Aktuelles Hillary Clinton quält Mädchen? - Auf der Suche nach dem Video

Hillary Clinton quält Mädchen? – Auf der Suche nach dem Video

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Angeblich existiert ein Video, welches Hillary Clinton bei einem blutigen Ritual zeigt.

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Die Behauptungen kursieren als Sharepics, aber auch vermeintliche Screenshots aus dem Video werden verbreitet – Die Frau des Ex-US Präsidenten Bill Clinton, Hillary, und Huma Abedin, eine ehemalige politische Mitarbeiterin von ihr,  sollen vor laufender Kamera ein Mädchen gequält, getötet und ihr Blut getrunken haben.

So wird beispielsweise der Inhalt des Videos auf einem Sharepic beschrieben:

„Das schreckliche Video zeigt Hillary, Huma und ein kleines Mädchen. Sie quälen das Kind! Sie filetieren das Gesicht des Kindes vom Kopf weg, während es noch am Leben ist, und setzten das Gesicht des Mädchens auf ihre eigenen Gesichter. Sie quälen das Mädchen so lange weiter bis ihr kleiner Körper voller Adrenalin ist. Die beiden Frauen trinken das Adrenalin geladene Blut und das Mädchen blutet bei dem satanischen Ritual aus.“

Die inhaltliche Beschreibung ist also bereits sehr explizit, doch wo findet sich dieses Video?

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Der angebliche Fundort des Videos

Die Seite „YourNewsWire„, berüchtigt für ihre Falschmeldungen, berichtete am 15. April 2018, dass seit dem 9. April ein Video mit dem Codenamen Frazzledrip im Darknet kursieren solle. Aus jenem Artikel stammt auch die obige Beschreibung.

Das Video soll auf dem Laptop des Ex-Mannes von Huma Abedin, Anthony Weiner, in einem Ordner namens „Life Insurance“ (Lebensversicherung) gefunden worden sein. Weiner geriet im November 2017 in die Schlagzeilen: Er wurde wegen „Sexting“ mit einem minderjährigen Mädchen zu einer Haftstrafe von 21 Monaten verurteilt.

Doch „YourNewsWire“ griff auch nur die einzelnen Gerüchte um das Video auf, welche die Tage zuvor bereits kursierten, sie selbst sahen das Video nicht, sondern berichten nur von „verlässlichen Informanten“.

Angebliche Ankündigungen – und ein Dementi von Q

In der Zwischenzeit bauten sich die wildesten Gerüchte um das angebliche Video auf, insbesondere von QAnon-Anhängern wurden diverse Ankündigungen verbreitet, wie beispielsweise jene, dass die NSA das Video in Kürze als authentisch verifizieren und wahrscheinlich Bilder daraus veröffentlichen wird.

HRC = Hillary Rodham Clinton
HRC = Hillary Rodham Clinton

Interessanterweise bezeichnete „Q“ selbst die Behauptung über die Existenz eines solchen Videos auf dem anonymen Board 8chan als Fake, deutet aber gleichzeitig an, dass „wir“ (also wohl er als angebliches Regierungsmitglied) die Kontrolle hätten – worüber genau die Kontrolle wird nicht klar.

Existiert es nun oder nicht?
Existiert es nun oder nicht?

Angebliche Screenshots tauchen auf

In sozialen Medien wurden zwei Screenshots verbreitet, welche beide aus dem Video stammen sollen. Während auf dem einen Screenshot kaum etwas zu erkennen ist, sieht man auf dem anderen Screenshot eine Frau mit Maske, den Zeigefinger auf die Lippen gelegt. Angeblich solle es sich dabei um Huma Abedin handeln.

Screenshots aus dem Video?
Screenshots aus dem Video?

Das Video, aus dem die Screenshots stammen, wurde erstmals am 1. April 2018 gepostet. Zu sehen gibt es nicht viel: Es sind Standbilder von Schildern mit der Aufschrift „Hell No“, Silhouetten, nach links und oben zeigenden Pfeilen, einem weißen Hasen, einem Q-Logo und der abschließenden Frage „Where will the road lead you to?“ („Wohin wird dich die Straße führen?“).

Die Standbilder aus dem Video
Die Standbilder aus dem Video

Der Screenshot zeigt nicht Huma Abedin!

Obwohl das angebliche Snuff-Video mit Hillary Clinton und Huma Abedin also erst seit dem 9. April 2018 im Darknet kursieren soll, stammen die Screenshots aus einem eher wirren Video, welches bereits am 1. April 2018 veröffentlicht wurde und keinerlei Andeutungen auf ein Snuff-Video enthielt.

Die Frau mit der Maske wurde jedoch von diversen Quellen schnell entziffert: Es handelt sich nicht etwa um Huma Abedin, sondern um Geeta, die Besitzerin und Köchin eines vegetarischen indischen Restaurants in Washington DC. Das Bild ist direkt auf der Webseite ihres Restaurants „Hush“ zu sehen.

Der direkte Bildvergleich, Bildquelle: Hush
Der direkte Bildvergleich, Bildquelle: Hush

Ein Video mit Huma Abedin und Hillary Clinton ist übrigens trotz Ankündigung nie aufgetaucht, auch die NSA verifizierte zu keinem Zeitpunkt ein solches Video.

Frazzledrip – Nur eine Creepypasta

Sogenannte Creepypastas sind schon seit Jahren ein Internet-Phänomen, welches viele Nutzer unterhält, aber auch zu Kontroversen geführt hat. Es handelt sich dabei um Geschichten, die mehr oder weniger authentisch klingen, aber komplett erfunden sind. Oftmals sind diese Geschichten auch mit angeblich echten Bildern illustriert, um sie authentischer erscheinen zu lassen.

Die wohl bekannteste Creepypasta ist jene vom Slender Man, einem unheimlichen Mann mit extrem schlanken und langen Armen und Beinen, der einen schwarzen Anzug trägt, keine Haare und kein Gesicht hat und sich in Wäldern aufhält. Jene Geschichte wurde sogar zu mehreren Computerspielen und einem Film adaptiert.

Leider richtete jene Geschichte auch Schlimmeres an – einen versuchten Mord. 2014 versuchten zwei 12-jährige Mädchen ihre gleichaltrige Freundin im Wald zu ermorden. Ihre Begründung: Sie glaubten, der Slender Man lebe in einem nahe gelegenen Wald, sie wollten ihm die Freundin als Opfergabe darbringen.

Im Grunde ist die Geschichte der mädchenquälenden Hillary Clinton auch nichts anderes als eine Creepypasta, die ihren Weg in den Verschwörungsmythos von QAnon gefunden hat: Eine erfundene, aber für diverse Kreise authentisch klingende Geschichte, sowie falsche Bilder, die eine scheinbare Authenzität vorgeben sollen.

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Fazit

Der Verschwörungsmythos um das Video mit Hillary Clinton und Huma Abedin, die ein Mädchen quälen und töten, um ihr Blut zu trinken, kursiert seit April 2018. Doch ein Video tauchte nie auf, die angeblichen Screenshots stammen aus einem anderen Video und von einer Restaurant-Webseite.

Auch gab es keine Verlautbarung der NSA, Hillary Clinton und Huma Abedin sind auch nicht verhaftet worden, obwohl das Video ja angeblich der Polizei vorliegen soll. QAnon-Anhänger stört das nicht, die Behauptung wird auch heute noch weiter verbreitet, obwohl Q selbst es als Fake deklarierte.

Hartnäckige Anhänger jenes Verschwörungsmythos wird das nicht weiter irritieren: Da in ihrem Narrativ ohnehin sämtliche Politiker (außer Donald Trump, der entweder Q unterstützt oder sogar selbst Q ist) und Behörden unter einer Decke stecken, wird einfach behauptet, es werde vertuscht, das Video werde trotzdem bald veröffentlicht werden.

Weitere Quellen: FactCheck, Snopes, Lead Stories

Weiterführende Artikel in dem Zusammenhang:

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