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Montag, 20 September 2021
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Nein, Furchtlosigkeit schützt nicht vor Viren!

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Aktuell findet sich in vielen Social Media-Postings und Blogbeiträgen eine Geschichte zu einem angeblich wissenschaftlichen Experiment.

Diese Geschichte soll belegen, dass man durch Angst und Autosuggestion selbst beeinflussen könne, ob man an einem Virus sterbe oder nicht. (Verweis /Archiv). Auszug:“…Wenn sie ihnen sagen, dass sie ein Virus haben, sterben Menschen an purer Angst und Autosuggestion. Nachdem man Tag und Nacht alle Medieninformationen gesehen hat, ist man voller Angst und das Immunsystem wird durch die Angst geschwächt…“ 

Es handelt sich um diesen Beitrag, der im Moment im Umlauf ist:

Kann man eine Infektion durch die eigene Einstellung dazu beeinflussen? Weiter heißt es in dem Text, dass bekannt sei, dass die Todesgefahr durch das (Corona-)Virus sehr gering sei und nur durch die negative Beeinflussung und das Schüren von Angst durch die Medien das Immunsystem geschwächt werde. Das impliziert, dass man selbst Einfluss darauf habe, ob man sich infiziert und/oder wie der Krankheitsverlauf von Statten ginge. Stimmt das?

Stress beeinflusst das Immunsystem

Laut Silvia Capellino vom Leibnitz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund sei es wissenschaftlich belegt, dass Stress sich auf das Immunsystem auswirken könne. In einer Studie habe sich gezeigt, dass kurzfristiger Stress das Immunsystem sogar stärken könne, chronischer Stress hingegen könne es schwächen. In beiden Fällen aber sei Stress nur einer von vielen Einflussfaktoren für die körperliche Immunreaktion, so die Neuroimmunologin weiter.

Keine Angst schützt nicht vor Infektion

Manfred Schedlowski, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie an der Universität Essen, teilte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es mit absoluter Sicherheit keinen Zusammenhang zwischen Angst und einem Corona-Infektionsrisiko gebe. Man sei durch Angst vor dem Virus nicht anfälliger für eine Infektion und auch nicht dadurch geschützt, sollte man keine Angst davor haben. Hierzu gebe es keine wissenschaftlichen Studien, da keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang existieren.

Kann man vor Angst sterben?

Aus der viel geteilten Anekdote geht zudem hervor, dass es möglich sei, vor Angst sterben zu können. Laut eines Artikels der American Heart Foundation kann dies durch eine starke Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin tatsächlich in sehr seltenen Fällen passieren. Dies geschehe allerdings dann, wenn der Körper plötzlich einer extremen Angst ausgesetzt werde. Entgegen der Behauptung in der Geschichte gebe es allerdings keine Belege für einen langsamen Tod verursacht durch dauerhafte Angst.

Und was hat der abgebildete Mann auf dem Foto des Facebook-Beitrages mit dieser Geschichte nun zu tun?

Nichts! Bei dem Mann handelte es sich um George Stinney Jr., der am 16. Juni 1944 im Alter von 14 Jahren auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde, nachdem er angeblich zwei Mädchen getötet haben soll. (Verweis)

Quelle: Furchtlosigkeit schützt nicht vor Viren (dpa-factchecking.com)
Artikelbild: SvetaZi / Schutterstock.com

 


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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