Blogheim.at Logo
Start Aktuelles Identitätsklau im Internet – was kann man dagegen tun?

Identitätsklau im Internet – was kann man dagegen tun?

Facebook-Themen

Facebook-Kommentare versprechen hohen Verdienst? – Achtung, Vorschussbetrug!

Viele Menschen leiden in der Corona-Pandemie an verringertem oder keinem Einkommen. Betrüger machen sich das zunutze. In mehreren Facebook-Gruppen tauchen Kommentare auf, in denen ein...

Nein, die SARS-CoV2 Test-Kits für Schulen stammen nicht aus einem China-Shop

Auf Facebook wird gerätselt, ob die SARS-CoV2 Antigen-Tests, die in Österreichs Schulen verwendet werden, in einem China-Shop käuflich erwerbbar sein würden China-Shops wie "Wish" haben...

Facebook lässt Trumps Sperre von einem unabhängigem Aufsichtsgremium prüfen

Unabhängiges Aufsichtsgremium prüft in Auftrag von Facebook Trump-Sperre! „Beispielloses Handeln erforderlich“: Nachdem sich Trump-Anhänger durch unbelegte Aussagen des ehemaligen US-Präsidenten in den sozialen Netzwerken aufgestachelt fühlten...

Facebook-Seite „PlayStation 5 Freunde.“ – Vorsicht vor Fake-Gewinnspielen!

Bei der Facebook-Seite "PlayStation 5 Freunde." handelt es sich um eine dubiose Gewinnspiel-Seite. Ein gefälschtes Gewinnspiel der Seite "PlayStation5 Freunde." lockt mit dem großen Gewinn...
-WERBUNG-
- Werbung -

Ihr Name wird für ein falsches Social Media Profil, z.B. Facebook oder Google Plus verwendet? Unter einem fremden Namen werden Lügen, rassistische Äußerungen oder Drohungen ausgesprochen? Jemand bestellt unter fremdem Namen einen Produkte, die der tatsächliche Namensinhaber nie bestellt hat?

Dann liegt ein klassischer Fall des Identitätsklaus bzw. Identitätsdiebstahls vor. Betroffene können sich dagegen zur Wehr setzen.

Identitätsklau im Internet – was kann man dagegen tun?

Rechtliche Möglichkeiten

Für Betroffene eines Identitätsdiebstahls steht oftmals ihr guter Ruf auf dem Spiel. Andere Opfer fürchten um finanzielle Schäden, die durch die Täter verursacht werden können.

Wir beleuchten die rechtlichen Möglichkeiten und sagen Ihnen beispielhaft, wie Sie dagegen vorgehen können:

1. Eigener Name wird für ein falsches (Social Media) Profil verwendet

Namensklau im Internet

In der Konstellation, in der der eigene Name für ein Fake-Profil verwendet wird, liegt eine Verletzung des Namens- und Persönlichkeitsrechts vor. Zunächst sollte dem Betreiber der Plattform der Sachverhalt umfassend mitgeteilt und die Löschung des Profils gefordert werden. In vielen Fällen wird der Betreiber das Fakeprofil löschen. Sobald der Betreiber auf die konkrete Rechtsverletzung hingewiesen wurde, besteht nach der aktuellen Rechtsprechung die Pflicht des Betreibers, nunmehr Vorsorge gegen den Namensklau durch unbefugte Dritte zu treffen. Das falsche Profil muss also umgehend gelöscht werden.

Kommt der Betreiber dieser Aufforderung nicht nach, dann kann der Betroffene den Betreiber abmahnen und seinen bestehenden Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch notfalls gerichtlich durchsetzen.

Falsches e-Bay Konto

Darüber hinaus hat die Rechtsprechung entschieden, dass die Anmeldung eines e-Bay Accounts unter fremdem Namen den Tatbestand des § 269 Abs. 1 StGB erfüllt, nämlich der Fälschung beweiserheblicher Daten. Da es sich hier um eine Straftat handelt, sollte Strafanzeige gestellt werden. Allerdings ist die Suche nach dem wahren Täter wahrscheinlich ziemlich aussichtslos.

2. Unter fremdem Namen werden Lügen, rassistische Äußerungen oder Drohungen ausgesprochen

Hier geht es um den guten Ruf des Betroffenen. In zivilrechtlicher Hinsicht bestehen weiterhin Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche gegen den Betreiber der Plattform auf Löschung des Profils.

Strafanzeige stellen

Zudem bestehen natürlich auch Unterlassungs- und gegebenenfalls Schmerzensgeldansprüche gegen den Täter. Bei Beleidigungen, rassistischen Äußerungen oder Drohungen handelt es sich jedenfalls auch um Straftaten. Deshalb sollte in einem solchen Fall umgehend Strafanzeige gestellt werden. Dem Täter droht dann eine strafrechtliche Verurteilung. Allerdings ist es in tatsächlicher Hinsicht wahrscheinlich sehr problematisch, den Täter zu finden und zur Verantwortung zu ziehen.

3. Bestellung eines Artikels unter fremdem Namen

Es ist sehr ärgerlich, wenn der Paketdienst klingelt, um einen scheinbar bestellten Artikel abzugeben. Wenn es sich um Online-Bestellungen handelt, sollte der Artikel auf jeden Fall wieder zurück geschickt werden. Es gilt das gesetzliche Widerrufsrecht, d.h. Rückgabe innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen.

Kein wirksamer Kaufvertrag

In jedem Falle gilt, dass der Betroffene die Artikel nicht bezahlen muss. Es ist kein wirksamer Kaufvertrag zwischen ihm und dem Händler zu Stande gekommen. Sicherheitshalber sollte man auf jeden Fall den Kaufvertrag anfechten. Im Zweifel muss der Händler nachweisen, mit welcher Person er tatsächlich einen Kaufvertrag geschlossen hat.

Fazit:

Niemand muss den Diebstahl seiner Identität im Internet dulden. Es gibt effektive Möglichkeiten gegen die Täter vorzugehen. Zudem sind die Täter im Falle eines schuldhaften Verstoßes verpflichtet, die Anwaltskosten zu übernehmen.

ZDDK-Tipp

Identitätsdiebstahl bei Facebook – Was tun bei einem Identitätsdiebstahl im Internet?

Autoren:
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medienrecht Karsten Gulden, LL.M. und Daniel Stoll, Ass. Iur

image

Medienrecht+  Mainz
Urheberrecht . Markenrecht . Medienrecht . Persönlichkeitsrecht . Der gute Ruf des Unternehmens
E-Mail: [email protected]
Web: ggr-law.com
Jean-Pierre-Jungels-Str. 10
55126 Mainz
Telefon: 06131 – 240950
Telefax: 06131 – 2409522
Facebook: https://www.facebook.com/ggrlaw?fref=ts

- Werbung -

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Die Corona-Krise! Wir brauchen deine Unterstützung! Die Corona-Krise stellt uns alle vor großen Herausforderungen und bringt uns an unsere Grenzen. Jeder gibt seinen Teil dazu bei um zu Unterstützen. Gegenüber anderen Medien haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle offen halten. Wenn jeder, der unsere Faktenchecks liest, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben und wir können gemeinsam gegen Fakenews vorgehen. Unterstütze uns und tragen auch Du dazu bei, die Zukunft von Mimikama zu sichern. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Verwirrung um Krisentreffen zwischen Astrazeneca und der EU

Astrazeneca wäre neben Biontech/Pfitzer und Moderna der dritte zugelassene Hersteller des Covid-19-Impfstoffs in der EU. Nun herrscht Uneinigkeit bezüglich Liefermengen und Terminen. Unklarheiten über Treffen: Österreichs...

Tiktok-Sicherheitslücke machte persönliche Nutzerdaten zugänglich

Die Lücke versteckte sich scheinbar im „Freunde finden“- Feature des chinesischen Videodienstes und wurde inzwischen wieder geschlossen. Telefonnummern und Profilbilder bedroht: Durch eine Sicherheitslücke auf der...

Bundeskriminalamt: : In­fra­struk­tur der gefährlichsten Schadsoftware zer­schla­gen

Bundeskriminalamt: Infrastruktur der Emotet-Schadsoftware zerschlagen! Deutschland initiiert "Takedown" im Rahmen international koordinierter Maßnahmen - Schadsoftware auf zahlreichen Opfersystemen für die Täter unbrauchbar gemacht Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt...

Betrüger stehlen WhatsApp-Konten mittels Verifizierungscode

Derzeit haben es Betrüger (fälschlicherweise Hacker genannt) wieder auf WhatsApp-Konten abgesehen: Sie verleiten Nutzer dazu, einen Verifizierungscode zu verraten. Bereits vor einem Jahr (siehe HIER)...

Telegram-Bot bietet Nummern von Facebook-Nutzer*Innen zum Kauf an

Eine Telegram-Bot kann durch eine Sicherheitslücke auf Millionen von Handynummern von Facebook-Nutzer*Innen zugreifen und bietet sie auch noch zum Kauf an. Der Telegram-Bot erklärt sein...
-WERBUNG-
-WERBUNG-