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Flache Erde?

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6 Regeln von Florian Aigner, die nützlich sind, um Wahrheit von Unsinn zu unterscheiden.

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Nicht zum ersten Mal findet die Theorie der flachen Erde inhaltlich Einzug bei Mimikama. Doch wir wollen gerne nochmal auf die Verschwörungstheorie eingehen, denn Florian Aigner hat für Addendum in einem kleinen Gastbeitrag erklärt, warum die Erde keine flache Scheibe ist und wie man generell Verschwörungstheorien unterscheiden kann.

In dem Artikel „Anleitung zum Klügerwerden” auf Addendum stellt Aigner folgende Punkte heraus:

  1. Glaube nie etwas, nur weil du es glauben willst!
  2. Formuliere Theorien so, dass sie falsifizierbar sind!
  3. Suche nach Beobachtungen, die deiner Theorie widersprechen!
  4. Frage nach den Quellen!
  5. Passt die These zu dem, was wir bereits wissen?
  6. Akzeptiere, dass keine Theorie alles erklären kann!

Zu diesem Thema haben wir natürlich auch ein paar Evergreens. Es sind eben diese kleinen Behauptungen, die am Ende nicht stimmen:

Behauptung: Die Menschen glaubten schon immer an eine flache Erde

Eine beliebte Behauptung, die Verschwörungstheoretiker gerne verwenden, im gleichen Atemzug damit, dass alle NASA-Bilder gefälscht seien. Vielleicht hätten diese mal im Geschichtsunterricht aufpassen müssen, denn bereits 600 v. Chr. vertrat der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras die Auffassung, dass die Erde ein runder Planet sei, der sich mit den anderen Planeten um die zentrale Sonne dreht, was heutzutage als das Kopernikus-Modell bekannt ist.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Die gefälschten Bilder aus dem All

Um die Darstellung des Globus als falsch darstellen zu können, gibt es die Behauptung, dass alle Bilder aus dem Weltraum gefälscht sind. So einfach kann man es sich machen. „Es gibt keine Beweise, dass die Erde rund ist!“, wird dabei gerne betont und alle Bilder sind gefälscht. Warum so eine gigantische Fälschung überhaupt existieren sollte, kann einem indes niemand sagen. Es dürfte wohl daran liegen, dass man selbst noch nicht die Erfahrung gemacht hat und aus dem All die Rundung der Erde betrachten konnte.

Diese fehlende Selbsterfahrung versuchte übrigens der US-Amerikaner Mike Hughes mittels einer selbstgebauten Rakete zu kompensieren und gleichzeitig damit zu beweisen, dass die Erde flach sei. Er schaffte es tatsächlich, damit gut 500 m hoch zu fliegen. Da kann man natürlich noch nicht wirklich was beweisen oder entkräften, allein dass er sich dabei nicht selbst umgebracht hat, dürfte ein Wunder sein. Der 61-Jährige will jedoch nicht aufgeben und den Beweis der flachen Erde nochmals antreten.

Millionen von Bildern der ISS, NASA, ESA, CNSA, Roscosmos und allen anderen Weltraumagenturen seien aber trotzdem allesamt gefälscht. Also sind auch die Bilder eines japanischen Satelliten, der alle 10 Minuten eine Aufnahme der Erde macht, gefälscht und computergeneriert? Das würde ja ebenso beinhalten, dass seit 1946, als das erste Foto der Erde aus dem Weltraum gemacht wurde, alle Weltraumagenturen unter einer Decke stecken würden, nur um der Menschheit eine gigantische Lüge aufzutischen?

Aber schau doch einfach mal raus!

Das ist eines der größten Argumente für die flache Erde im Feld des Beweiskrieges. Man kann mit bloßem Auge keine Erdkrümmung erkennen, was doch mehr als deutlich zeige, dass die Erde flach sei.

Bildquelle: Blogrebellen
Bildquelle: Blogrebellen

Die wenigsten Menschen haben die Chance, die Erdkrümmung „live“ zu sehen, wie z.B. Astronauten es tun. Somit kennen viele nur Satellitenfotos, und die könnten ja alle gefälscht sein. Erst kürzlich machte der Sänger Xavier Naidoo auf sich aufmerksam, indem er „bewies“, dass die Erde flach sei: Er hielt sich ein Lineal vor die Nase, wie die Blogrebellen berichteten.

Doch das hinkt, denn bei unserem Planeten haben wir es nicht mit einem kleinen Ball zu tun, bei dem man sofort erahnen könne, dass er rund ist. Die Erde  groß. Sehr groß für menschliche Verhältnisse. Mit einem durchschnittlichen Radius von 6371 Kilometern der Erde können wir als kleiner, im Regelfall nicht ganz 2 Meter großer Mensch die Rundung gar nicht wahrnehmen.

Setzen wir es um: Wäre ich ein kleines Atom mit Bewusstsein und stünde auf einem Fußball, so könnte ich mit dieser Linealmethode auch behaupten, dass der Fußball in Wirklichkeit flach ist. Man muss also einen gewissen Abstand vom Erdboden haben, um die Krümmung mit bloßem Auge erkennen zu können, dies kann man aber, da man den Durchmesser der Erde kennt, mathematisch berechnen.

Ohne jetzt groß mit mathematischen Formeln aufzulaufen, so kann man, rein mathematisch, die Erdkrümmung bereits bei einer Höhe von ca. 10.600 Metern Höhe ausmachen, also Flugzeughöhe. Dazu bräuchte man allerdings auch einen absolut wolkenfreien Himmel, keine Gebirge im Sichtfeld und einen Blickwinkel von 60 Grad, sowie ein sehr scharfes Auge. Sehr viel deutlicher erkennt man die Krümmung (und somit auch die Kugelform), je weiter man von der Erde entfernt ist. Millionen TV-Zuschauer konnten dies z.B. 2012 sehen, als Felix Baumgartner aus 39 Kilometer Höhe aus einem Heliumballon sprang.

Von wegen… Sonne und Mond sind viel kleiner und näher, als man denkt!

Und Hitze würde die Sonne auch nicht ausstrahlen. Ach herrlich, es gibt da einen ganzen Pool an Behauptungen über Sonne und Mond, die über uns kreisen und ziemlich nah an uns dran sind. Klingt alles sehr nach Trueman-Show, aber solche Modelle gibt es wirklich und es gibt dazu auch Erklärungen.

Eine Erklärung ist die schöne Abbildung der Flat Earth Society, in der die Sonnenphasen dargestellt werden. Diese führt an, dass die Sonne in Wirklichkeit nur 4.800 Kilometer entfernt sei und nur einen Durchmesser von 51 Kilometern habe. Sie bewegt sich kreisrund über die Flacherde und beleuchtet damit immer nur einen bestimmten Teil, so wären die Tag- und Nachtphasen zu erklären. In der Mitte erkennt man wieder die Arktis, außen die große Antarktis-Mauer.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

So. Und wenn man jetzt nicht weiter denkt, klingt das ja fast logisch. Wenn es da nicht einige Logikprobleme gäbe. Denn selbst wenn die Welt so aussehen würde, müsste man die Sonne auch in der Nacht sehen können, wenn auch so weit entfernt, dass sie den eigenen Teil der Erde nicht mehr ausreichend beleuchtet. Man dürfte sie also nicht am Horizont untergehen sehen, sondern man müsste sehen, wie sie sich weiter entfernt.

Jahreszeiten erklärt sich vielleicht damit, dass die Sonne mal näher, mal weiter entfernt von der Erdscheibe ist. Okay. Die Mitternachtssonne am Nordpol erklärt sich vielleicht auch noch damit, dass die Sonne näher an die Arktis in der Mitte rückt. Auch okay. Aber was ist mit der Mitternachtssonne in der Antarktis? Wie schafft es die Sonne dann, die komplette Eiswand Tag und Nacht zu beleuchten, über Monate hinweg? Oder gehört die Mitternachtssonne in der Antarktis auch zu der großen Verschwörung, in der sämtliche Antarktis-Forscher und Touristen mit drinstecken?

Das Problem dieser Theorie ist schlichtweg, dass sie nicht vollumfänglich alle Fragen klären kann und bei offenen Fragen sich sogar selbst als Unsinn entlarvt.

Trollerei

Natürlich gibt es auch Trollereien unter den vermeintlichen Beweisen für eine flache Erde. Man muss da schon genau hinschauen. Neben den teils feiner ausgearbeiteten Beweisführungen stehen immer wieder plumpe Fakes, die teilweise auch genutzt werden, um Anhänger der Flacherde-Theorie zu ärgern. So wie das „Beweisfoto” mit der großen Eismauer, die uns vor dem „Herunterfallen” bewahrt und das Ende der Welt darstellen soll:

Um die Flacherde herum ist eine große Eiswand, die Antarktis

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Das obige Foto aus dem Forum der Flat Earth Society ist aber (hoffentlich) sarkastisch gemeint, denn Serienkenner wissen, dass das eine Szene aus der Serie „Game of Thrones“ ist. Die Arktis, so die Theorie, liegt in der Mitte der Flacherde, die unwirtliche Antarktis hingegen sei eine große Eismauer, die von NASA-Mitarbeitern bewacht wird, damit niemand versucht, über den Rand der Welt zu klettern.

Selbst wenn das jemand ernst nehmen sollte, so würde dabei vollkommen außer Acht gelassen, dass es bereits zahlreiche private Expeditionen in die Antarktis gab und Reiseunternehmen sogar Urlaub in der Antarktis anbieten. Die gehören aber wahrscheinlich auch alle der „großen Verschwörung“ an….

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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