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Dienstag, 26 Oktober 2021

Die Grillsaison ist wieder da: Grillsaucen unter der Lupe

Bei warmem Wetter essen wir gerne draußen, und was schmeckt da besser als ein leckeres Stück Fleisch vom Grill.

Doch beim Grillen ist nicht nur wichtig, was auf dem Grill liegt, sondern auch, was es dazu gibt. Manche brauchen nur einen Klecks Ketchup, andere ein wahres Buffet aus Dips und Saucen. Was in den fertigen Saucen steckt, zeigt der Marktcheck der Verbraucherzentrale Bremen.

Im Rahmen eines Online-Marktchecks hat die Verbraucherzentrale Bremen 46 Grillsaucen in wiederverschließbaren Flaschen und Tuben unter die Lupe genommen. Von BBQ Sauce über Paprika, Chili, Salsa und Knoblauchsaucen bis zur Senfsauce – alles war dabei. Klassischer Ketchup, Senf, Majo und Chutneys blieben außen vor.

Reichlich Zucker und süßende Zutaten in Grillsaucen

Besonders die BBQ Saucen enthielten viel Zucker. Der Spitzenreiter wies ganze 40,5 g Zucker in 100 g Sauce auf. „Einige Süßigkeiten mit Schokolade enthalten ähnliche Mengen. Bei Süßwaren ist klar, dass sie viel Zucker enthalten, bei den Saucen jedoch nicht“, sagt Verena Buffy, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. Doch nicht nur diese Sauce trug großzügig zur täglich maximalen empfohlenen Zuckermenge von maximal 50 g der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei. Auch viele andere Hersteller setzten Zucker beziehungsweise süßende Zutaten sehr freigiebig ein. Der Durchschnitt lag bei 14 g Zucker in 100 g Sauce. Die Barbecue- und Steaksaucen schaffen es im Mittel sogar auf 23 g Zucker in 100 g.

Salzige Angelegenheit

Auch mit Salz sparten die Hersteller nicht. Durchschnittlich zwei Gramm Salz lieferten 100 g Sauce. „Zusammen mit gut gewürztem Fleisch, Wurst und Grillkäse sowie Kräuterbaguette könnte schon der Grillabend die von der DGE empfohlenen sechs Gramm Salz am Tag für Erwachsene liefern. Für Kinder ist die empfohlenee Menge geringer und so auch leichter überschritten“, gibt Verena Buffy zu bedenken.

Fett bringt Geschmack

Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger. „Bei Mayonnaise erwartet man einen hohen Fettanteil, bei tomatenbasierten Soßen aber eher nicht“, so Verena Buffy. So fand das Ernährungsteam der Verbraucherzentrale Bremen in 100 ml Paprika-Grillsauce knapp 37 g Fett. Der Durchschnittswert der Saucen von 10 g Fett pro 100 ml zeigt, dass es auch mit weniger geht. Palmöl enthielt nur eines der 46 Produkte. Meist wurden eher zu empfehlende Öle wie Raps- oder Olivenöl zugesetzt. Auch Sonnenblumenöl verwendeten einige Hersteller.

Alkohol in Grillsaucen

Es gibt Grillsaucen, denen Alkohol wie beispielsweise Whisky zugesetzt ist. Meist handelt es sich nur um geringe Mengen, so dass der Hersteller den Gehalt in Volumenprozent nicht auf der Verpackung aufführen muss. Doch für Kinder, Schwangere und alle, die auf Alkohol verzichten möchten, sind diese Saucen trotzdem nicht geeignet. „Beim Grillabend daher am besten einen kurzen Hinweis für die Gäste geben, wenn solche Saucen dabei sind“, rät Verena Buffy. „Nicht immer war der Hinweis nämlich auf der Vorderseite der Verpackung zu finden und wir mussten erst die Zutatenlisten lesen.“

Jede Menge Zusatzstoffe und Aromen

Bis auf eine einzige Ausnahme enthielten alle Saucen Zusatzstoffe und Aromen: allen voran modifizierte Stärke und andere Verdickungsmittel. Aber auch Aromen, Säuerungsmittel, Antioxidationsmittel, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Festigungsmittel und Süßungsmittel verliehen den Saucen das individuelle Aussehen und den Geschmack.

Was für eine Bilanz – erst recht vor dem Hintergrund, dass einige mit sogenannten „Clean Labels“ warben. Die Saucen seien gluten- oder laktosefrei, enthielten keine künstlichen Farbstoffe oder Konservierungsstoffe. „Diese Angaben waren alle korrekt, weil eben genau das hervorgehoben wird, womit sich gut werben lässt – aber dass andere Zusatzstoffe enthalten sind, erfahren Verbraucher:innen erst beim genauen Hinsehen aufs Zutatenverzeichnis“, so Verena Buffy.

Quelle: Verbraucherzentrale Bremen
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