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Donnerstag, 23 September 2021
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Die „HIV-verseuchte Nadel“ in der Zapfpistole (Faktencheck)

Facebook-Themen

Ein altes Foto verunsichert erneut Facebook-Nutzer. Das Foto ist zwar echt, entwickelte aber eine gewisse Eigendynamik.

Foto zeigt eine angeblich mit HIV verseuchte Nadel, die in einer Zapfpistole befestigt wurde

Das Sharepic warnt vor mit HIV-verseuchten Nadeln, die sich in Zapfpistolen verstecken.
Das Foto ist echt und stammt aus dem Jahr 2017. Es ist nicht bewiesen, dass die Nadel mit HIV infiziert wurde.

Es geht dabei um folgendes Sharepic, das aktuell auf Social Media Plattformen kursiert:

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Please look before gassing up there putting infected HIV needles In the gas stations plz warn every friend of yours and family members. Guys plz share share share

Der Faktencheck

Das Sharepic und die Story dazu sind nicht neu. (wir berichteten)

Zu allererst: Das Foto ist echt und stammt aus den USA. Genau genommen wurde es am 22. Mai 2017 an der Tankstelle am Alessandro Boulevard in Moreno Valley aufgenommen, als Jose Medina seinen Wagen betanken wollte und sich an eben dieser Nadel verletzte. Er fuhr daraufhin ins Krankenhaus und ließ sich auf Infektionen untersuchen – dabei wurde keine Infektion mit HIV festgestellt. Die Polizei wurde informiert und der Vorfall auf Fox11 thematisiert.

Nachdem seine Tochter Jacqueline Medina das oben gezeigte Foto im Social Media veröffentlichte, um vor der Gefahr zu warnen, entwickelte sich rasch eine Eigendynamik. Das Foto wurde von Dritten dramatisiert und die HIV-Komponente dazugedichtet.

Ein Hoax war entstanden!

Jacqueline Medina wandte sich nun an die US-amerikanischen Faktenchecker Snopes und meldete die Geschichte als Hoax. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Foto samt Geschichte bereits quer durchs Internet gefressen und wurde tatsächlich auch in Florida als Warnung veröffentlicht. Die Nadel sei in der Gegend um Jacksonville (Florida) gefunden worden und schon bald mutierte der Hoax zum Kettenbrief, in dem ein fiktiver Polizeibeamter vor den infizierten Nadeln in mehreren Staaten warnte:

My name is Captain Abraham Sands of the Jacksonville, Florida Police Department. I have been asked by state and local authorities to write this email in order to get the word out to car drivers of a very dangerous prank that is occurring in numerous states. Some person or persons have been affixing hypodermic needles to the underside of gas pump handles. These needles appear to be infected with HIV positive blood. In the Jacksonville area alone there have been 17 cases of people being stuck by these needles over the past five months. We have verified reports of at least 12 others in various states around the country.

Auch wenn Jacqueline Medina versuchte das Foto mit einem Wasserzeichen zu schützen, spukt noch heute das originale Foto ohne dieser Schutzmaßnahme im Internet umher und verbreitet die Kunde, es seien verseuchte Nadeln an Zapfpistolen gefunden worden.

Fazit

Ja, das Foto ist echt. Den Vorfall an sich gab es bis jetzt jedoch nur ein einziges Mal – und zwar im Mai 2017 in Kalifornien. Bei dem Verletzten konnte keine Infektion mit dem HI-Virus festgestellt werden.

Trotzdem kursiert das Sharepic samt falscher Geschichte noch heute im Internet und gilt nunmehr als Kettenbrief und Hoax.

Zusatzinformation:

Die „HIV-Nadel in der Zapfpistole“ löste in der Vergangenheit Hysterie aus, die ein falsches Bild über die Infektionswege von HIV wiedergibt. Wir raten die Webseite der Deutschen Aids-Hilfe zu besuchen, wenn du dich vernünftig mit dem Thema auseinandersetzen willst.

In Bezug auf die Übertragungswege, schreibt die Deutsche Aids-Hilfe:

HIV ist relativ schwer übertragbar. Ein Infektionsrisiko besteht nur, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Zu diesen Körperflüssigkeiten gehören vor allem Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und der Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut des Enddarms.

Passend zum Thema: Faktencheck: HIV-infizierte Bananen im Handel?


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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