Aktuelles Faktencheck zum Video: "Flüchtlinge erwarten Geldgeschenke"

Faktencheck zum Video: „Flüchtlinge erwarten Geldgeschenke“

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Seit mehreren Wochen kursiert ein Video, in dem ein junger Migrant sich über falsche Versprechungen beschwert.

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So sagt der junge Mann, ein Flüchtling, vor der Kamera, dass er von Deutschland enttäuscht sei, da es keine Geldgeschenke, Autos und Häuser hier geben würde. Für Gegner der Asylpolitik ist das natürlich ein gefundenes Fressen: „Schaut her, diese arroganten Kerle, glauben dass sie ohne Arbeit alles geschenkt bekommen!

Das Video ist echt! Allerdings kommen diese Versprechungen nicht von Angela Merkel oder der EU oder von sonst irgendeinem Politiker, sondern von Schleusern!

Flüchtlinge erwarten Geldgeschenke?
Screenshot: mimikama.at

Aus urheberrechtlichen Gründen werden wir das Video, welches mindestens aus 2016 stammt, hier nicht einbinden. Es findet sich spiegelverkehrt (um eine Löschung wegen Urheberrechtsverletzung zu verzögern) auf diversen Seiten und auf Youtube auf einschlägigen Kanälen, das Original stammt von „Spiegel TV“.

Flüchtlinge bekamen Geldgeschenke versprochen... von Schleusern
Flüchtlinge bekamen Geldgeschenke versprochen… von Schleusern

Falsche Versprechungen…

Es wird immer wieder suggeriert, dass dieses Video ein unschlagbarer Beweis für die Theorie von Asylgegnern sei: Deutschland, speziell Angela Merkel, locke Migranten mit perfiden Tricks in das Land, um „einen Bevölkerungsaustausch durchzuführen“.

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…der Schleuser!

Schleuser verdienen recht gut an Migranten, so berichtete der „Spiegel“ bereits 2015, dass eine Flucht je nach Route, Verkehrsmittel und ob gefälschte Ausweispapiere benötigt werden, bis zu 20.000 Euro kostet, oftmals das gesamte Ersparte einer Familie, damit eine einzige Person flüchten kann.

Weiter berichtet der „Spiegel“, dass bereits die Reise nach Europa den Flüchtenden utopisch schmackhaft gemacht werde; auf einem geräumigen Schiff nach Europa werde es sogar ein Schwimmbad und ein Kino geben.

Die Bundesregierung steuert gegen

Aufgrund dieser falschen Versprechungen richtete die Bundesregierung eine mehrsprachige Seite namens „Rumours about Germany„, auf der auch die sieben größten Lügen über Deutschland aufgezählt werden, die Flüchtende von Schleusern zu hören bekommen, beispielsweise dass jeder Migrant 2.000 Euro in Bar bekäme, jedem ein Haus zur Verfügung stünde und täglich 5.000 Migranten eine sofortige Arbeitsstelle erhalte.

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Fazit

Tatsächlich wurden Flüchtlinge kostenloses Geld, Häuser und mehr versprochen. Allerdings nicht, wie oftmals suggeriert, von Deutschland, sondern von den Schleusern, die an den Flüchtenden viel verdienen.

Da mag man jetzt trotzdem schimpfen „Boaaah, sind die aber leichtgläubig„, aber wenn man bedenkt, wie verzweifelt diese Menschen sind und auf welche Maschen hierzulande reingefallen wird („Wir haben 1000 iPhones zu verschenken!“), sollte man nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt.

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