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Sonntag, 24 Oktober 2021

8000 Tote, 300.000 Impfschäden? Irreführend.

Laut einer Datenbank gibt es über 300 000 Menschen mit Impfschäden und über 8000 Tote aufgrund der Impfung. Diese Information wird zumindest auf Social Media verbreitet.

Sollen uns die Zahlen verschwiegen werden? 300 000 Impfschäden? 8000 Tote? Sind die Impfungen so gefährlich, dass man besser die Krankheit gewähren lassen sollte? Rechtfertigen diese Zahlen eine Impfverweigerung? Diese Aussagen werden mit einem Sharepic transportiert, das über die Folgeprobleme von Impfungen informieren will. Auf dem Sharepic lesen wir:

«300’000* Imp**fschäden 8000* Imp**ftote Po**litiker lügen! *Gem. EMA».

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Das sharepic zeigt zudem eine Frau mit einem Klebeband über dem Mund. Damit soll suggeriert werden, dass Regierung oder Medien diese Zahlen verschweigen würden. Mutwillig. Zudem weiß das sharepic daraufhin, dass die Daten gemäß EMA sind. Auf diese Quelle werden wir in unserem Faktencheck genauer eingehen.

Faktencheck Impftote und Impfschäden

Die als EMA genannte Quelle für die Impfschäden und Toten ist uns bekannt. Es handelt sich um die Europäischen Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen(siehe HIER).

In der Vergangenheit gab es bereits ein ähnliches Sharepics, welchen einen Wert die jeweils aktuellen Werte zu Impfschäden und Toten auf verschiedenen Sharepics angeführt wurden. Todesfälle nach Impfungen angab (wir berichteten). Und daher wissen wir bereits, wie diese Zahlen zustande kommen und wo da jeweils die Fehler liegen:

Die Zahlen, welche aus den angegebenen Daten der Impfstoffe von Pfizer, Moderna und AstraZeneca stammen, wurden ganz einfach miteinander addiert, wobei auch Nebenwirkungen hinzugezählt wurden, die zwar bei nach der Impfung Verstorbenen auftraten, jedoch nicht zwingend eine Folge der Impfung und auch nicht tödlich sind.

Zudem besaßen viele der Fälle mehrere Nebenwirkungen und nahmen auch andere Medikamente ein; diese Fälle fließen dann mehrfach in die Zahlen der Datenbank.

Die Faktenprüfer der dpa haben ebenfalls zu diesem Sharepic einen Faktencheck veröffentlicht und kommen zu demselben Ergebnis. Hier wird zusätzlich erwähnt, dass in der EMA Datenbank auch Verdachtsfälle aufgeführt sind. Wir lesen:

Erstens führt die Tabelle lediglich Verdachtsmeldungen von Fällen auf, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung registriert wurden. Der Datensatz trifft also keine Aussagen darüber, ob die Impfungen die Ursache für die Beschwerden oder die Todesfälle sind.

Wie bei den jeweils in der Vergangenheit aufgetauchten Sharepics zu dan Zahlen aus der EMA gilt auch hier: Die Zahlen an sich dürften zum Zeitpunkt der Erstellung des Sharepics zwar korrekt aus der Datenbank der EMA entnommen worden sein, wurden jedoch wild addiert. So werden der EMA Todesfälle nach Impfungen gemeldet, aber jede einzelne, vermutete Nebenwirkung einzeln verzeichnet, sodass viele Verstorbene mehrfach in die Zahlen einfließen.

Zudem gibt die Datenbank laut eigener Angabe (siehe HIER) Verdachtsfälle auf unerwünschte Nebenwirkungen auf, die aber nicht notwendigerweise mit dem Arzneimittel in Zusammenhang stehen oder von ihm verursacht wurden. Damit dürften dann die „Impfschäden“ im Sharepic gemeint sein.

Zusätzlich betont die EMA, dass die Angaben zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen nicht so verstanden werden dürfen, als hätte das Arzneimittel oder der Wirkstoff die beobachtete Wirkung verursacht oder als sei das Arzneimittel oder der Wirkstoff nicht sicher in der Anwendung. Dazu bedarf es einer detaillierten Auswertung und einer wissenschaftlichen Überprüfung der Daten.

Und eine letzte Anmerkung noch: du fragst Dich vielleicht, warum in dem Sharepic einzelne Wörter mit Sternchen getrennt sind? Damit wollte wohl jemand erreichen, dass Facebook die Wörter Impftote und Impfschäden nicht erkennt und somit zu diesem Bild kein Faktencheck stattfindet. Naja, die Realität sieht anders aus.

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