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Zusammenhang von Grippe-Impfrate und Corona-Sterblichkeit? Nein!

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Für Impfgegner ist die Corona-Pandemie eine wahre Goldgrube – Wüst werden Verschwörungsmythen verbreitet und Statistiken umgebogen.

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Eine einschlägige Seite auf Facebook verbreitet ein Sharepic mit einem Graphen, der aufzeigen soll, dass die Corona-Sterblichkeit genauso verläuft wie die Grippe-Impfrate. Deren Folgerung: Grippe-Impfungen schwächen das Immunsystem so sehr, dass man eher an COVID-19 verstirbt.

Um dieses Sharepic handelt es sich. Es stellt Corona-Tote pro 100.000 Einwohner mit der Grippe-Impfrate in der Altersgruppe 65+ gegenüber:

Gibt es einen Zusammenhang? Nein!
Grippeimpfungen Älterer und Corona-Tote nach Ländern. Gibt es einen Zusammenhang? Nein!

Die Nennung von Quellen lässt die Grafik zudem auch noch glaubwürdiger erscheinen, da man ja selbst überprüfen könne, inwieweit die Daten korrekt sind. Die Kollegen vom dpa-Faktencheck haben die Gelegenheit wahrgenommen und die Daten verglichen.

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Selektive Datenauswahl

Dabei ist den Kollegen aufgefallen, dass für die Grafik bewusst nur die europäischen Länder ausgewählt wurden, die jene Scheinkorrelation bestätigen, während Länder, bei denen die Fallzahlen anders verlaufen, quasi unter den Teppich gekehrt wurden.

Als Beispiel wird Portugal aufgeführt: Mit 60 Prozent hat das Land eine der höchsten Impfquoten älterer Bürger in der EU. Demnach müssten sie auch in der Grafik weit oben rechts erscheinen – Doch Portugal ist in der Grafik gar nicht zu finden!

Aus gutem Grund: Portugal hat laut den Statistiken gerade einmal eine Sterberate von 14,8 pro 100.000 Einwohnern, liegt somit nur im mittleren Bereich. Nicht nur ähnliche, sondern auch stärkere „Ausreißer“ sind Malta, Finnland und Norwegen: Hohe Impfraten, mittlere bis niedrige Sterblichkeit.

Weltweit wird der Scheinzusammenhang noch deutlicher, so habe Südkorea mit 83 Prozent eine extrem hohe Impfquote, aber nur eine COVID-19 Sterblichkeit von 0,5 pro 100.000 Einwohnern; Japan ebenfalls mit einer Sterblichkeit von 0,7 bei einer Impfquote von 50 Prozent.

Krumme Grafik

Wer nun meint, dass die Grafik aber trotzdem einen Zusammenhang zeige, da die Kurve ja scheinbar bei vielen Ländern trotzdem so verläuft, der sei enttäuscht: Die Einteilung der X- und Y-Achsen der Grafik ist nämlich ebenfalls sehr manipulativ gewählt.

Die waagerechte Achse mit der Grippe-Impfrate wurde gleichmäßig mit 10, 20, 30… beschriftet, die Zahlen haben in der Grafik auch einen gleichmäßigen Abstand. Soweit also korrekt.

Die senkrechte Achse hingegen (Corona-Tote pro 100.000) weist zwar gleichmäßige Abstände auf, die Zahlen jedoch verdoppeln sich (0.5, 1, 2, 4, 8…), wodurch die Kurve sehr viel abgeflachter ist, die farbigen Punkte erscheinen viel näher an der Kurve, als sie eigentlich sind.

Wäre jene Grafik korrekt gezeichnet worden (beide Achsen linear), ergäbe sich statt einer Kurve ein Zickzack-Muster, die scheinbare Korrelation wäre dahin… aber damit kann man ja dann keinen scheinbaren Zusammenhang konstruieren.

Der falsche Zusammenhang

Bereits im April 2020 behauptete ein Dr. Ruediger Dahlke, dass die Grippeschutzimpfung die Gefahr, an COVID-19 zu erkranken, erhöhe (wir berichteten). Er begründete seine Behauptung mit der Aussage eines Influenza-Experten in einem BBC-Interview.

Jener Experte sagte jedoch nicht, dass alle, die die Grippeschutzimpfung bekamen, nun auch COVID-19 gefährdeter seien!
Er sagte auch nicht, dass alle aus den Risikogruppen mit einer Impfung gefährdeter sind.
Der Experte vereinfachte nur eine Kernaussage: „Sie bekamen eine kostenlose Impfung? Dann gehören Sie auch zu den COVID-19 Gefährdeten.

Diese Risikogruppen sind aber nicht wegen der Impfung gefährdet, sondern einfach nur, weil sie ohnehin Risikogruppen sind.

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Fazit

Die Grafik ist schon vom Aufbau her stark manipuliert (kein linearer Verlauf der X- und Y-Achse), die Daten darin wurden zudem selektiv gewählt, um die Aussage zu unterstreichen. Eine korrekte Grafik würde der Aussage widersprechen.

Quelle: AFP-Faktencheck
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Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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