 51 Regionen weltweit aus, inklusive der Heinsberg-Studie. Sie kam auf das Ergebnis, dass die Infektionstodesrate zwischen 0,1 und 1,54 Prozent liege. Der Media liegt hier bei 0.23 Prozent. All das liege auch an den Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems. Weitere IFR-Schätzungen schwanken noch stärker. Laut WHO,  je nach Land von weniger als 0,1 Prozent bis über 25 Prozent.

Auf diese Weise können sich also genaue Berechnungen zur Infektionstodesrate, die in einer Zahl wie 0,014 Prozent enden, noch gar nicht anstellen.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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