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Faktencheck: „Einwohner verprügeln Asylanten beim Krampus-Umzug“

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In einem Video soll zu sehen sein, wie Flüchtlinge, die vorher einen Krampus-Umzug gestört haben sollen, von Einwohnern verprügelt werden.

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So lautet zumindest die Behauptung zu dem weit verbreiteten Video. Darin sieht man mehrere Männer, die offensichtlich während eines Krampus-Umzugs von den Darstellern gejagt und verprügelt werden. Der beschreibende Text der Nutzerin: „In Südtirol versuchten Asylanten den Krampus-Umzug zu stören. Da haben sie die Rechnung aber ohne die wehrhaften Einwohner gemacht. Traurig was die EU aus den Ländern macht

Auch andere Nutzer luden das Video neu hoch oder verbreiteten es mit ähnlichen Texten und Behauptungen.

Andere Beschreibungen des Videos
Andere Beschreibungen des Videos

Was ist in dem Video NICHT zu sehen?

Einwohner, die Flüchtlinge verprügeln, da sie den Umzug störten.

Was ist in dem Video TATSÄCHLICH zu sehen?

Krampus-Darsteller, die traditionell durch die Straßen einer Stadt ziehen und auf Menschen treffen, die freiwillig und mit voller Absicht den Umzug stören… um verprügelt zu werden! Die Krampustradition, wie sie in manchen Regionen Österreichs und Südtirols gepflegt werden, mögen befremdlich für Außenstehende wirken, sind jedoch eine gepflegte Tradition.

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Der Krampus-Umzug

In Sterzing findet jedes Jahr zum 5. Dezember jener Krampus-Umzug statt. Dabei verkleiden sich die Mitglieder des Tuifl Sterzing als Krampus (eine Schreckgestalt in Begleitung des Nikolaus, der unartige Kinder bestraft) und ziehen durch die Straßen der Innenstadt.

Die Prügel

Bei diesen Umzügen geht es oftmals ziemlich rau zu, doch lassen wir doch einfach einen der Teilnehmer zu Wort kommen, nämlich den Herrn in der blauen Jacke, der in dem Video zu sehen ist:

„Hallo ihr unwissenden Kritiker,

es wird Zeit, dass ich mich zu Wort melde, denn ich bin der mit der blauen Jacke der am Boden liegt und getreten wird. Für mich persönlich ist dieses Video überhaupt nicht schlimm. Ich bin mit meinen Freunden, wie jedes Jahr, schon früh morgens losgezogen um die Teufel zu suchen. Wir sind darauf aus „Prügel“ zu beziehen, wir freuen uns wie kleine Kinder auf Weihnachten.

Der Teufeltag ist der absolut beste Tag im Jahr für ganz viele Sterzinger. Für Aussenstehende mag das vielleicht brutal sein was da im Video zu sehen ist, aber für uns ist das ganz normal. Wenn man im Video den Schluss abwartet sieht man auch dass wir „Tratzer“ (Tratzer sind die, die die Teufel ärgern und frewillig Schläge einstecken, weil es ihnen gefällt) uns alle geschlossen den Teufeln wieder nähern.

Diese Szenen im Video haben sich gegen 13:00-13:30 Uhr abgespielt und wir Tratzer haben bis spät abends so weiter gemacht. Ich glaube das zeigt, erstens dass es wirklich nicht so schlimm ist und zweitens dass es uns gefällt. Klar gibt es ein paar blaue Flecken am nächsten Tag, aber ich hatte noch nie ernsthafte Schmerzen und kenne auch keinen, der welche hatte, da wir alle darauf eingestellt und entsprechend gekleidet sind.

Und noch kurz zu den Rassistischen Anschuldigungen: ich bin gebürtiger Sterzinger und kenne alle die im Video zu sehen sind, sei es Teufel als auch Tratzer. Keiner von denen ist ein Migrant.

Ich stehe zu den Teufeln Sterzing und weil ich nicht will, dass irgendetwas diesen Tag gefährdet schreibe ich diese Zeilen.

Liebe Grüße, der Tratzer vom Dienst Maximilian Ploner“

Auch die „Tuifl Sterzing“ wehren sich gegen die Behauptungen (sic!)

„Es kursieren eine Reihe von Falschmeldungen auf Facebook. Wer den Tuifltog in Sterzing kennt weiß hoffentlich selbst zu beurteilen was stimmt und was frei erfunden ist.

(P.S. das Video streitet nimand ab! Es werden jedoch alle rassistischen Vorwürfe entschlossen abgewiesen, da diese absolut nicht der Wahrheit entsprechen! Bei den „Tratzern“ im Video handelt es sich zudem um Freunde und Bekannte der Tuifl Sterzing)“

Zudem wurde am 8.12.2019 noch folgende Pressemitteilung von den „Tuifl Sterzing“ auf Facebook veröffentlicht:

Tuifl Sterzing 8. Dezember um 19:39 · PRESSEMITTEILUNG --- COMUNICATO STAMPA
Tuifl Sterzing / 8. Dezember um 19:39 · / PRESSEMITTEILUNG — COMUNICATO STAMPA

Wie „Südtirol News“ berichtet, sollen jedoch auch einige Krampusse auf einen Straßenpolizist losgegangen sein, der zu dem Zeitpunkt außer Dienst war, der dadurch Traumata und Blutergüsse erlitten haben soll.

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Fazit

Nein, es werden in dem Video keine Flüchtlinge verprügelt, die den Krampus-Umzug gestört haben sollen, sondern es handelte sich um Zuschauer, die absichtlich die „Tuifl“ provozieren, um Prügel zu beziehen.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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