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Falschmeldungen boomen: Manipulationskampagnen in 81 Staaten

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Damit die öffentliche Meinung noch strategischer beeinflusst werden kann. Eine Studie zeigt, dass professionelle Falschmeldungen in der Politik weltweit verstärkt eingesetzt werden.

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Unter dem Titel „Industrialized Disinformation“ brachten Forscher*Innen des Instituts für Internet der Oxford Universität eine neue Studie heraus. Sie zeigt, die professionelle Industrie der Falschmeldungen wächst.

Organisierte Manipulationskampagnen fanden 2020 in 81 Staaten weltweit statt, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wo es ’nur‘ 70 waren. Ausgeführt werden die Kampagnen u.a. von Regierungen, PR-Firmen und politischen Parteien. Der Direktor des Instituts für Internet Professor Philipp Howard spricht von „industriellen Maßstäben“.

Falschmeldungen zu kaufen: Mit dem „Desinformation-for-hire“ Service

Die Studie beschreibt die knallharte Professionalisierung der Falschmeldungs-Industrie, in der Regierungen und Parteien Millionen in sogenannte „cyber troops“ (Cyber-Truppen) stecken. Damit sollen Meinungen beeinflusst werden, aber auch manipulierte Nachrichten verbreitet und andere Stimmen auf Social Media übertönt werden.

In 62 Ländern wurden laut der Studie Belege gefunden, wo von staatlicher Seite computergestützte Propaganda genutzt wurde, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Und in 61 Ländern agierten politische Parteien mit solchen Werkzeugen.

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Solche „cyber troops“ agieren laut der Pressemitteilung zur Studie aber längst nicht allein, sondern nehmen sich Mitglieder von zivilen Organisationen und Jugendgruppen zur Hilfe, die die gleiche Ideologie unterstützen.

Außerdem sehen 93 Prozent der 81 Staaten, die bewusste Einsetzung von Falschmeldungen bereits als Form der „politischen Kommunikation“. 60 Millionen Dollar sollen im letzten Jahr für solche Dienste ausgegeben worden sein.

Dr. Samantha Bradshaw, die Hauptautorin des Berichts, erklärt die alarmierende Lage so: Sie „verschmutzt das digitale Informations-Ökosystem und unterdrückt die Meinungs- und Pressefreiheit.“

Nur machen sich Regierungen gar nicht mehr allein, die Hände schmutzig, sondern nutzen private Fake-Dienste: „Ein großer Teil dieser Aktivität hat sich professionalisiert, mit privaten Firmen, die Desinformation-for-hire Services anbieten.“

Dabei werden Falschmeldungs-Dienste längst nicht nur in autoritären Staaten genutzt. Dr. Bradshaw warnt: „Die Aktivitäten von Cyber-Truppen können in Demokratien anders aussehen als in autoritären Regimen. Wahlbehörden müssen das breitere Ökosystem von Desinformation und Computerpropaganda in Betracht ziehen, einschließlich privater Firmen und bezahlter Influencer, die in diesem Raum zunehmend prominente Akteure sind.“

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Was kann man gegen die voranschreitende Professionalisierung von Falschmeldungen tun?

Professor Philipp Howard fordert nimmt hier ganz klar Social-Media-Plattformen in die Pflicht: „Die Öffentlichkeit muss sich heute mehr denn je auf vertrauenswürdige Informationen über die Politik und Aktivitäten der Regierung verlassen können. Social-Media-Unternehmen müssen ihre Anstrengungen erhöhen, um Fehlinformationen zu erkennen und gefälschte Konten zu schließen, ohne dass die Regierung eingreifen muss, damit die Öffentlichkeit Zugang zu qualitativ hochwertigen Informationen hat.“

Die Forscher*Innen berichten aber auch, dass zwischen Januar 2019 und November 2020 mehr als 317.000 Konten und Seiten von „Cyber-Truppen“ auf Social-Media-Plattformen entfernt wurden.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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