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Freitag, 22 Oktober 2021

Wegen Browsererweiterung: Facebook geht gegen Entwickler vor

Facebook verbannt Entwickler des Tools „Unfollow Everything“ von der Plattform

Ein Entwickler hat mit seinem Tool „Unfollow Everything“ wohl den Unmut von Facebook auf sich gezogen und wurde nun von der Plattform verbannt.

Das Facebook-Konto von Louis Barclay, Entwickler der App „Unfollow Everything“, wurde gesperrt. Er nutzte es seit rund 15 Jahren. Darauf folgte noch ein Schreiben der Rechtsabteilung von Facebook mit der Aufforderung, die Entwicklung seines Tools umgehend einzustellen und sämtliche Download-Möglichkeiten zu löschen.

Facebook-Account deaktiviert

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„Ich hatte einen Facebook-Account seit 2006“, schreibt Barclay im Juli 2021 auf Twitter.

Ich hatte einen Facebook-Account seit 2006
Heute wurde er deaktiviert
Wenn ich die ID einreiche: ‚Diese Entscheidung kann nicht rückgängig gemacht werden‘.
Keine E-Mail zur Erklärung der Entscheidung. Nichts. Das ist das erste Mal, dass das passiert.
Das ist wirklich erschreckend und dystopisch.
Was kann ich tun?

„Unfollow Everything“

Als Grund – was durch das Schreiben der Rechtsabteilung von Facebook auch indirekt bestätigt wurde – sieht Barclay die Entwicklung seines Tools, das es erlauben sollte, mit einem Schlag sämtlichen Seiten, Gruppen oder auch Nutzern zu entfolgen.

Wozu sollte das gut sein? Wie Barclay gegenüber „Slate“ erklärte, hatte er die Idee dazu vor einigen Jahren, als er sich überlegte, ob er denn unbedingt einen News Feed brauche. Im News Feed findet sich auf den ersten Blick alles. Folgt man jedoch sämtlichen Seiten, Gruppen oder Nutzern nicht mehr, ist der News Feed leer.

Barclay erklärt, dass es nicht dasselbe sei wie entfreunden. Entschließt man sich, Freunden und Gruppen nicht mehr zu folgen, ist man doch weiterhin mit ihnen verbunden und kann – wenn man das möchte – deren Profile aufrufen. Mit dem Tool „Unfollow Everything“ werden einfach keine Meldungen mehr in den News Feed gespült. Er bleibt leer – ist sozusagen nicht mehr vorhanden.

Barclay schildert weiters, er hätte über Nacht „ein unglaubliches Maß an Kontrolle gewonnen.“

„Ich war nicht länger versucht, einen unendlichen Feed an Inhalten herunterzuscrollen. Die Zeit, die ich auf Facebook verbracht habe, hat sich dramatisch verringert.“

Und genau das scheint der Punkt zu sein, mit dem Facebook nicht einverstanden ist.

Barclay stellte sein Tool im Juli 2020 in den Chrome Store, wo es kostenlos heruntergeladen werden konnte. Er erhielt zahlreiche positive Bewertungen und sogar persönliche Dankes-Mails von Menschen, die sagten, dass die Verwendung des Tools ihr Leben verändert hätte, und sie „dank ihm offiziell nicht mehr süchtig nach Facebook“ wären.

Facebook sieht das natürlich anders. Facebooks Geschäftsmodell beruht schließlich darauf, dass Nutzer so viel Zeit wie möglich auf der Plattform verbringen.

Facebook reagiert mit Unterlassungserklärung

Erst wurden Barclays Facebook- und Instagram-Accounts gesperrt. Weiters folgte ein Schreiben von Facebooks Rechtsabteilung mit eben der Aufforderung, die Entwicklung von „Unfollow Everything“ einzustellen und nicht mehr zum Download anzubieten.

Unter Androhung rechtlicher Schritte wurde Barclay außerdem aufgefordert, seine Zustimmung zu geben, nie wieder Tools zu entwickeln, die mit Facebook oder seinen anderen Diensten interagieren.

Barclay stimmte den Forderungen zu, auch wenn Rechtsexperten die Forderungen von Facebook als regelrecht empörend bezeichneten. Trotzdem wollte er dieses Risiko nicht eingehen, schließlich hätte er als britischer Staatsbürger die Anwaltskosten des Unternehmens bei einer Niederlage übernehmen müssen.

Diese Vorgehensweise spinnt jenen Faden weiter, den die Schilderungen der Whistleblowerin aufgenommen hatte. Wir berichteten HIER, HIER und HIER.

Quelle: Standard, Slate
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