Blogheim.at Logo
Aktuelles Nein, Fragebogen richtet sich nicht gegen Heterosexualität an sich

Nein, Fragebogen richtet sich nicht gegen Heterosexualität an sich

Facebook-Themen

Kein Flugzeugabsturz in Düsseldorf oder Berlin!

Betrüger versuchen mit einer erfundenen Schlagzeile Facebook-Nutzer in eine Phishing-Falle zu locken! Vorsicht, aktuell stolpern Facebook-Nutzer über einen Statusbeitrag, wonach sich eine Tragödie in Berlin...

Unbekannte Fake-Profile locken in die Falle

Unbekannte Profile kontaktieren dich via Facebook-Messenger und manche von ihnen zeigen ein sehr attraktives Profilbild? Vorsicht - du könntest in eine teure Abofalle tappen! Aktuell...

Betrüger versenden Nachrichten über den Facebook-Messenger

Derzeit verschicken Kriminelle Nachrichten über den Facebook-Messenger. Darin befindet sich ein Link, der vorgibt zum Werbemanager von Facebook weiterzuleiten. Wie unser Kooperationspartner Watchlist Internet schreibt,...

Mark Zuckerberg sperrt Trump auf unbestimmte Zeit!

Eine Notbremse, die es so noch nie gab: Die Facebook- und Twitter-Accounts von Donald Trump wurden gesperrt, ein Video gelöscht. Wir haben darüber am 7.1.2021...
-WERBUNG-

Viel mehr will es zum Nachdenken anregen. Und zwar darüber, wieso ausgerechnet Heterosexualität als das ‚Normale‘ wahrgenommen wird.

- Werbung -

Voller Empörung wird gerade ein Facebook-Post geteilt. Angeblich wurde ein Arbeitsblatt, welches vermeintlich Heterosexualität in Frage stellt, in einem Philosophie-Unterricht in der 8. Klasse ausgeteilt, dafür gibt es allerdings keine Belege. Die Reaktionen in der Kommentarspalte sind erschreckend homophob.

Denn wie kann man denn nur Heterosexualität in Frage stellen?

U.a., folgendes steht in dem Fragebogen: „Woher glaubst du, kommt deine Heterosexualität?“ Oder gar: „Ist es möglich, dass deine Heterosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen des gleiche Geschlechts kommt?“

Ganz schön unangenehm und persönlich.  Wie anmaßend so etwas unaufgefordert zu fragen? Wir kennen uns schließlich nicht. Und auch so abwegig:  Man entscheidet sich doch nicht dafür heterosexuell zu sein, man ist es einfach. Oder?

Gegenfrage: Was passiert, wenn man das Wort Heterosexualität in dem Arbeitsblatt mit Homosexualität austauschen würde? Wäre dann die Aufregung noch genauso groß? Wahrscheinlich nicht, denn in der für immer noch viele Menschen geltenden Logik, in der Heterosexualität als absolut ‚normal‘ und damit als der ‚Standard‘ angenommen wird, erscheint es auch nicht abwegig Menschen, die von dieser angeblichen ‚Norm‘ abweichen, dazu bringen zu wollen, sich dafür zu rechtfertigen.

- Werbung -

Der Heterosexuelle Fragebogen

Wie unangenehm und übergriffig diese Fragen jedoch sind, machte Martin Rochlin 1972 mit der Entwicklung des „Heterosexuellen Fragebogens“ (The Heterosexual Questionaire) deutlich. Darin sammelte er eine Vielzahl von Fragen, die homosexuelle Menschen oft über sich ergehen lassen müssen, aber gleichzeitig niemals heterosexuellen Menschen gestellt werden.

Es geht dabei jedoch nicht darum, Heterosexualität an sich zu hinterfragen, es soll viel mehr verdeutlichen wie selbstverständlich eigentlich Heterosexualität als das ‚Normale‘ generell angenommen wird und alle anderen Sexualitäten deswegen zu hinterfragen sind. Dieses Ungleichgewicht kann jedoch für Menschen, die nicht heterosexuell sind, sehr unangenehm sein. Denn warum sollte jemand das Recht haben ihnen solche Fragen zu stellen?

Rochlin wollte mit dem Fragebogen den Spieß umdrehen. Mittlerweile gibt es in verschiedenen Sprachen auch Erweiterungen des Fragebogens, in denen etwas von dem verletzenden Gefühl vermittelt wird, wenn nicht-heterosexuelle Menschen z.B. gefragt werden: „Wenn Heterosexualität normal ist, warum ist dann eine unverhältnismäßig hohe Zahl psychisch Kranker heterosexuell?“

Wie sind also die Reaktionen des Facebook-Posts einzuschätzen?

In dem Facebook-Post wurden wohl jene Absichten von Rochlin nicht verstanden. Denn hier geht es um etwas anderes. Nämlich um Homophobie, die Angst, dass einem von irgendwoher, diesmal sind es die Schulen, die eigene Heterosexualität gestohlen werden könnte. Argumentiert wird hier mit Kindern, die es vermeintlich zu beschützen gilt.

Doch selbst wenn der Fragebogen an Achtklässler*Innen ausgeteilt wurde, dann sicherlich nicht um sie zu ‚verdrehen‘, sondern um sie zum Nachdenken zu bringen, wie wir mit Sexualität umgehen. Es geht darum zu hinterfragen, warum wir das eine also so selbstverständlich ‚natürlich‘ ansehen und das andere nicht. Und welche Konsequenzen das für Menschen hat.

Gar keine so schlechte Übung eigentlich. Vielleicht hätte sie einigen Kommentator*Innen unter dem Post auch nicht schlecht getan, um die eigenen Homophobie zu hinterfragen.

- Werbung -

Noch mehr zum Hinterfragen:

Gendern: Warum es im Sprachgebrauch wichtig ist – ein Kommentar. Mehr Hier.

- Werbung -

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland

Die Corona-Krise! Wir brauchen deine Unterstützung! Die Corona-Krise stellt uns alle vor großen Herausforderungen und bringt uns an unsere Grenzen. Jeder gibt seinen Teil dazu bei um zu Unterstützen. Gegenüber anderen Medien haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle offen halten. Wenn jeder, der unsere Faktenchecks liest, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben und wir können gemeinsam gegen Fakenews vorgehen. Unterstütze uns und tragen auch Du dazu bei, die Zukunft von Mimikama zu sichern. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Macron „schockiert“ über Bilder von Polizeigewalt gegen Schwarzen

0
In Frankreich sorgen neue Bilder von Polizeigewalt für Empörung: Die Pariser Staatsanwaltschaft eröffnete Ermittlungen gegen Polizisten, die einen Schwarzen geschlagen und getreten hatten, weil...
Die deutsche Komikerlegende Karl Dall ist tot

Karl Dall ist tot – die ersten Details!

0
Der Komiker Karl Dall ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Das bestätigte seine Familie am 23. November, wie unter anderem „Focus“ berichtet.

Top-Artikel

Warum Norwegen vor Impfrisiken warnt

Seit kurzem gibt es aus Norwegen eine Warnung vor möglichen Impfrisiken. Wir zeigen hier jene Stichpunkte auf, um die es dabei geht. Die Angst vor...

Todesursache COVID-19, um Corona-Maßnahmen zu rechtfertigen (Faktencheck)

Schon des Öfteren wurde behauptet, dass Ärzte als Todesursache COVID-19 auf Totenscheinen eintragen, da dies unterschiedliche "Vorteile" mit sich bringen soll. Bei Todesursache COVID-19 -...

Signal ohne Signal: Messenger hat derzeit technische Probleme

Der Messenger Signal ist derzeit nicht nutzbar. Weltweit berichten Nutzer von Problemen. Du nutzt den Messenger Signal? Du hast dich gewundert, warum gerade (Freitag, 15....

Antivirus.exe – Oder: Als ich heute einkaufen war.

Ich bin ein Geek. Ich trage gerne Masken, und das nicht erst seit der Coronakrise. Ja, ihr könnt jetzt über mich lachen, wenn ihr mich...

Nein, dieser Flyer ist kein Aufruf der Antifa an ihre Mitglieder*Innen

Sich als Trump-Unterstützer*Innen zu verkleiden und an Krawallen teilzunehmen. Ein veralteter Flyer, der sich schon damals als Hoax erwies, wird wiedermal auf Facebook geteilt. Eigentlich...
-WERBUNG-
-WERBUNG-