Aktuelles Ist der Gründer von Pokémon Go ein CIA-Agent?

Ist der Gründer von Pokémon Go ein CIA-Agent?

Facebook-Themen

Liberale US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist tot

Die liberale Richterin am Obersten US-Gericht Ruth Bader Ginsberg ist tot. Vor dem Gerichtsgebäude in Washington versammelten sich hunderte Trauernde. US-Präsident Donald Trump würdigte ihre...

Aufnahmen zeigen Jupiter in nie dagewesener Schärfe

Das Hubble-Teleskop hat neue Aufnahmen des Planeten Jupiter und seines Mondes Europa gemacht, die den Gasriesen und seinen Trabanten in nie dagewesener Schärfe zeigen. Dieser...

US-Regierung schiebt TikTok und WeChat den Riegel vor!

In den USA ist das Herunterladen der chinesischen Apps TikTok und WeChat ab Sonntag unter Berufung auf nationale Sicherheits- und Datenschutzbedenken verboten! Dieser Inhalte wurde...

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen – höchster Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Dieser Inhalt...
-WERBUNG-
- Advertisement -

Dieser Statusbeitrag möchte Facebook Nutzern Glauben machen, dass es sich bei Pokémon Go um eine hinterlistige, manipulative Falle handele.

- Werbung -

image

Der Statusbeitrag als Wortlaut: (sic!)

HÖRT AUF POKEMON GO ZU SPIELEN DAS IST EINE FALLE !!! Der Gründer der App ist ein CIA Agent. Sie sammeln eure Informationen und sie wissen genau wo du bist. Hier in der Türkei wurden die Meistens Pokemons in die Moscheen verlegt ? komisch oder ? Sie können die Pokemons so verlegen das sich eine größere Menschen Masse zum Punkt versammelt und ein Selbstmordattäntäter hat es ganz leicht !!!!! Es gibt schon einige todesfälle wegen der App da sich einige wegen eines pokemnons gestritten haben… glaubt mir das ist nichts gutes

Stimmt das?

Der erste, in Caps Lock verfasste Ausruf hat noch keinerlei argumentativen Gehalt, dafür wird es im nachfolgenden Satz abenteuerlich:

“Der Gründer der App sei ein CIA Agent.”

Pokémon Go wurde von der US-amerikanischen Firma Niantic entwickelt. Der Gründer heißt John Hanke, und ist weniger bei einem Geheimdienst tätig, als vielmehr ein ehemaliger Google-Mitarbeiter

“Pokémon Go „sammel[t] eure Informationen und sie wissen genau wo du bist“.

Ja genau und zwar wenn GPS und WLAN eingeschaltet sind. Das tun zahlreiche andere Apps auch, und den Berechtigungen habt ihr, sofern ihr das Spiel auf eurem Smartphone installiert habt, ausdrücklich zugestimmt. Insbesondere mit deutschem Recht ist diese Praxis übrigens nicht vereinbar, wie bereits die Zeitschrift c‘t klarstellte.

Nichtsdestotrotz ist eine Panik maßlos übertrieben – Ähnliche Datenschutzbestimmungen fehlen auch Google und damit auch jede Gewissheit, wie eure Daten, die ihr durch Google Maps Navigation, Google Drive Nutzung und bloßer Google Recherche preisgebt, genutzt werden.

Der nächste Punkt des Facebook Beitrags behauptet, dass in der Türkei Pokémon in Moscheen verlegt worden seien.

“Hier in der Türkei wurden die Meistens Pokemons in die Moscheen verlegt”

Dafür muss man sich mit dem Prinzip, wann welche Pokémon wo erscheinen, etwas auskennen. Die Orte, an denen Pokémon erscheinen, Arenen oder sogenannte Pokéstops zu finden sind, sind an Datensätze aus dem augmented reality Spiel „Ingress“ angelehnt.

Millionen Nutzer dieses Spiels haben also mehr oder weniger aktiv daran mitgewirkt, wo Pokémon erscheinen.

Es sind also Pokémon in Moscheen zu finden, aber nicht, weil Niantic sie dorthin „verlegt“ hat, sondern weil Spieler diese Orte als „Portale“ für Ingress vorgeschlagen haben.

Um die Pokémon zu fangen muss man die, beispielsweise Moschee, übrigens nicht(!) betreten.

In den nächsten Sätzen des Beitrags wird behauptet, dass ein Selbstmordattentäter es damit einfach habe, gezielte Menschenmassen ausfindig zu machen.

“Sie können die Pokemons so verlegen das sich eine größere Menschen Masse zum Punkt versammelt und ein Selbstmordattäntäter hat es ganz leicht”

Ja, das stimmt prinzipiell, in der Theorie. In der Praxis ist es so, dass häufig besuchte Orte und Parkanlagen die gleiche (minimale!) Wahrscheinlichkeit vorzuweisen haben. Um ein vielfaches wahrscheinlicher ist es, von einem Blitz getroffen zu werden, zumindest, wenn man in einem sicheren Land wie Deutschland oder einem anderen europäischen Land lebt.

Die im letzten Abschnitt erwähnten Todesfälle durch Pokémon Go beziehen sich nicht, wie der Beitrag fälschlicherweise impliziert, auf Terroranschläge, sondern auf die Unachtsamkeit diverser Nutzer der App während des Fangens von Pokémon.

Und das ist „wirklich nichts [G]utes“, wenn Menschen, statt beispielsweise auf den Straßenverkehr zu achten, konzentriert auf den Bildschirm ihres Smartphones starren und ihre Umwelt gänzlich ausblenden.

“Es gibt schon einige todesfälle wegen der App da sich einige wegen eines pokemnons gestritten haben”

Diese Entscheidung ist eine reale Gefahr, aber durch verantwortungsvollen Umgang beeinflussbar.

Fazit:

Der Beitrag stützt sich auf bloßen, willkürlichen Behauptungen. Ob dieser Beitrag aus Unwissenheit oder bewusst gestreut wurde, können auch wir nicht sagen!

Die Datenschutzbestimmungen von Pokémon Go haben in der Vergangenheit bereits massive Kritik erfahren, die fehlenden Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre fehlen aber auch in vielen anderen Apps und sind kein Indikator dafür, dass Pokémon Go ihre Nutzer ausspioniert um Selbstmordattentätern in irgendeiner Form zu zuspielen.

Autor: Lena F., mimikama.at

- Werbung -
An alle unsere Leserinnen und Leser! Wir brauchen deine Unterstützung! Wir haben keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten offen halten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Weitere Themen

USA: Trump sperrt Tiktok und WeChat

USA: Trump sperrt Tiktok und WeChat (UPDATE)

0
+++Update 20.9.2020+++ Das Download-Verbot wurde verschoben! Der ORF schreibt u.a.: "Nach wochenlangem Gezerre zeichnet sich nun doch eine Lösung für die Kurzvideo-App TikTok in den USA...
Warnung vor WhatsApp und anderen Messenger-Diensten

Warnung vor WhatsApp und anderen Messenger-Diensten

0
Wie sicher ist es eigentlich seine Kontakte einem Messenger-Dienst zu überlassen und auf deren Server hochzuladen? Wie futurezone berichtet, schlagen Sicherheitsforscher Alarm, denn der Zugriff...

Aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland

Dieser Inhalt wurde von der AFP zur Verfügung gestellt.

Liberale US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist tot

0
Die liberale Richterin am Obersten US-Gericht Ruth Bader Ginsberg ist tot. Vor dem Gerichtsgebäude in Washington versammelten sich hunderte Trauernde. US-Präsident Donald Trump würdigte ihre...
Dieser Inhalt wurde uns von der AFP zur Verfügung gestellt.

Aufnahmen zeigen Jupiter in nie dagewesener Schärfe

0
Das Hubble-Teleskop hat neue Aufnahmen des Planeten Jupiter und seines Mondes Europa gemacht, die den Gasriesen und seinen Trabanten in nie dagewesener Schärfe zeigen. Dieser...

Shadowbanning – TikTok blockiert in einigen Regionen LGBTQ-Inhalte.

[Weiterlesen]

Top-Artikel

USA: Trump sperrt Tiktok und WeChat (UPDATE)

+++Update 20.9.2020+++ Das Download-Verbot wurde verschoben! Der ORF schreibt u.a.: "Nach wochenlangem Gezerre zeichnet sich nun doch eine Lösung für die Kurzvideo-App TikTok in den USA...

Warnung vor WhatsApp und anderen Messenger-Diensten

Wie sicher ist es eigentlich seine Kontakte einem Messenger-Dienst zu überlassen und auf deren Server hochzuladen? Wie futurezone berichtet, schlagen Sicherheitsforscher Alarm, denn der Zugriff...

Kann mich Facebook zwingen, meinen Personalausweis hochzuladen?

Bereits seit einigen Jahren werden Konten auf Facebook aufgrund des Namens gesperrt. Facebook verlangt von seinen Nutzern, ihren Klarnamen anzugeben, das ist kein Geheimnis. Deswegen...

Achtung: angebliche SMS von Raiffeisen führt in Phishing-Falle

Die Raiffeisen-Banken verschicken aktuell keine SMS zu einem angeblichen "pushTan"-Dienst - Vorsicht vor Betrug! Aktuell erhalten Smartphone-Besitzer eine dubiose SMS, die angeblich von den Raiffeisen-Banken...

Identitätsdiebstahl: Das sind die gängigsten Betrugsmaschen

Ausweiskopien und fremde Identitäten sind im Bereich der Internetkriminalität ein begehrtes Gut. Denn so können Kriminelle unter falschem Namen Straftaten begehen und bleiben selbst...
-WERBUNG-
-WERBUNG-