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Facebook: „Eine Spende von 470.000 Euro“ – Vorsicht, Vorschussbetrug!

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Sei vorsichtig, wenn du über Statusbeiträge auf Facebook stolperst, die eine große Spende versprechen – es handelt sich um Vorschussbetrug!

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Aktuell häufen sich erneut Fälle von Ködern auf Facebook, die in einen Vorschussbetrug münden können. So berührt auch die Geschichte einer todkranken Frau viele Facebook-Nutzer. Doch leider wollen jene, die hinter so großzügigen Geldangeboten stecken, selbst nichts Gutes für ihre Opfer.

Es geht dabei um Geschichten wie diese hier:

Mit einem solchen Köder arbeiten Vorschussbetrüger gern.
Mit einem solchen Köder arbeiten Vorschussbetrüger gern.

Ich möchte einer bestimmten, verständnisvollen und ehrlichen Person eine Spende von 470.000 Euro zukommen lassen.

Ich habe große Schwierigkeiten, aber ich kann nicht sterben, ohne all das Geld zu geben, oder ich denke, es war eine Verschwendung.

Denn das Bankgesetz besagt, dass, wenn man keine Familie hat und stirbt, das Geld wieder an die Bank zurückgeht.

Ich habe große Schmerzen und bin sehr ängstlich, weil ich nicht sterben will, ohne all dieses Geld zu geben, sonst wäre es meiner Meinung nach eine Verschwendung.

Ich habe die offiziellen und rechtlichen Dokumente bezüglich dieser Fonds in meinem Notariat.

Vor allem ist wichtig, dass wir eine Vertrauensbasis zwischen Ihnen und mir schaffen, um dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Bitte kontaktieren Sie mich so bald wie möglich, wenn Sie mit meinem Angebot einverstanden sind, direkt über meine E-Mail. …

Der Faktencheck

Sowohl die Polizei als auch wir warnen bereits seit Jahren vor dieser Masche, die auch eng mit dem Romance Scam zusammenhängen kann. Durch einen Vorwand – zumeist handelt es sich um eine todkranke Person, einem Soldaten, der im Ausland feststeckt oder andere emotional ansprechende Geschichten – versucht der Betrüger das Vertrauen seines Opfers zu gewinnen, um schlussendlich selbst nach Geld zu fragen, bevor auf das vermeintliche Vermögen des Täters zugegriffen werden kann.

Die Nigeria Connection
Bei solchen Statusbeiträgen wie oben gezeigt, handelt es sich zu 99,9% um Vorschussbetrug.

Solche Angebote wurden in der Vergangenheit zuhauf verschickt, sei es per Email oder  über soziale Netzwerke … Am Ende wollen diese Betrüger immer nur an Euer Geld.

Neu ist diese Betrugsmasche nicht, jedoch nach wie vor sehr aktuell.

Verschickt werden solche Betrugsversuche unter anderem von der so genannten Nigeria Connection, die ihre Opfer um den Finger zu wickeln versucht, um – aufgrund der entstandenen emotionalen Nähe – um einen finanziellen Vorschuss bitten zu können.

Wer sich auf das oben genannte Angebot einlässt, kann fast sicher sein, dass  erst mal Transaktionsgebühren von mehreren Tausend Euro zu berappen sind, ehe man in den Genuss der 30% Schatzmeister-Anteil kommt – oder auch nicht, denn dieses Geld gibt es höchstwahrscheinlich nicht.

Die Nigeria Connection ist aber keine strukturierte Organisation. Es handelt sich hierbei um verschiedene Gruppen von afrikanischen Betrügern, die zum Teil in Europa und zum Teil in Nigeria leben.

Diese Internetbetrüger haben sich auf Kreditkartenbetrug, Dokumentenfälschung, Vorschussbetrug uvm. spezialisiert – und sind seit geraumer Zeit auch mit vielen Fake-Profilen auf Facebook unterwegs.

Sie kontaktieren ahnungslose Facebook-Nutzerinnen, gewinnen ihr Vertrauen und geben nach einiger Zeit vor, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden.

Die Betrüger haben ein recht festgelegtes Beuteschema: Die Hauptzielgruppe ihrer Opfer ist

  • weiblich
  • halbwegs intelligent (muss zumindest über gute Englischkenntnisse verfügen)
  • alleinstehend
  • mittleren Alters (sehr junge Frauen verfügen noch über keine finanziellen Ressourcen)

Auf dem Profilfoto des ausgesuchten Opfers muss ein klar erkennbares, lächelndes Gesicht zu sehen sein, denn die Betrüger beziehen sich in den ersten Kontaktversuchen darauf.

Welche Merkmale haben solche Betrüger?
Eine ganz genaue Beschreibung ist leider nicht möglich, da diese Kriminellen äußerst kreativ vorgehen und sich natürlich auch den Gegebenheiten anpassen.

Jedoch gibt es einige Grundkriterien, auf die man achten kann, um sich zu schützen: Die Betrüger sind angeblich

  • etwa im Alter des Opfers
  • beruflich eher im mittleren Management tätig
  • geschieden, aber wesentlich öfter verwitwet. Ihre Kinder sind entweder ebenfalls verstorben oder müssen von dem Mann vorgeblich alleine versorgt werden.
  • Das Facebook-Profil ist nicht besonders informativ; es gibt keine sichtbaren Postings.
  • Die Betrüger geben sich auffallend empathisch.

Und so gehen sie vor:

  • Erstkontakt via Nachricht. Die gesamte Kommunikation erfolgt auf Englisch.
  • Profilbild: nicht unattraktiv, aber auch kein „Adonis“. Bei angeblichen Erbschaften sehr betagte, liebenswürdige Menschen
  • Berichtartiger Lebenslauf, z. B. „Meine Eltern starben bei einem Unfall, meine Frau bei der Geburt unseres Kindes.“
  • Ausfragen des anvisierten Opfers (= Suche nach Schwächen)
  • Liebesschwüre, die kein realer Mann nüchtern über die Lippen bringen würde.
  • Es tritt ein unvermitteltes Ereignis auf, z. B. „Piraten kommen“ (= skurrilste Version). Oft ist die Geschichte aber in sich schlüssig – als Begründung für eine daraus folgende Notlage.
  • Bitte um finanzielle Leihgabe (Betrag im vierstelligen Eurobereich) unter Einsatz von massivem, emotionalen Druck und unter Vorlage sog. „Beweise“ als Datei
  • Nach Gelderhalt – Geld weg. Unbekannter Verehrer natürlich auch oder frühzeitig verstorben – und kein Anrecht mehr auf das Erbe

Was kann ich tun, wenn mir so jemand schreibt?
Leider handelt es sich bei dieser Form von Betrug rechtlich gesehen um eine Art “Graubereich”.

Der Schaden, den ein solcher Betrüger anrichten kann, ist leider in der Praxis bis dato kaum behebbar. Darum sollte man seine potentiellen Internet-Bekanntschaften ganz genau unter die Lupe nehmen.

  • Gebt nicht zu viele Informationen von Euch preis.
  • Nehmt suspekte Freundschaftsanfragen nicht an.
  • Falls es schon passiert ist: Eigene Kontakte verbergen.
  • Vorsicht mit Informationen über die eigene Person: Seine Ängste, Träume, familiäre Situation und dgl. erzählt man doch auch sonst nicht jedem Wildfremden.
  • Misstrauen bei relativ schneller Anwendung von Kosenamen und dem Begriff „Liebe“ durch das unbekannte Gegenüber ist angebracht.
  • Für Mutige: Das Ganze abkürzen und entweder die eigene Ankunft ankündigen oder gleich fragen, wie viel Geld er denn bräuchte.
  • Für Vernünftige: Blockieren und zum Schutz anderer zukünftiger Opfer bei Facebook melden.

Zusammengefasst:

Es gibt vermutlich kein Erbe, keinen Schatz, kein Geld.

Und es gibt wohl kaum jemanden im Internet, der so liebenswürdig und freundlich ist – und unbedingt sein Geld verschenken möchte.

Also tut es ihnen gleich – und verschenkt nicht blindlings Geld an Internet-Bekanntschaften, die ihr im echten Leben noch nie gesehen habt!

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Artikelbild: Screenshot / Facebook

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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