Aktuelles Greta Thunberg und der Sessel: Faktencheck

Greta Thunberg und der Sessel: Faktencheck

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Ein Foto zeigt die schwedische Klimaaktivistin mit ihrer Mutter, sowie zwei teure Sessel. Was hinter dem Bild und der Argumentation steckt, beschreiben wir hier.

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Auf dem Foto sieht man nicht nur Mutter und Tochter, sondern auch ein zwei Sessel. Diese beiden Sessel haben es nun auf Social Media zu einer gewissen Berühmtheit geschafft, denn die beiden Sitzgelegenheiten werden genutzt, um Greta Thunbergs Kernaussagen zu diskreditieren.

Hierzu der Faktencheck: Ja, dieses Foto ist echt. Es wurde am 17. April in Stockholm in der Wohnung der Familie aufgenommen, also lange, bevor Greta Thunberg überhaupt von den Medien thematisiert wurde. Das Foto selbst findet man auf IMAGO IMAGES, wo auch folgende Beschreibung zum Bild veröffentlicht wurde (siehe hier):

Hinweis
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Greta Thunberg and her mother Opera Singer Malena Ernman, in her home in Stockholm 2018-04-17
Stockholm Sverige x30212x * Greta Thunberg and her mother Opera Singer Malena Ernman in her home in Stockholm 2018 04 17 Stockholm Sverige x30212x, PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMalinxHoelstad/SvD/TTx GRETA THUNBERG

Der Hinweis an dieser Stelle: Wir müssen zunächst darauf hinweisen, dass es sich um ein Foto handelt, zu dem man für eine weitere Veröffentlichung die Lizenz erwerben muss. Das bedeutet, die Nutzung als Sharepic ohne dazu gehörige Lizenz kann unter Umständen zu einer Abmahnung durch die Plattform führen.

Die darauf zu sehenden Sessel dürften durchaus die kritisierten Designersessel sein. Es ist jedoch anhand des Bildes nicht zu 100% zu bestätigen, jedoch aufgrund der identischen Optik recht wahrscheinlich.

Anmerkung: Gerade weil die Designersessel hohe Preise haben, gibt es Produkte, die dieses Design nachahmen. Insofern bleibt nicht zweifelsohne geklärt, ob diese Sessel die Originalsessel der Designer sind. Ferner ist auch nicht belegt, welche Preise letztendlich für die Sessel galten, da verschiedene Anbieter auch verschiedene und durchaus niedrige Preise für die Sessel anbieten.

Ein Vergleich über Google zeigt hier, dass die Preise für den Sessel „ anstatt des Herstellerpreises von 5.750,00 € (wie im Posting erwähnt) je nach Ausführung und Händler deutlich variieren (siehe hier).

Argumentationsstruktur

Spannend ist hier die Ebene, die aufgebaut wird, um die Kernaussagen Thunbergs zu kritisieren. Die Kosten der Möbel werden als Maßstab für die Inhalte ihrer Aussagen angelegt. Der Besitz eines nicht-veganen Sessels steht grundsätzlich auch nicht in einem Widerspruch zum Einsatz für das Weltklima.

Die Frage kann man sogar noch deutlicher Stellen: Was ändert der Sessel an den Kernaussagen Thunbergs, man solle den Aussagen der Wissenschaftler Gehör schenken und diesen folgen?

Gemäß der dargelegten Argumentationsstruktur dürfte sich letztendlich niemand für einen Klimaschutz einsetzen können, der in Besitz eines teuren oder nicht-veganen Produkts ist. Das ist daher ein Versuch, eine unüberwindbare Hürde, sowie eine Unglaubwürdigkeitsblase zu entwickeln.

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Hierbei sind wir interessanterweise bei einer anmerkenswerten Vergleichsebene: Die junge Schülerin wird verantwortlich für das Konsumverhalten der Eltern gemacht. Ihr wird der Protest abgesprochen, weil ihre Vorgängergeneration bestimmte Produkte besitzt/benutzt. Ergo: Das Verhalten der Generationen aus den 60ern, 70er und 80ern, welches sich in puncto Klimaschutz teilweise im Tiefschlaf befand, wird nun den Klimaprotesten der jungen Generation angelastet.

Abgesehen davon, dass ein teures Möbelstück, welches ein oder mehrere Jahrzehnte überdauert, durchaus nachhaltiger sein kann, als ein billig produziertes Möbelstück aus dem Discounter. Das dürfte hier jedoch keine weitere Rolle spielen, denn aus der Beobachtung der Vorwürfe gegen Thunberg hat sich in den vergangenen Monaten immer wieder gezeigt, dass jeder ihrer Schritte intensiv beobachtet wird und jedes noch so kleine abweichende Handeln ihr gegenüber genutzt wird, um ihre Handlungen zu diskreditieren.

Bestehendes Narrativ: Geschäftsidee Greta

Das Bild mit dem Designersessel soll die Geschichte einer „Geschäftsidee“ innerhalb der Familie nochmals untermalen. Hierbei handelt es sich um ein regelmäßig Auftretendes Narrativ, welches zur Diskreditierung Greta Thunbergs Kernaussagen genutzt wird (vergleiche).

Über dies hinaus gibt es mittlerweile eine bemerkenswerte Sammlung von Vorwürfen, Diskreditierungen, teilweise bewussten Falschmeldungen und auch Satiren bezüglich Greta Thunberg, so dass wir auf Mimikama schon fast eine eigene Kategorie dazu eröffnen könnten.

Artikelbild: Imago Images 90515780

 

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