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Samstag, 4 Dezember 2021

Doch, die Impfung hilft!

45 % der über 60-Jährigen im Krankenhaus sind geimpft. Das titelte die BILD. Und diese Angabe wird häufig als Anlass für eine Unwirksamkeit der Impfung herangezogen.

45% der über 60-Jährigen Covid-Patienten sind also geimpft. Die Aussage ist nicht falsch. Und sie klingt verführerisch nach „fifty/fifty Risiko“, was eine Infektion angeht. Lohnt sich da eine Impfung überhaupt? Oder wie BILD fragt, hat die Impfung überhaupt was gebracht?

Deutliche Antwort: Ja! Die Impfung lohnt auf jeden Fall. Und das beweist diese vermeintlich hohe Prozentzahl sogar. Diese Prozentzahl muss nämlich zwingen in Relation zu ihrer Ausgangsmenge gesetzt werden. Und wenn das geschieht, dann erkennen wir, wie wirksam die Impfung ist.

Impfung wirksam, einfache aufgebaute Erklärung

Auf LinkedIn hat die Journalistin und Volkswirtin Katrin-Cécile Ziegler eine recht einfach verständliche Erklärung verfasst. Darin ist sehr gut verdeutlicht, wie gering das Risiko für geimpfte gegenüber ungeimpften Personen ist, am Ende auf der Intensivstation zu landen. Und gleichzeitig wird deutlich, wie manipulativ eine Schlagzeile wirken kann, wenn sie unter Auslassung ihrer Erklärung verwendet wird. Ziegler schreibt:

Warum wir dringend Prozentrechnung als Skill für die Zukunft schulen müssen und ein stärkeres PublicEngagement der Wissenschaft benötigen…! Weil sonst mächtige Medien wie die BILD so eine ungenügende Textaufgabe in der Headline publizieren können, die die #Gesellschaft in die Irre führt und die Leser:innen nicht zu hinterfragen wissen.

Wenn auf einer Intensivstation (ITS) 45% Geimpfte und 55% Ungeimpfte liegen, dann bedeutet das nicht, dass die #Impfung fast nichts bringt, sondern tatsächlich das Risiko für die Einlieferung MEHRFACH senkt! Warum?

👉🏻 Weil wir die Grundmenge der jeweiligen Gruppe als Relation hinzuziehen müssen.

MERKE: Der Prozentsatz wird berechnet, indem der Prozentwert durch den Grundwert geteilt und mit 100 Prozent multipliziert wird.

Betrachten wir das Ganze vereinfacht mal für eine angenommene Gesamtmenge von 1000 Ü60 Menschen und gehen davon aus, im Krankenhaus liegen insgesamt 100. (In der Realität ist das Verhältnis selbstverständlich noch viel geringer!)

Selbst dann zeigt sich, dass der Anteil schwer erkrankter Geimpften nur 5,2% entspräche und nicht den suggerierten 45%.

👉🏻 Here we go:

1.) Um den Grundwert einer Gruppe zu kennen, müssen wir grundsätzlich erstmal betrachten, wieviele Ü-60 Menschen geimpft sind. Die Impfquote in dieser Gruppe liegt bei 86%.
In anderen Worten: Von angenommenen 1.000 Menschen sind 860 geimpft & 140 ungeimpft (Grundwerte der jeweiligen Gruppe)

2.) Dann bedeutet das anteilig für das Beispiel der BILD:

a) Wenn der Grundwert 860 geimpfte Menschen sind, dann entsprechen 45 Patienten aus der Grundmenge einem Anteil von 5,2% (45 : 860 x 100 = 5,2)

b) 55 Patienten von 140 Ungeimpften entsprechen 39,3% (55 : 140 x 100 = 39,3).

Was sagt uns das? Das Risiko auf einer ITS zu liegen, ist in diesem Rechenbeispiel ohne Impfung also etwa 7,6 mal höher als für Geimpfte! (39,3% im Verhältnis zu 5,2%).

Wer nicht versteht, dass Impfung das Risiko einer schweren Erkrankung reduziert und hierunter anderes kommentiert, offenbart leider… naja, sagen wir so: Ich würde mir das nochmal überlegen ;).

[…] Servicepost Opensource (Credit: Katrin-Cécile Ziegler)

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