Aktuelles Freund oder Feind? Wie dich falsche Facebook-“Freunde” abzocken wollen

Freund oder Feind? Wie dich falsche Facebook-“Freunde” abzocken wollen

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Die Berliner Polizei warnt, zu Recht, aktuell vor Freundschaftsanfragen auf Facebook, die nur einem Zweck dienen: Sie wollen dir schaden!

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Und dabei geht es, wie soll es auch anders sein, schlicht um Geld!
Die Betrüger, die sich hinter diesen Anfragen verbergen, wollen dein Geld. Angefangen von gefälschten, kopierten Profilen deiner Freunde bis hin zum romantisch, erotischen Chataustausch ist alles möglich.
Doch auch wenn diese Masche sehr durchschaubar klingt, viele Facebook-Nutzer sind sich der Gefahr von fremden “Freundschafts”anfragen noch immer nicht bewusst.

Kopierte Facebook-Profile

Bei dieser Methode durchforsten die Betrüger Facebook nach bereits bestehenden Profilen und erstellen eine 1:1 Kopie davon.
Das heißt, diese Betrüger stehlen / kopieren die Identität eines Freundes und wollen mit gleichlautendem Namen und dem bislang verwendeten Profilbild, sowie Titelbild, erneut dein Freund sein.
Nimmt man diese Freundschaftsanfrage an, denn man “kennt” sich ja, bekommt man unmittelbar danach eine Nachricht mit der Bitte um deine Mobilfunkrufnummer. Diese verwendet der Betrüger, um Zahlencodes auf dein Handy schicken zu lassen. Übermittelt man diese Codes dem Betrüger, denn er fragt auch nach diesen, wird man abgezockt.
Denn diese Zahlencodes sind bares Geld wert!
Die Betrüger lösen diese nämlich bei Zahlungsdienstleistern ein. Diese Zahlung bemerkt das Opfer dann auf seiner Handyrechnung.

Merke:

  • Niemals per SMS zugesandte Bezahl- oder Bestätigungscodes weitergeben! Auch nicht an vermeintliche Freunde!
  • Erhält man erneut eine Freundschaftsanfrage von einem Freund, dann unbedingt bei diesem Freund nachfragen, ob er dies wirklich war!

Denn eine erneute Anfrage der gleichen Person kommt immer nur dann in Betracht, wenn der Freund vorher von ihm oder dir selbst aus der Freundesliste entfernt wurde. Ansonsten sollte man stutzig werden.

Der Romance Scam

Dieser englischsprachige Begriff bezeichnet eine weitere Form von Internetbetrug. Hier werden ebenfalls gefälschte Profile benutzt. Nur bekommen wir hier Freundschaftsanfragen von äußerst attraktiven Frauen oder Männern.
Ziel ist es, eine tiefe Bindung zum Opfer herzustellen, indem man sich mit ihm anfreundet, kokettiert, flirtet und schließlich mit einem Vorwand finanzielle Zuwendung erschleichen möchte.
Im englischsprachigen Raum ist Romance Scam weit verbreitet, es gibt sogar Foren, die vor solchen Betrügern warnen und die die zumeist missbräuchlich verwendeten Fotos dieser angeblichen Liebhaber veröffentlichen.
Im Zusammenhang mit Romance Scam fällt sehr oft der Name “Nigeria Connection”, so auch in dem oben angeführten Facebook-Beitrag.
Doch wie passen diese zwei Begriffe zusammen?

Die “Nigeria Connection”

Die Nigeria Connection ist keine strukturierte Organisation, sondern es handelt sich hierbei um verschiedene Gruppen von afrikanischen Betrügern. Diese Betrüger leben zum Teil in Europa und zum anderen Teil in Nigeria.
Diese Internetbetrüger haben sich auf Kreditkartenbetrug, Dokumentenfälschung uvm. spezialisiert und sind seit geraumer Zeit auch mit vielen Fake-Profilen auf Facebook unterwegs.
Sie kontaktieren ahnungslose Facebook-Nutzerinnen, gewinnen ihr Vertrauen und geben nach einiger Zeit vor, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden.
Die Hauptzielgruppe solcher Betrüger unterliegt dabei einem recht festgelegten Beuteschema:

  • Weiblich
  • Halbwegs intelligent (muss zumindest über gute Englischkenntnisse verfügen)
  • Alleinstehend
  • Mittleren Alters (sehr junge Frauen verfügen noch über keine finanziellen Ressourcen)

Auf dem Profilfoto des ausgesuchten Opfers muss ein klar erkennbares, lächelndes Gesicht zu sehen sein, denn die Betrüger beziehen sich in den ersten Kontaktversuchen darauf.

Welche Merkmale haben solche Betrüger?

Eine ganz genaue Beschreibung ist leider nicht möglich, da diese Kriminellen äußerst kreativ vorgehen und sich natürlich auch den Gegebenheiten anpassen.
Jedoch gibt es einige Grundkriterien, auf die man achten kann, um sich selbst zu schützen:

  • Altersmäßig dem Opfer angepasst
  • Vorgebliche berufliche Tätigkeit eher im mittleren Management
  • Angeblich geschieden, aber wesentlich öfter verwitwet, Kinder im Schulalter alleine zu versorgen
  • Im Facebook-Profil nicht besonders informativ und keine sichtbaren Postings
  • Vorgespielt empathisch

Und so gehen sie vor:

  • Erstkontakt via Nachricht. Die gesamte Kommunikation erfolgt in Englisch.
  • Profilbild: nicht unattraktive Erscheinung, aber auch kein „Adonis“
  • Berichtartiger Lebenslauf, z. B. „Meine Eltern starben bei einem Unfall, meine Frau bei der Geburt unseres Kindes.“
  • Ausfragen des anvisierten Opfers (= Suche nach Schwächen)
  • Liebesschwüre, die kein realer Mann nüchtern von den Lippen bringen würde.
  • Es tritt ein unvermitteltes Ereignis auf, z. B. „Piraten kommen“ (= skurilste Version). Oft ist die Geschichte aber dennoch in sich schlüssig als Begründung für eine daraus folgende Notlage..
  • Bitte um finanzielle Leihgabe (Betrag im vierstelligen Eurobereich) unter Einsatz von massivem, emotionalen Druck und unter Vorlage sog. „Beweise“ als Datei
  • Nach Gelderhalt – Geld weg und unbekannter Verehrer natürlich auch.

Wie kann ich mich vor solchen Betrugsmaschen schützen?

Folgende Tipps können dabei hilfreich sein:

  • Gib im Internet grundsätzlich nicht mehr Daten preis als nötig.
  • Nutze unterschiedliche Passwörter für unterschiedliche Accounts (E-Mail, Facebook, Amazon, ebay…)
  • Sperre deine Profile soweit wie möglich für Fremde. Nur deine Freunde sollten deine privaten Bilder, deine Freundesliste, persönliche Daten und aktuelle Posts sehen können.
  • Lasse deine Freunde und Bekannte in den sozialen Netzwerken hin und wieder suchen, ob es dein Profil noch einmal gibt. Betrüger können das Fake-Profil für das Original-Profil unsichtbar schalten (blockieren), so dass du keine Möglichkeit hast es zu  finden.
  • Überprüfe, ob die Einrichtung einer Drittanbietersperre bei deinem Telefonanbieter möglich / sinnvoll ist.
  • Prüfe als Elternteil regelmäßig die Aktivitäten deiner Kinder im Internet. Kläre sie über diese und andere Betrugsmaschen auf.

Bist du selbst Opfer eines Betruges geworden, informiere unverzüglich die Polizei!
Zudem kann man manipulierte oder kopierte Profile bei Facebook als Fake-Profil melden!

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Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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