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Mittwoch, 2 Juni 2021
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Nicht die Mutation, sondern die Bezeichnung wird infrage gestellt

Nein, Indiens Regierung leugnet nicht, dass es eine indische Corona-Mutation gibt!

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Seit Ende Mai wurde besonders auf Facebook und Telegram ein angebliches Dementi der indischen Regierung bezogen auf die Existenz einer indischen Corona-Mutation geteilt.

Das Schreiben existiert tatsächlich. Darin wird allerdings nicht die Existenz der Mutation angezweifelt, es wird sich lediglich gegen die Bezeichnung als „indische Variante“ gewehrt.

Regierung leugnet Existenz der Mutation? Der Post umfasst das Bild eines Briefes des indischen Ministeriums der Informationstechnologie und die Worte: „In einer offiziellen Erklärung fordert die Regierung insbesondere Social-Media-Plattformen auf, sämtliche Inhalte zu löschen, die über eine angebliche indische Corona-Variante berichten. Selbst die WHO führt keine sogenannte indische Variante mit der Bezeichnung B.1.617, so die indische Regierung.“ So geteilt erreichte der Beitrag bislang rund 3.600 Nutzer auf Facebook und mehr als 185.000 Telegram-User. In diesem Zusammenhang wird behauptet, die indische Regierung leugne die Existenz einer indischen Corona-Mutation.

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Screenshot: Facebook-Statusbeitrag
Screenshot: Facebook-Statusbeitrag

Nicht die Mutation, sondern die Bezeichnung wird infrage gestellt

Laut einem Faktencheck von AFP ist der Brief der Regierung echt, die damit in Verbindung gebrachte Schlussfolgerung allerdings nicht. Zwar hat die indische Regierung dazu aufgefordert, Postings und Berichterstattung mit der Bezeichnung „indische Variante“ zu löschen, leugnet aber nicht die Existenz der von der WHO als B.1.617 bezeichneten Mutation. Das indische Ministerium für Gesundheit und Familienwohlfahrt hat selbst darüber berichtet, dass „die B.1.617 Variante von Covid-19 zum Anstieg der Fälle in Maharashtra, Karnataka und Delhi beigetragen hat“ und „Die Variante B.1.617 wurde in 5261 Proben gefunden und ist damit die häufigste Mutation, die bis jetzt entdeckt wurde“. (Verweis)

Wissenschaftliche Bezeichnungen anders als in den Medien

Die Bezeichnung einer Mutation in den Medien nach dem Land, in dem diese erstmals entdeckt wurde, ist bereits von der südafrikanischen und britischen Variante bekannt.  Zudem gibt es natürlich wissenschaftliche Bezeichnungen, wie B.1.1.7 oder B.1.677. Nach den Richtlinien der WHO für die Benennung von Krankheiten, sollen diese keine Ortbezüge im Namen tragen. Aus diesem Grund werden die Mutationen sowohl von der WHO als auch vom Europäischen Zentrum für die Prävention von Krankheiten (ECDC) außer in Einzelfällen bei ihren wissenschaftlichen Bezeichnungen genannt.

Fakten zu in Indien zuerst entdeckten Mutationen

Die erstmals im Oktober 2020 erstmals in Indien gemeldete Variante B.1.617 zeige laut WHO eine erhöhte Übertragbarkeit. Das Infektionsrisiko und die Schwere der Krankheitsverläufe müsse allerdings noch untersucht werden.

Laut dem ECDC wurden in Indien bislang drei Varianten entdeckt:

  • 1.617.1 (erstmals im Dezember 2020)
  • 1.617.2 (erstmals im Dezember 2020)
  • 1.617.3 (erstmals im Februar 2021)

Wie die Mutationen, die erstmals in Südafrika, Großbritannien und Brasilen entdeckt wurden, wird auch die Variante B.1.617 und deren Unterlinie B.1.617.2 als „besorgniserregend“ eingestuft.

Quelle:
Indiens Regierung leugnet nicht die Corona-Variante B.1.617, sie wehrt sich nur gegen den Begriff „indische Variante“ | Faktencheck (afp.com)
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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